Die Olympischen Spiele der Antike – Wettkampf, Kult und Ruhm

Olympische Spiele in der Antike

Im Jahr 776 v. Chr. fanden in Olympia die ersten dokumentierten Olympischen Spiele statt. Über fast 1200 Jahre hinweg – bis 393 n. Chr. – versammelten sich alle vier Jahre die besten Athleten Griechenlands, um sich in Ehren des Göttervaters Zeus zu messen. Insgesamt 293 Olympiaden sind überliefert.

Mehr als nur Sport

Die Spiele waren ein religiöses Fest. Vor den Wettkämpfen wurden Opfer dargebracht, die Athleten legten einen heiligen Eid ab, fair und ehrenhaft zu kämpfen. Sie traten nackt an – ein Ausdruck körperlicher Vollkommenheit und Gleichheit vor den Göttern.

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Die Bedeutung der Spiele war so groß, dass während der Wettkampfzeit ein heiliger Waffenstillstand (Ekecheiria) galt. Kriege wurden unterbrochen, damit Athleten und Zuschauer sicher nach Olympia reisen konnten.

Die Disziplinen

Die Wettkämpfe fanden im Stadion statt, einem rechteckigen Platz mit Sitzreihen für Tausende Zuschauer. Das Programm umfasste:

  • Laufwettbewerbe: Stadionlauf (etwa 192 Meter), Diaulos (Doppellauf), Dolichos (Langstrecke)
  • Pentathlon: Fünfkampf aus Laufen, Weitsprung, Diskuswurf, Speerwurf und Ringen
  • Kampfsport: Ringen, Boxen, Pankration (eine Mischung aus Boxen und Ringen ohne feste Regeln)
  • Wagenrennen: Spektakuläre Rennen mit Zwei- und Viergespannen
  • Hoplitodromos: Waffenlauf in voller Rüstung

Ruhm und Ehre

Die Sieger erhielten einen Olivenkranz – materiell wertlos, aber von unschätzbarem symbolischem Wert. Sie erlangten großes Ansehen in ihrer Heimatstadt, wurden mit Statuen geehrt und in Gedichten besungen. Manche genossen lebenslang Privilegien wie freie Mahlzeiten auf Staatskosten.

Der berühmteste Olympionike war Milon von Kroton, der sechsmal in Folge im Ringen siegte. Der Legende nach konnte er einen ausgewachsenen Stier durch das Stadion tragen. Auch der Philosoph Platon soll in seiner Jugend ein erfolgreicher Ringer gewesen sein.

Einschränkungen

Frauen waren von den Spielen ausgeschlossen – als Athletinnen und als Zuschauerinnen. Für sie gab es eigene Wettkämpfe zu Ehren der Göttin Hera. Teilnehmen durften nur freie griechische Männer, keine Sklaven und keine »Barbaren« (Nicht-Griechen).

Antikes Olympia

Das Erbe

Kaiser Theodosius I. verbot die Spiele im Jahr 393 n. Chr. als heidnischen Kult. Fast 1500 Jahre später, 1896, wurden sie in Athen wiederbelebt – und sind seither zur größten Sportveranstaltung der Welt gewachsen.

Der olympische Gedanke – friedlicher Wettstreit, sportliche Exzellenz, Völkerverständigung – reicht zurück bis in jene heilige Stätte im Nordwesten der Peloponnes, wo vor fast 3000 Jahren alles begann.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage