
ChatGPT, Claude und Co. können mehr als Texte schreiben. Sie können dich abfragen, korrigieren, ermutigen – ein Privatlehrer, der nie die Geduld verliert. Hier sind konkrete Prompts, die funktionieren.
Prompts sind Eingabeaufforderungen. Je präziser der Prompt, desto besser das Ergebnis. Die folgenden Prompts kannst du direkt kopieren und anpassen. Sie funktionieren mit ChatGPT, Claude und den meisten anderen KIs.
Die KI als Tutor
Einfach nur lesen und vergessen – das bringt wenig. Besser: Die KI stellt Fragen, du antwortest, sie korrigiert. Dieser Prompt macht aus ChatGPT einen geduldigen Prüfer:
Du bist mein Tutor. Stelle mir zu [THEMA HIER EINFÜGEN] eine Verständnisfrage. Warte auf meine Antwort. Wenn sie falsch oder unvollständig ist, gib mir Hinweise statt die Lösung. Prüfe dann erneut. Stelle maximal 5 Fragen. Am Ende eine kurze Zusammenfassung, was ich gut konnte und wo ich nacharbeiten sollte.
Funktioniert für alles: Geschichtsdaten, Physikformeln, Vokabeln, Fahrschultheorie. Die KI passt sich an – wenn du gut bist, werden die Fragen schwerer.
Multiple-Choice-Fragen
Schnelles Abfragen mit sofortigem Feedback:
Stelle mir 5 Multiple-Choice-Fragen zu [THEMA]. Eine Frage nach der anderen, warte jeweils auf meine Antwort. Erkläre nach jeder Antwort kurz, warum sie richtig oder falsch war. Passe den Schwierigkeitsgrad an meine Leistung an.
Varianten: Lückentexte, Zuordnungsfragen, Kurzantworten. Sag der KI einfach, welches Format du willst. Mehr dazu: Multiple-Choice-Tests selbst erstellen
Vokabeln lernen
Erstelle eine Vokabelliste oder lass sie generieren, dann:
Arbeite mit dieser Vokabelliste. Nenne mir jeweils die deutsche Bedeutung, ich gebe das fremdsprachige Wort ein. Bei Fehlern: Gib mir einen Hinweis oder eine Eselsbrücke statt die Lösung. Frag dann nochmal. Mische die Reihenfolge. Am Ende eine Statistik: Wie viele richtig, welche Wörter sollte ich wiederholen?
Sokratische Methode
Statt Antworten zu liefern, stellt die KI Fragen – bis du selbst auf die Lösung kommst:
Erkläre mir [THEMA] nicht direkt. Stelle mir stattdessen Fragen, die mich Schritt für Schritt zum Verständnis führen. Wie Sokrates. Gib mir Zeit zum Nachdenken.
Dauert länger, sitzt dafür besser. Mehr dazu: Sokratische Methode trifft KI
Erklären statt lesen
Du verstehst etwas erst richtig, wenn du es erklären kannst. Dreh den Spieß um:
Du bist ein Kommilitone, der [THEMA] nicht versteht. Ich erkläre es dir. Stell Nachfragen, wenn etwas unklar ist. Am Ende sagst du mir, ob meine Erklärung korrekt und verständlich war.
Lernsession fortsetzen
ChatGPT und Claude haben ein Gedächtnis (Memory). Sie merken sich Dinge über dich – deinen Lernstand, deine Vorlieben, wo du aufgehört hast. Wenn du eine Lernsession später fortsetzen willst:
Wir haben letzte Woche an [THEMA] gearbeitet. Wo waren wir stehengeblieben? Fasse kurz zusammen und mach dann weiter.
Falls die KI es vergessen hat (passiert), kopiere den alten Chat-Inhalt in einen neuen Chat.
Custom Instructions nutzen
Sowohl ChatGPT als auch Claude lassen sich personalisieren. Du kannst festlegen, wie die KI mit dir spricht, welchen Stil sie verwenden soll, was sie über dich wissen soll. Das spart Zeit, weil du nicht in jedem Chat von vorn erklären musst.
Bei ChatGPT: Einstellungen → Personalisierung. Bei Claude: Einstellungen → Profile.
Beispiele für nützliche Einstellungen:
»Ich bin Schülerin, 11. Klasse, Leistungskurs Geschichte und Englisch.«
»Sprich mich mit Du an, sei direkt, keine Floskeln.«
»Wenn ich Fehler mache, korrigiere sie und erkläre warum.«
Grenzen
Ja, die KI macht Fehler. Sie erfindet Fakten, verwechselt Daten, halluziniert Quellen. Fürs Lernen ist das meistens kein Problem – du merkst es, wenn du den Stoff später anwendest. Aber: Verlass dich nicht blind drauf, wenn es um Prüfungen geht. Prüfe wichtige Fakten gegen.
Und: Die KI ist kein Ersatz fürs Denken. Wenn du dir alles vorkauen lässt, lernst du nichts. Nutze sie als Trainingspartner, nicht als Ghostwriter.