Meta hat Muse Spark veröffentlicht, das erste KI-Modell der hauseigenen Superintelligence Labs unter der Leitung von Alexandr Wang, dem ehemaligen CEO von Scale AI. Es ist ein Bruch mit der bisherigen Strategie: Muse Spark ist proprietär. Kein offener Quellcode, kein Download, kein Selbsthosting. Wer das Modell nutzen will, tut das über meta.ai oder die Meta-AI-App. In den kommenden Wochen soll es auch in WhatsApp, Instagram, Facebook und auf den Ray-Ban-Brillen verfügbar sein.
Auf dem Artificial Analysis Intelligence Index erreicht Muse Spark einen Score von 52 und landet damit auf Platz vier, hinter Gemini 3.1 Pro, GPT-5.4 und Claude Opus 4.6. Zum Vergleich: Llama 4 Maverick kam auf 18, Scout auf 13. Meta gibt an, dass Muse Spark dieselbe Leistung mit über einer Größenordnung weniger Rechenaufwand erreicht als sein Vorgänger. Im sogenannten Contemplating-Modus, der mehrere Agenten parallel denken lässt, erzielt das Modell 58 Prozent auf Humanity’s Last Exam. Bei Benchmarks für abstraktes Denken und Programmieren räumt Meta allerdings selbst ein, dass Muse Spark hinter der Konkurrenz zurückbleibt.
Der eigentliche Nachrichtenkern ist nicht das Modell, sondern die Richtungsänderung. Meta war bisher der lauteste Verfechter offener KI-Modelle. Llama wurde millionenfach heruntergeladen und galt als Gegenentwurf zu den geschlossenen Systemen von OpenAI und Google. Dass ausgerechnet Meta jetzt ein proprietäres Modell vorstellt, verschiebt die Koordinaten der gesamten Open-Source-Debatte. Alexandr Wang spricht von »Schritt eins« und kündigt an, künftige Versionen wieder offen zu veröffentlichen. Einen Zeitplan dafür gibt es nicht.
Für KI-Nutzer bedeutet das zunächst: ein weiterer leistungsfähiger Chatbot, erreichbar über Plattformen, die ohnehin fast jeder nutzt. Meta hat mit über 1.000 Ärzten an den Gesundheitsdaten des Modells gearbeitet, was es für medizinische Alltagsfragen interessant machen könnte. Ob Muse Spark im Alltag mit Claude, Gemini oder ChatGPT mithalten kann, wird sich zeigen. Die Benchmarks allein sagen das nicht.
Quellen
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