13 Dinge, die mir beim Lesen wirklich geholfen haben – und SQ3R war schuld

13 Dinge, die mir beim Lesen wirklich geholfen haben – und SQ3R war schuld

Klingt wie SPQR, ist aber weniger imperiumstreu: SQ3R – eine Methode aus der Nachkriegszeit, die verspricht, Texte besser zu verstehen und länger im Kopf zu behalten.

Ich war skeptisch. Aber ich hab’s getestet – zwischen Roman, Sachbuch und Recherchemarathon. Und siehe da: Ein paar dieser Techniken wirken tatsächlich, vorausgesetzt, man nimmt sich nicht zu wichtig dabei. Hier sind 13 Ansätze, mit denen SQ3R mehr bringt als bloß gute Vorsätze.

Die SQ3R-Methode ist eine Lernstrategie, die das Lesen und Verstehen von Texten verbessern soll. Sie besteht aus fünf Schritten: Zuerst verschafft man sich einen Überblick über den Text (Survey), indem man Überschriften, Einleitung und Zusammenfassung überfliegt. Dann stellt man Fragen (Question) zu den Hauptpunkten, die beantwortet werden sollen. Beim Lesen (Read) versucht man, diese Fragen aktiv zu beantworten und wichtige Informationen zu markieren. Anschließend wiederholt man (Recite) das Gelesene, um es zu verinnerlichen, und schließlich überprüft man (Review) regelmäßig das Gelernte, um das Verständnis zu festigen.

Soweit die Theorie. Hier sind die Tipps dazu:

  1. Das Inhaltsverzeichnis vorab scannen: Verschaffe dir einen Überblick, bevor du ins Detail gehst. Das weckt Neugier und gibt dem Folgenden eine Struktur.
  2. Fragen formulieren: Zu jedem Kapitel eine Frage notieren, die du beim Lesen beantworten möchtest. Das hält den Fokus und verhindert passives Durchgleiten.
  3. Schlüsselwörter markieren: Wichtige Begriffe und Konzepte unterstreichen oder hervorheben. Das hilft, den roten Faden zu behalten und Zusammenhänge zu erkennen. Wer anspruchsvolle Texte liest, kommt ohne Markierungen kaum aus.
  4. Abschnitte zusammenfassen: Nach jedem Abschnitt die Kernaussagen in eigenen Worten notieren. Das zwingt zur aktiven Verarbeitung und prägt den Stoff besser ein.
  5. Wiederholen: Notizen und Markierungen nochmals durchgehen. Je öfter man die Inhalte wiederholt, desto besser bleiben sie haften. Das ist keine Überraschung, aber es wird trotzdem zu selten gemacht. Siehe auch: Übungen, die dein Gedächtnis auf Trab bringen
  6. Anwenden: Überlege, wie du das neue Wissen im Alltag oder Beruf einsetzen kannst. Was relevant wird, bleibt länger im Gedächtnis.
  7. Visualisieren: Mind-Maps oder Skizzen helfen, Zusammenhänge zu sehen und neue Verknüpfungen zu schaffen. Nicht jeder lernt visuell, aber wer es tut, sollte das nutzen.
  8. Austauschen: Mit anderen über das Gelesene sprechen, Ideen diskutieren, Fragen stellen. Verschiedene Perspektiven vertiefen das Verständnis.
  9. Pausen einlegen: Nach 30 bis 45 Minuten intensiven Lesens eine kurze Auszeit nehmen. Das Gehirn braucht Konsolidierungsphasen, um Gelerntes zu verarbeiten.
  10. Die Umgebung gestalten: Ein ruhiger, ablenkungsfreier Leseort macht einen Unterschied. Ausreichend Licht, eine bequeme Sitzgelegenheit und Schreibmaterial in Reichweite – das sind keine Nebensächlichkeiten.
  11. Sich belohnen: Nach jedem erreichten Leseziel eine kleine Belohnung. Das klingt banal, hält aber die Motivation aufrecht – besonders bei zähen Texten.
  12. Feste Lesezeiten einplanen: Regelmäßigkeit schafft Routine. Wer das Lesen in den Tagesablauf integriert, bleibt leichter dran als jemand, der auf spontane Lücken hofft.
  13. Mit verschiedenen Textsorten üben: Je mehr man liest, desto versierter wird man. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Genres trainieren die Lesefähigkeit breiter als das Verharren in der Komfortzone.

SQ3R ist keine Wunderwaffe, aber ein brauchbares Gerüst. Die Methode stammt aus den 1940er-Jahren, entwickelt vom amerikanischen Pädagogen Francis P. Robinson. Dass sie sich so lange gehalten hat, spricht für ihre Praxistauglichkeit. Wer sich mit anderen Lernmethoden beschäftigt, wird Überschneidungen finden – und das ist kein Zufall: Die Prinzipien dahinter sind weitgehend dieselben.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage