Aleph Alpha verhandelt über Fusion mit Cohere

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Aleph Alpha und das kanadische KI-Unternehmen Cohere verhandeln über einen Zusammenschluss. Die Gespräche befinden sich laut Handelsblatt in einem fortgeschrittenen Stadium und laufen seit Anfang 2026. Geplant ist ein gemeinsames Unternehmen mit Standorten in beiden Ländern.

Aleph Alpha gilt als Deutschlands wichtigstes KI-Startup. 2019 in Heidelberg gegründet, sollte es mit eigenen Sprachmodellen eine souveräne europäische Alternative zu OpenAI und Co. aufbauen. Das Unternehmen spielte eine zentrale Rolle in Deutschlands KI-Strategie, die auf digitale Souveränität und technologische Unabhängigkeit setzt.

Die Bundesregierung begleitet den Deal aktiv. Digitalminister Karsten Wildberger nennt einen möglichen Zusammenschluss ein »sehr starkes Signal« und signalisiert Bereitschaft, als Großkunde aufzutreten. Auch eine finanzielle Beteiligung des Bundes wird geprüft. Cohere wird mit rund 7 Milliarden Dollar bewertet, Aleph Alpha liegt weit darunter. Ein Zusammenschluss auf Augenhöhe wäre das nicht.

Aleph Alpha selbst kommentiert zurückhaltend. Gegenüber Reuters heißt es, strategische Gespräche seien in der Branche üblich, man verfolge eine eigenständige Strategie. Cohere, gegründet von Transformer-Miterfinder Aidan Gomez, konzentriert sich wie Aleph Alpha auf KI-Lösungen für Unternehmen.

Hinter den Fusionsgesprächen steht eine turbulente Phase. Aleph Alpha hatte Ende 2023 eine viel beachtete Finanzierungsrunde über 500 Millionen Dollar verkündet, von denen allerdings nur rund 110 Millionen Euro als echtes Eigenkapital flossen. Der Umsatz lag 2023 bei 945.000 Euro. Im Sommer 2024 gab das Unternehmen die Entwicklung eigener großer Sprachmodelle auf und schwenkte auf PhariaAI um, ein Betriebssystem für generative KI.

Im Herbst 2025 folgte der Führungswechsel. Gründer Jonas Andrulis wurde zunächst als Chairman angekündigt, verließ Aleph Alpha im Januar 2026 dann ganz. Die operative Leitung übernahmen Reto Spörri, zuvor bei der Schwarz-Gruppe, und Ilhan Scheer von Accenture. Parallel übernahm die Schwarz-Gruppe die Anteile von Bosch und wurde zum bestimmenden Gesellschafter.

Andrulis gründete im Februar 2026 ein neues Startup namens CNTR, finanziert von Roland Berger. Es entwickelt »kollaborative KI«, die gezielt mit Fachleuten zusammenarbeitet, statt autonom zu entscheiden. Als CTO warb er Alejandro Molina von Apple ab.

Ob die Fusion zustande kommt, ist offen. Was als europäischer Gegenentwurf zu OpenAI begann, ist inzwischen womöglich mehr Industriepolitik als Startup.

Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.

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