Claude KI richtig nutzen: 12 Profi-Tricks aus der Praxis

Claude KI richtig nutzen: 12 Profi-Tricks aus der Praxis

Guckt man sich an, was die Leute mit Claude tun, fällt sofort auf: Die meisten kratzen nur an der Oberfläche. Dabei steckt in dem Modell weit mehr als ein besserer Textgenerator. Hier eine ehrliche Einschätzung, was wirklich funktioniert – und wo die Stolperfallen lauern.

Übrigens: Dieser Artikel wurde von Claude selbst aktualisiert (nicht geschrieben) – via MCP-Schnittstelle direkt in WordPress. Das ist einer der Tricks, die du gleich kennenlernen wirst.

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Was die Profis anders machen

Die meisten nutzen die KI als Google-Ersatz oder als simplen Textgenerator. Dabei verschenken sie riesiges Potenzial. Es geht so viel mehr. Hier sind die Techniken der Power-User:

1. In Paketen denken, nicht in Einzelanfragen

Erfahrene Nutzer planen 3–5 Schritte im Voraus. Statt »Schreib mir einen Blogpost« weisen sie an: »Entwickle erst eine Gliederung, dann schreib den ersten Abschnitt, danach optimieren wir gemeinsam den Stil.« Das Ergebnis wird deutlich besser.

2. Projekte nutzen – Claudes Langzeitgedächtnis

Eine der mächtigsten Funktionen, die viele übersehen: In Projekten kannst du Claude dauerhaft Kontext geben. Dokumente hochladen, Styleguides hinterlegen, Projektbeschreibungen festlegen. Claude behält das alles im Kopf – über beliebig viele Chats hinweg. Für wiederkehrende Aufgaben wie Blogartikel, Buchprojekte oder Kundenkommunikation ist das Gold wert. Du findest die Projekte in der linken Seitenleiste.

3. Memory aktivieren – Claude merkt sich was

Neu und unterschätzt: Claude kann sich jetzt Dinge zwischen Chats merken. Deine Vorlieben, deinen Schreibstil, wiederkehrende Anforderungen. Du musst nicht jedes Mal von vorn erklären, wer du bist und was du brauchst. Die Funktion lässt sich in den Einstellungen aktivieren. Claude fragt dann aktiv nach, ob er sich etwas merken soll.

4. Styles definieren – dein Ton, jedes Mal

Du kannst Claude verschiedene Schreibstile beibringen und speichern. Einen für lockere Blogposts, einen für formelle Geschäftskorrespondenz, einen für Social Media. Einmal eingerichtet, wechselst du mit einem Klick zwischen den Stilen. Keine ewigen Erklärungen mehr, wie der Text klingen soll.

5. Artifacts als gemeinsamen Arbeitsplatz

Die meisten übersehen diese Funktion völlig (oben rechts zu aktivieren). Dabei ist sie Claudes größte Stärke: Dokumente, Code oder Konzepte entstehen als bearbeitbare Objekte, die schrittweise verfeinert werden können. Ohne ständiges Copy-Paste-Chaos. Es gibt sogar eine Änderungshistorie. Allerdings vergisst Claude selbst den Code oder Text, wenn er eine Weile zurückliegt. Du kannst ihn aber neu zur Verfügung stellen – einfach wieder in den Chat kopieren.

6. Webrecherche einschalten

Viele wissen es noch nicht: Claude kann aktuelle Informationen im Web suchen. Gerade bei Trends, Preisen, aktuellen Entwicklungen oder Konkurrenzanalysen ist das Gold wert. Einfach die Recherche aktivieren. Claude trägt dann Quellen zusammen und liefert ein Dossier – mit Quellenangaben.

Claude Oberfläche

7. Computer Use – Claude greift ein

Eine der neuesten Entwicklungen: Claude kann mit externen Tools arbeiten. Dateien erstellen, Code ausführen, mit APIs kommunizieren. Dieser Artikel wurde beispielsweise von Claude selbst in WordPress aktualisiert – über eine MCP-Schnittstelle (Model Context Protocol). Claude liest den bestehenden Artikel, überarbeitet ihn und speichert die Änderungen direkt im CMS. Keine Zwischenablage, kein manuelles Kopieren. Das funktioniert auch mit Google Drive, Notion und anderen Diensten.

8. Claude als kritischen Sparring-Partner behandeln

»Finde Schwächen in meinem Konzept« oder »Welche Einwände könnte es geben?« – die besten Gespräche entstehen, wenn Claude Gegenargumente liefert statt nur zuzustimmen. Das tut er nämlich nur zu gern, wenn du ihn nicht aufforderst, kritisch zu sein.

9. Kontext geben wie einem neuen Kollegen

»Ich arbeite für ein 50-Personen-Unternehmen, wir haben bereits Tool X im Einsatz, das Budget ist knapp« – solche Informationen machen den Unterschied zwischen generischen und maßgeschneiderten Antworten. Je mehr Claude über deine Situation weiß, desto besser werden die Ergebnisse.

10. Mit konkreten Beispielen arbeiten

Statt »Verbessere meinen Schreibstil« liefern Profis ein Textbeispiel und sagen: »Mach das lebendiger und direkter, wie in diesem Vorbild.« Claude lernt aus Beispielen schneller als aus Erklärungen. Zeig ihm konkret, was du am Ende haben willst.

11. Datenanalyse nicht vergessen

Claude kann Tabellen auswerten, Trends berechnen, Visualisierungen erstellen, Code schreiben und ausführen. Viele nutzen nur die Textfunktionen und übersehen das Analyse-Potenzial. Lade eine CSV hoch und lass dir Muster zeigen, die du selbst übersehen hättest.

12. Die Iterationsschleife

Starte mit einem 60%-Entwurf und verfeinere ihn in mehreren Runden. »Mach den Einstieg packender«, dann »Füge mehr Beispiele hinzu«, dann »Straffe den Schluss«. Diese schrittweise Optimierung funktioniert besser als der Versuch, sofort das perfekte Ergebnis zu bekommen. Claude hat keine Probleme damit, dieselbe Sache 5 oder 10 mal zu überarbeiten.

Iterationsschleife Diagramm

Oben: Das Diagramm erzeugte Claude als SVG

Die häufigsten Fehler

Zu vage Anfragen – »Hilf mir bei meinem Marketing« führt zu oberflächlichen Antworten. Konkret werden: Welcher Kanal, welche Zielgruppe, welches Problem genau?

Erste Antwort als Endergebnis akzeptieren – Claude wird durch Nachfragen deutlich besser. »Mach es praxisnäher« oder »Erkläre es für Einsteiger« – die zweite oder dritte Version ist oft die beste.

Alles ungefiltert übernehmen – Claude kann halluzinieren, besonders bei Zahlen, Zitaten und aktuellen Ereignissen. Wenn die KI nichts weiß, erfindet sie gelegentlich etwas – und ist ziemlich überzeugend dabei. Bei wichtigen Entscheidungen: immer gegenchecken.

Das Mindset macht den Unterschied

Die erfolgreichsten Claude-Nutzer sehen die KI nicht als Orakel, sondern als intelligenten Arbeitspartner. Sie stellen Nachfragen, fordern Alternativen, lassen sich Entscheidungen erklären. Kurz: Sie führen echte Gespräche, statt nur simple Befehle zu geben.

Bottom Line: Claude kann viel – aber nur, wenn du weißt, wie du fragst. Die Lernkurve ist zu schaffen, die Ergebnisse lohnen sich. Schau dir auch Claude Code an, das ist Coding im Agentenmodus.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage