43,5 Prozent aller ChatGPT-Arbeitsanfragen gehören gar nicht zum eigenen Job

KI-News: OpenAI, Task Crossover, 43,5%

OpenAI hat mehr als 800.000 beruflich genutzte ChatGPT-Nachrichten von US-Nutzern ausgewertet und daraus die erste Ausgabe der Reihe »Work at the Frontier« gemacht. Ergebnis: 16,8 Prozent aller Arbeitsnachrichten und 43,5 Prozent der berufsspezifischen Nachrichten drehen sich um Aufgaben, die traditionell zu einem anderen Beruf gehören. OpenAI nennt das Task Crossover. Der Rest der Welt nennt es: Ich frag halt schnell die KI, statt drei Tage auf den Kollegen zu warten.

Die Aufschlüsselung nach Berufsgruppen ist die eigentliche Pointe. Rechnet man generische Tätigkeiten wie Schreiben, Zusammenfassen und Termine raus, entfallen auf berufsfremde Aufgaben 77 Prozent der Anfragen im Kundenservice, 75 Prozent bei Designern, 69 Prozent in der Personalabteilung, 56 Prozent bei Juristen und 53 Prozent im Marketing. Besonders schön ist die Asymmetrie: Designer holen sich massenhaft fremde Aufgaben ins Haus (35,2 Prozent ihrer Nachrichten), aber Designarbeit taucht bei anderen fast nie auf (1,7 Prozent). Engineering ist der umgekehrte Fall, nur 18,5 Prozent Fremdaufgaben, dafür landen technische Tätigkeiten überall sonst auf dem Tisch. Wer Software repariert, ohne dafür eingestellt worden zu sein, ist statistisch in bester Gesellschaft.

Relevant ist das, weil hier sichtbar wird, was der Arbeitsmarkt noch nicht in Stellenanzeigen abbildet. Je kleiner die Firma, desto stärker der Effekt: Bei Workspaces mit zwei bis fünf Plätzen liegt der Anteil berufsfremder Aufgaben bei 18,9 Prozent, bei über hundert Plätzen nur noch bei 16,3 Prozent. Wo keine Spezialisten sitzen, macht es eben der, der gerade davorsteht. Finanzberechnungen und technische Fehlersuche gehören in allen sieben übrigen Berufsgruppen zu den drei häufigsten Fremdaufgaben.

Die Einschränkung liegt in der Absenderadresse. Das sind OpenAI-eigene Nutzungsdaten, nur aus den USA, klassifiziert über die Berufsdatenbank O*NET, und die Studie misst, dass jemand eine Frage stellt, nicht ob die Antwort taugte. Ein Marketer, der die Website debuggt, ist kein Entwickler, er ist ein Marketer mit einer Website, die vielleicht immer noch kaputt ist. Dass ausgerechnet der Anbieter dieser Werkzeuge die Daten liefert, die deren Unentbehrlichkeit zeigen, sollte man beim Lesen mitdenken.

Quellen

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Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.

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