ChatGPT Prompts für Anfänger: 7 Tipps, die funktionieren

Erste Schritte mit ChatGPT – Einsteigeranleitung für erfolgreiche Prompts

ChatGPT versteht dich – genau das ist die Stärke der KI. Doch ein schnelles Ergebnis ist nicht immer das beste. Lerne, die KI richtig anzusprechen, deine Wünsche zu formulieren und die richtigen Fragen zu stellen, um mit weniger Mühe mehr herauszuholen.

Was mit ChatGPT funktioniert, klappt auch mit anderen generativen KIs. Das Prinzip ist immer dasselbe. Hier sind die wichtigsten Zugänge: ChatGPT von OpenAI, Gemini von Google, Claude von Anthropic und Le Chat von Mistral. Alle bieten kostenlose Versionen an. ChatGPT und Claude verlangen eine Anmeldung, Mistral ebenfalls. (Stand 02/2026)

Wenn du ChatGPT nach etwas fragst, wird die KI immer etwas antworten. Wozu also noch sich Mühe geben und präzise formulieren, wenn es auch so geht?

Weil die Qualität der Antwort direkt davon abhängt, wie gut die Frage ist. Wer nur »Schreib mir was über Hunde« eintippt, bekommt generisches Gewäsch. Wer präzise formuliert, bekommt Ergebnisse, die man tatsächlich verwenden kann. Der Unterschied ist erheblich.

Eine solche Anfrage nennt man in der Welt der künstlichen Intelligenz den Prompt – zu Deutsch: die Eingabeaufforderung. Bei Computern ist das ein blinkendes Zeichen (der Cursor), das den Anwender auffordert, etwas einzugeben.

Heißt es der, die oder das Prompt? In der deutschen Sprache ist Prompt ein Maskulinum, also heißt es »der Prompt«.

Was ChatGPT heute kann

ChatGPT hat sich seit seinem Start Ende 2022 stark verändert. Das aktuelle Standardmodell heißt GPT-5 und ist seit August 2025 für alle Nutzer verfügbar – auch in der kostenlosen Version. Es denkt mit, bevor es antwortet, und macht deutlich weniger Fehler als seine Vorgänger. (Stand 02/2026)

Die kostenlose Version reicht für den Einstieg. Wer mehr will, kann auf kostenpflichtige Abos umsteigen: Go für 8 Euro im Monat, Plus für 23 Euro oder Pro für 229 Euro. Die Unterschiede liegen vor allem bei den Nutzungslimits und dem Zugang zu erweiterten Funktionen wie Deep Research oder Bildgenerierung. (Stand 02/2026)

Wer sich von Grund auf einarbeiten will, findet hier eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.

7 Tipps für Prompts, die funktionieren

Sag der KI einfach genau, was du willst. Nichts leichter als das, oder? Hier sind die Grundregeln des Promptens.

Klare Anfragen stellen

Sei direkt. Je genauer deine Frage, desto besser die Antwort. »Gib mir ein Kuchenrezept« liefert irgendwas. »Gib mir ein Rezept für einen saftigen Schokoladenkuchen ohne Nüsse, für 8 Personen« liefert etwas Brauchbares.

Vage Prompts erzeugen vage Antworten. Das ist keine Schwäche der KI, sondern Mathematik: Das Modell berechnet die wahrscheinlichste Antwort auf deine Eingabe. Gibst du wenig rein, kommt Durchschnitt raus.

Den Rahmen abstecken

Kontext ist wichtig. Erzähl kurz, was du schon weißt oder worum es geht. Das hilft der KI, alles richtig einzuordnen.

Wenn du Tipps zur Gartenpflege suchst, erwähne, ob es um Gemüse oder Zierpflanzen geht und in welcher Klimazone du lebst. ChatGPT weiß nicht, ob du auf dem Balkon in Hamburg stehst oder einen Hektar in Bayern bewirtschaftest – es sei denn, du sagst es.

Fragen richtig stellen

Frag direkt. Stell deine Frage so, dass klar ist, was du erfahren willst. Statt »Wie spart man Geld?« besser: »Welche Sparmethoden sind für Studierende mit wenig Einkommen am effektivsten?« Der Kontext macht die Antwort brauchbar.

Wer tiefer einsteigen will: Verschiedene Fragetechniken für ChatGPT machen einen spürbaren Unterschied.

Das Ausgabeformat bestimmen

Sag der KI, wie die Antwort aussehen soll. Du kannst Listen, Tabellen, Gliederungen mit Überschriften oder sogar PDFs verlangen. Das macht längere Texte übersichtlicher und spart Nacharbeit.

Zeige mir die Entwicklung der Weltbevölkerung in den letzten 10 erreichbaren Jahren. Formatiere das als Tabelle.

Auch die Tonalität lässt sich steuern. Du kannst einen sachlichen Bericht verlangen, eine lockere Zusammenfassung oder einen Text, der klingt wie eine Kolumne. GPT-5 bietet sogar eingebaute Persönlichkeitsprofile, zwischen denen man wählen kann.

Aufgaben aufteilen

Schritt für Schritt. Komplexe Anfragen zerlegt man besser in kleinere Teile. Statt alles auf einmal zu verlangen, gehst du ein Thema nach dem anderen durch. Die KI arbeitet so gründlicher, und du behältst die Kontrolle über das Ergebnis.

Wenn du ein Fest organisierst, frage erst nach Ideen für Einladungen, dann nach Dekorationstipps und zuletzt nach Essensvorschlägen. Drei Prompts statt einem liefern dreimal bessere Ergebnisse.

Beispiele und Belege verlangen

Mehr Tiefe. Wenn du Beispiele oder Quellen möchtest, bitte ausdrücklich darum. Sonst liefert die KI oft nur die Kurzfassung.

Wer nach effektiven Lernmethoden fragt, kann zusätzlich um konkrete Beispiele bitten, wie andere Studierende damit Erfolg hatten. Oder um Studien, die das belegen. ChatGPT mit GPT-5 kann dafür auch das Internet durchsuchen und Quellen verlinken.

Andere Blickwinkel einnehmen

Sieh es anders. Wenn du unterschiedliche Meinungen oder neue Lösungswege brauchst, sag das. So bekommst du ein runderes Bild – und nicht nur die erstbeste Antwort.

Du kannst die KI auch bitten, die Gegenposition einzunehmen: »Argumentiere jetzt gegen deinen eigenen Vorschlag.« Das klingt seltsam, funktioniert aber erstaunlich gut. Man bekommt Einwände, an die man selbst nicht gedacht hätte.

Geduld und Experimente

Lernen durch Tun. Nicht jeder Prompt trifft beim ersten Mal. Das ist normal. Der entscheidende Vorteil von ChatGPT: Du kannst sofort nachbessern. »Das war zu lang«, »Mach es formeller«, »Weniger Aufzählungen« – die KI passt sich an.

Das ist wie beim Erlernen eines Instruments: Die ersten Noten klingen nicht perfekt. Aber mit etwas Übung entsteht Musik. Der Unterschied: Bei der KI bekommt man sofort Feedback.

Und dann?

Wer die Grundlagen beherrscht, kann weitergehen. Es gibt fortgeschrittene Techniken wie XML-Prompts, die der KI noch präziser sagen, was wo hingehört. Oder Prompt Engineering als eigene Disziplin. Wer mag, kann 12 weiterführende Tipps für ChatGPT lesen oder sich ansehen, wie die KI im Alltag konkret helfen kann.

Der wichtigste Tipp steht aber nicht in dieser Liste: Einfach anfangen. Die KI beißt nicht.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage