8 KI-Typen, welcher davon bist du?

8 KI-Typen, welcher davon bist du?

8 KI-Typen gibt es, wenn man genau hinschaut. Nicht offiziell, nicht wissenschaftlich, aber jeder, der sich regelmäßig mit Menschen über künstliche Intelligenz austauscht, erkennt solche Muster.

Der eine testet jedes neue Tool gleich am Erscheinungstag, der andere löscht die ChatGPT-App heimlich aus dem Verlauf. Manche schwören auf Prompt Engineering, andere finden das alles maßlos übertrieben.

Die Wahrheit ist: Die meisten Menschen fallen in einen dieser acht Typen. Oder in eine Mischung aus zweien. Selten in drei. Welcher du bist, findest du am Ende dieses Artikels heraus. Oder du liest erst die Beschreibungen und erkennst dich sofort wieder.

Der Skeptiker

Der Skeptiker nutzt KI. Er gibt es nur ungern zu. Und wenn, dann mit Einschränkungen: »Ja, aber ich prüfe alles nach.« Datenschutz, Halluzinationen, Abhängigkeit von US-Konzernen, er kennt jedes Argument und hat für jeden Anwendungsfall ein Gegenargument parat.

Dabei ist der Skeptiker kein Verweigerer. Er hat ChatGPT installiert, womöglich auch Claude. Er benutzt beides regelmäßig. Nur würde er das nie so formulieren. Sein Lieblingsatz beginnt mit »Man muss aber auch sehen, dass …«

Das Paradoxe: Skeptiker sind oft die kompetentesten Nutzer. Wer die Schwächen kennt, umgeht sie. Wer KI-Texte erkennen kann, schreibt selbst besser.

Der Enthusiast

Tag eins, neue KI, der Enthusiast ist dabei. Er hat mehr Accounts als Socken und sein Browser sieht aus wie ein Friedhof offener Tabs. Midjourney, Runway, Perplexity, Suno, Ideogram, er hat alles ausprobiert. Meistens einmal.

Auf Partys redet er über Prompts. Auf Familienfeiern erklärt er seiner Tante, warum sie ChatGPT richtig nutzen sollte. Sein Weihnachtsgeschenk letztes Jahr: Ein selbst generiertes Bilderbuch. Die Familie war höflich.

Die Stärke des Enthusiasten ist seine Neugier. Seine Schwäche: Er springt zum nächsten Tool, bevor er das letzte verstanden hat. Drei Dinge konsequent nutzen statt dreißig antesten, das wäre sein Upgrade.

Der Pragmatiker

Für den Pragmatiker ist KI ein Werkzeug. Nicht mehr, nicht weniger. Wie ein Akkuschrauber. Man benutzt ihn, wenn man eine Schraube reindrehen muss, nicht weil Schrauben reindrehen toll ist.

Der Pragmatiker liest keine KI-Newsletter. Er folgt keinen AI-Influencern auf X. Er hat ein Tool, es funktioniert, fertig. Wenn jemand fragt, ob er KI nutzt, sagt er: »Manchmal, wenn es Sinn ergibt.« Und meint es genau so.

Im Kern ist der Pragmatiker der Typ, den die KI-Branche am meisten braucht und am wenigsten versteht. Er will keine Revolution. Er will, dass der Bericht bis Freitag fertig ist. Wer produktiver mit KI arbeiten will, kann sich an ihm orientieren.

Der Verweigerer

KI? Nein danke. Der Verweigerer googelt wie 2019 und ist stolz darauf. Er schreibt seine Texte selbst, rechnet im Kopf und findet, dass das alles maßlos übertrieben wird. Was soll an einer Maschine, die halluziniert, bitte intelligent sein?

Manchmal hat er einen Punkt. Nicht jede Aufgabe braucht KI. Nicht jedes Problem wird durch Technologie gelöst. Und ja, manche Dinge macht man besser selbst.

Aber der Verweigerer verpasst auch etwas. Nicht die Revolution, die ihm ständig angekündigt wird, sondern die leisen Verbesserungen, die ihm schlicht Arbeit abnehmen könnten. Ein KI-Einstieg muss keine Bekehrung sein. Manchmal reicht ein einziger Anwendungsfall.

Der Heimliche

Der Heimliche nutzt KI ständig. Beim Schreiben, beim Recherchieren, beim Formulieren schwieriger E-Mails. Aber zugeben? Niemals. Offiziell macht er alles selbst. Seine Texte sind »durchdacht«, seine Präsentationen »sorgfältig recherchiert«, seine Mails »professionell formuliert«.

Sein ChatGPT-Verlauf wäre ein aufschlussreiches Dokument. Aber den wird niemand sehen.

Die Gründe sind unterschiedlich. Manche haben Angst vor Urteilen, manche vor dem Chef, manche vor sich selbst. Das Ergebnis ist dasselbe: Schattenkultur. KI wird genutzt, aber nicht besprochen. Das verhindert, dass Teams voneinander lernen, und es erzeugt eine seltsame Doppelmoral.

Der Kreative

Bilder generieren, Texte remixen, Musik komponieren, der Kreative sieht in KI ein Atelier ohne Öffnungszeiten. Er experimentiert, kombiniert, verwirft, probiert nochmal. Für ihn ist der Prompt kein Befehl, sondern der Anfang eines Gesprächs.

Kreative sind die Gruppe, die am wenigsten mit der Frage »Ersetzt KI meinen Job?« hadert. Weil sie wissen: Das Werkzeug macht nicht die Idee. Es macht die Umsetzung schneller. Und manchmal macht es die Idee besser, weil es Varianten liefert, auf die man selbst nicht gekommen wäre.

Wer sich für Kreativitätstechniken mit KI interessiert, ist vermutlich einer von ihnen.

Der Optimierer

Der Optimierer schreibt keine Prompts. Er engineert sie. Jede Antwort wird bewertet, jeder Parameter getweakt. System Prompts, Temperature, Top-p, Chain of Thought, er weiß, welche Hebel was bewirken. Und er hat Meinungen dazu.

Sein Lieblingswort ist »Workflow«. Sein zweitliebstes »Pipeline«. Er hat Custom Instructions gesetzt, bevor die meisten wussten, dass es so etwas gibt. Seine Bookmarks-Leiste enthält mindestens drei Prompt-Libraries.

Die Stärke des Optimierers: Er holt tatsächlich mehr aus der KI heraus als andere. Seine Schwäche: Er verbringt manchmal mehr Zeit mit der Optimierung als mit der eigentlichen Aufgabe. Prompt Engineering ist für ihn kein Mittel, sondern ein Hobby.

Der Ängstliche

Der Ängstliche hat gelesen, dass KI Jobs vernichtet, die Demokratie gefährdet und möglicherweise die Menschheit auslöscht. Trotzdem fragt er ChatGPT nach Rezepten. Die kognitive Dissonanz ist sein ständiger Begleiter.

Seine Angst ist nicht unbegründet. Die Veränderungen durch KI sind real, und nicht jede davon ist positiv. Aber der Ängstliche neigt dazu, das Worst-Case-Szenario mit der wahrscheinlichen Entwicklung zu verwechseln. Die Zahlen zur KI-Nutzung zeichnen jedenfalls ein nüchterneres Bild als die Schlagzeilen.

Was dem Ängstlichen hilft: Wissen. Wer versteht, wie ChatGPT funktioniert, hat weniger Angst vor dem, was es nicht kann.

Welcher KI-Typ bist du?

Die meisten Menschen sind eine Mischung. Pragmatiker mit einem Schuss Skepsis. Enthusiasten mit heimlichen Selbstzweifeln. Verweigerer, die insgeheim neugierig sind. Die Typen sind keine Schubladen, eher Tendenzen.

Wenn du wissen willst, welcher Typ bei dir dominiert: Hier ist ein kurzer Test. Acht Fragen, keine Anmeldung, kein Tracking. Am Ende bekommst du deinen Typ und die drei stärksten Nebentendenzen.

Die Typen verändern sich übrigens. Wer vor einem Jahr noch Verweigerer war, ist heute womöglich Pragmatiker. Und wer heute Enthusiast ist, wird in zwei Jahren vielleicht Optimierer sein. Oder Skeptiker. Alles ist im Fluß. Das Schöne daran: Es gibt keine falsche Antwort. Nur unterschiedliche Startpunkte.

PS
Die Einteilung ist bewusst vereinfacht. Menschen sind komplexer. Gewisse Muster sind trotzdem erkennbar.

Sven Lennartz Avatar

Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

Bist du bereit für mehr?