
Das Bild oben generierte Gemini von sich selbst, erkennbar am Logo rechts unten.
Du kennst ChatGPT. Vielleicht nutzt du es täglich. Aber da ist noch dieses andere Ding von Google – Gemini. Lohnt sich ein Blick? Kurze Antwort: Ja, besonders wenn du ohnehin im Google-Universum lebst.
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Gemini ist nicht einfach ein ChatGPT-Klon. Google hat einen anderen Ansatz gewählt: Statt eines isolierten Chatbots gibt es eine KI, die tief in Gmail, Drive, Docs und Android verwurzelt ist. Das verändert, was möglich ist – und was nicht.
Inhaltsverzeichnis
Der Grundgedanke: Ökosystem statt Chatbot
Der wichtigste Unterschied zu ChatGPT liegt nicht in der Intelligenz der Modelle – die sind mittlerweile auf ähnlichem Niveau. Der Unterschied liegt in der Integration.
ChatGPT ist wie ein extrem schlauer Assistent, den du in einem separaten Büro besuchst. Du bringst ihm Dokumente, er arbeitet daran, du nimmst die Ergebnisse wieder mit.
Gemini ist ein Assistent, der direkten Zugriff auf deinen Aktenschrank hat. Er kann deine E-Mails durchsuchen, Dateien in Drive finden, Kalendereinträge erstellen – ohne dass du irgendetwas kopieren oder hochladen musst.
Das klingt nach einem Detail, verändert aber die tägliche Nutzung erheblich. »Fasse die E-Mail von Müller zusammen und erstelle einen Kalendereintrag für das besprochene Meeting« – das funktioniert bei Gemini in einem Satz.

Die Modelle: Flash, Pro, Deep Think
Wie bei OpenAI gibt es auch bei Google verschiedene Modellstufen. Die aktuelle Generation heißt Gemini 3 (Stand 01/2026):
Gemini 3 Flash ist das Standardmodell für kostenlose Nutzer. Schnell, effizient, gut für alltägliche Aufgaben. Vergleichbar mit GPT-4o mini.
Gemini 3 Pro ist das Leistungsmodell für komplexes Denken, Programmieren und große Datenmengen. In Benchmarks schlägt es GPT-5 Pro in einigen Bereichen. Verfügbar in den Bezahl-Abos.
Gemini 3 Deep Think ist das Reasoning-Modell – vergleichbar mit OpenAIs o1. Es denkt in Schritten nach, prüft Hypothesen, bevor es antwortet. Gedacht für Mathematik, Wissenschaft, komplexe Logik. Nur im teuersten Abo enthalten.
Was Gemini besser kann
Das riesige Kontextfenster. Gemini Pro kann bis zu 1 Million Token gleichzeitig verarbeiten – das entspricht etwa 1.500 Seiten Text oder 30.000 Zeilen Code. Du kannst ganze Bücher, komplette Code-Repositories oder Dutzende PDFs hochladen, und Gemini behält alles gleichzeitig im Blick. Bei ChatGPT musst du lange Dokumente oft häppchenweise analysieren.
Die Google-Integration. Gemini greift direkt auf Gmail, Drive, Docs, Maps, YouTube, Flights und Hotels zu. Du kannst fragen: »Wann fliegt der nächste Flieger nach Berlin?« oder »Was steht in der E-Mail von gestern zum Projektbudget?« – ohne die App zu wechseln oder Daten zu kopieren.
Video-Generierung. Mit dem integrierten Veo-3-Modell kann Gemini kurze Videos mit Ton erstellen – etwa 8 Sekunden lang. Das ist vergleichbar mit OpenAIs Sora, aber direkt im Chat verfügbar.
Deep Research. Ein spezialisierter Agent, der eigenständig hunderte Webseiten durchsucht und mehrseitige Berichte mit Quellenangaben erstellt. Geht deutlich tiefer als eine normale Websuche.
Audio Overviews. Gemini kann aus hochgeladenen Dokumenten einen »Podcast« generieren, in dem zwei KI-Stimmen das Material diskutieren. Bekannt aus NotebookLM, jetzt auch in Gemini verfügbar.
Was ChatGPT besser kann
Weniger Zensur. Gemini ist empfindlicher. Bei sensiblen Themen – Politik, historische Kontroversen, Prominente – verweigert es häufiger die Antwort mit dem Hinweis »Too sensitive«. ChatGPT und Perplexity liefern in solchen Fällen oft sachliche, neutrale Antworten, wo Gemini blockt.
Der GPT-Store. OpenAIs Ökosystem von Community-erstellten GPTs ist größer und vielfältiger als Googles »Gems«. Wer spezialisierte Assistenten für Nischenthemen sucht, findet bei ChatGPT mehr Auswahl.
Etablierter. ChatGPT gibt es länger, die Dokumentation ist umfangreicher, die Community größer. Wer Probleme hat, findet schneller Hilfe.
Die Abo-Stufen im Überblick
Google hat die Abo-Struktur Anfang 2026 überarbeitet. Die Pläne heißen jetzt »Google AI« statt »Gemini Advanced« (Stand 01/2026):
Gemini Free (kostenlos): Gemini 3 Flash, 32.000 Token Kontext, Bildgenerierung mit Nano Banana (100 Bilder/Tag). Für Einsteiger und einfache Aufgaben.
Google AI Plus (7,99 $/Monat): Erweiterter Zugriff auf Gemini 3 Pro, Integration in Gmail/Docs/Drive, 200 GB Speicher. Für Nutzer, die KI direkt in Google-Apps brauchen.
Google AI Pro (19,99 $/Monat): Voller Zugriff auf Gemini 3 Pro, 1 Million Token Kontext, Deep Research, Jules (Coding-Agent), 2 TB Speicher. Für Power-User und Programmierer.
Google AI Ultra (249,99 $/Monat): Gemini 3 Deep Think, Project Mariner (Browser-Agent), höchste Limits für Video-Generierung, YouTube Premium inklusive, 30 TB Speicher. Für Unternehmen und Entwickler mit extremen Anforderungen.
Studenten in ausgewählten Ländern bekommen Google AI Pro für ein Jahr kostenlos – inklusive 2 TB Speicher und erweitertem NotebookLM-Zugang.
Für wen lohnt sich Gemini?
Die Entscheidung ist einfacher als sie aussieht:
Nimm Gemini, wenn du tief im Google-Ökosystem steckst (Gmail, Drive, Docs als Hauptwerkzeuge), wenn du sehr große Dokumentenmengen auf einmal analysieren musst, oder wenn du native Video-Generierung brauchst.
Bleib bei ChatGPT, wenn du eine unkomplizierte Chat-Erfahrung suchst, wenn du die Community-GPTs nutzen willst, oder wenn du maximale Freiheit bei kontroversen Themen brauchst.
Die gute Nachricht: Du musst dich nicht entscheiden. Die kostenlosen Versionen beider Dienste reichen für einen echten Vergleich. Probier beides aus, schau was besser zu deinem Workflow passt. Die KI, die du tatsächlich benutzt, ist die beste.