Google hat Gemini 3.5 Pro im Mai auf der Entwicklerkonferenz I/O angekündigt und für Juni versprochen. Der Juni ist vorbei, ein Erscheinungsdatum gibt es nicht. Laut einem Bloomberg-Bericht vom 16. Juli hakt es ausgerechnet dort, wo Google eigentlich glänzen will, beim Programmieren.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Kimi K3 wird das größte offene KI-Modell der Welt
Moonshot AI hat Kimi K3 vorgestellt, und die Branche zuckt zusammen. 2,8 Billionen Parameter, quelloffen, ab dem 27. Juli zum Download. Damit wäre es das größte frei verfügbare KI-Modell der Welt. Das Pekinger Labor, finanziert von Alibaba, baut hier nicht den nächsten Chatbot fürs Höflichsein, sondern ein Modell für lange, autonome Programmierarbeit.
Mira Muratis erstes Modell ist da und will gar nicht das Beste sein
Thinking Machines Lab, das KI-Startup der ehemaligen OpenAI-Technikchefin Mira Murati, hat am 15. Juli sein erstes eigenes Modell freigegeben. Es heißt Inkling, ist quelloffen und liegt komplett zum Download auf Hugging Face. Jeder kann es laden und umbauen. Technisch ist es ein Mixture-of-Experts-Modell mit 975 Milliarden Parametern, von denen pro Aufgabe nur 41 Milliarden aktiv sind. Kontextfenster bis 1 Million Token, trainiert auf 45 Billionen Token aus Text, Bild, Audio und Video.
OpenAIs GPT-Red knackt Modelle besser als jedes menschliche Red-Team
OpenAI hat ein KI-Modell gebaut, dessen einziger Job es ist, andere KI-Modelle zu hacken. GPT-Red bleibt firmenintern und sucht automatisiert nach Sicherheitslücken in OpenAIs eigenen Modellen. Trainiert wurde es per Self-Play-Reinforcement-Learning: GPT-Red greift an, Verteidiger-Modelle wehren ab, beide werden mit jeder Runde besser. Ein Wettrüsten, das komplett im Trainingslauf stattfindet.
Ein 27-Milliarden-Modell passt jetzt in ein iPhone
PrismML, ein Start-up aus Caltech-Forschern, hat sein Modell Bonsai 27B veröffentlicht. 27 Milliarden Parameter, die in üblicher Präzision rund 54 GB belegen, passen jetzt in 3,9 GB. Damit läuft das Modell direkt auf einem iPhone 17 Pro Max, ohne Cloud, ohne Server, ohne dass irgendetwas das Gerät verlässt. Grundlage ist Alibabas Qwen3.6-27B, die Gewichte stehen unter Apache-2.0-Lizenz.
Mistral steuert Roboter mit einer einzigen Kamera
Mistral hat Robostral Navigate vorgestellt, ein 8-Milliarden-Parameter-Modell, das Roboter allein mit einer gewöhnlichen RGB-Kamera durch komplexe Räume lotst. Kein LiDAR, keine Tiefensensoren, kein Kamera-Array. Man gibt eine Anweisung in normaler Sprache, »verlasse die Lobby, geh durch den Korridor, betritt den Lagerraum und bleib vor dem zweiten Regal stehen«, und der Roboter erledigt den Rest selbst. Es ist das erste Modell, das die Franzosen für Embodied AI gebaut haben.
Damit eine KI sich erinnert, muss sie tagträumen
Federico Ricci-Tersenghi von der Sapienza-Universität Rom hat mit japanischen Kollegen einem klassischen KI-Modell das Träumen bei Tageslicht beigebracht. Die Methode heißt Daydreaming, erschienen ist sie im Journal of Statistical Mechanics. Sie räumt das Gedächtnis sogenannter Hopfield-Netze auf, jener simplen neuronalen Netze, für die John Hopfield 2024 den Physik-Nobelpreis bekam. Das Ziel: falsche Erinnerungen loswerden, ohne die echten gleich mitzulöschen.
Auf Russisch ist Claude strenger als auf Hindi
Dieselbe KI, dieselbe Frage, andere Werte, je nachdem in welcher Sprache du tippst. Anthropic hat 309.815 echte Claude-Gespräche ausgewertet, alle aus dem Mai 2026, alle mit offenen Fragen ohne eindeutige Antwort, verteilt über drei Modelle und die 20 meistgenutzten Sprachen auf der Plattform. Ergebnis: Welche Haltung Claude einnimmt, hängt messbar davon ab, ob du auf Englisch, Hindi oder Russisch schreibst.