OpenAI hat am 21. Juli das »ChatGPT for Small Business Program« gestartet. Kleinunternehmer bekommen kostenlose Webinare, persönliche Schulungstage quer durch die USA (»Small Business AI Academies«) und vorkonfigurierte Anbindungen an Dropbox, Shopify, Intuit, Slack, Atlassian und Wix. Herzstück ist der Agent ChatGPT Work auf Basis von GPT-5.6, der laut OpenAI mehrstufige Aufgaben eigenständig abarbeiten soll, inklusive Gedächtnis für Dateien und Workflows.
Zahlen liefert OpenAI gleich mit, wie es sich für ein Werbeprogramm gehört: 78% der Teilnehmer eines internen »Small Business AI Jam« hätten binnen eines Tages einen funktionierenden KI-Workflow gebaut, 42% angeblich mehr als fünf Stunden pro Woche gespart. Ein Firmeninhaber namens Kevin English wird zitiert, ChatGPT habe ihm »mindestens 10 Stunden« bei einem 30-seitigen Handwerkerangebot gespart. Ob das repräsentativ ist oder das übliche Best-of aus der PR-Abteilung, bleibt offen.
Für kleine Betriebe ist das relevanter, als es klingt. Wer keine IT-Abteilung hat, braucht keine neue Funktion, sondern jemanden, der einem zeigt, wie man sie benutzt, ohne gleich das halbe Buchhaltungssystem zu zerschießen. Genau da drückt OpenAI jetzt aufs Gas, während Google und Microsoft mit Workspace und Copilot um dieselbe Zielgruppe buhlen. Wer zwischen den KI-Assistenten noch unentschlossen ist, findet in unserem Vergleich von Claude, ChatGPT und Gemini eine Einordnung ohne Marketing-Brille.
Was fehlt: konkrete Preise. Das Programm klingt großzügig, solange man nicht fragt, was ChatGPT Work kostet, wenn der Einführungsrabatt vorbei ist. Und die Präsenz-Akademien gibt es bislang nur in den USA. Wer in Europa ein kleines Geschäft betreibt, schaut vorerst auf Webinare und PDF-Leitfäden.
Quellen
- OpenAI: Introducing the ChatGPT for small business program
- 9to5Mac: OpenAI launches small business program as it touts 10M ChatGPT Work and Codex users
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