Nvidia-Chef Jensen Huang hat am 24. Juli seinen allerersten Beitrag auf X veröffentlicht. Inhalt: ein offener Brief mit dem Titel »Open Weights and American AI Leadership«, gerichtet gegen mögliche US-Beschränkungen für herunterladbare KI-Modelle. Die Kernthese lautet, dass die USA ihre Führung in der KI nur mit einem offenen Modell-Ökosystem halten, nicht indem sie die besten Systeme hinter geschlossenen APIs wegsperren. Gestartet ist der Brief mit 25 Unterzeichnern. Über Nacht hat sich die Liste auf 50 verdoppelt.
Auf der ersten Fassung standen unter anderem Nvidia, Microsoft, Meta, IBM, Dell, Palantir, Andreessen Horowitz, Hugging Face, Y Combinator, Mozilla, Mistral, Replit, Perplexity und die Linux Foundation. Nachgereicht haben dann ausgerechnet die beiden Häuser, die ihr Geld mit geschlossenen Spitzenmodellen verdienen: OpenAI und Google. Sundar Pichai schrieb dazu »Very happy to support this on behalf of Google« und verwies auf die offenen Gemma-Modelle. DeepMind-Chef Demis Hassabis legte nach, ein starkes und sicheres offenes Ökosystem sei wichtig, Gemma sei über 300 Millionen Mal heruntergeladen worden. Mark Zuckerberg nannte Open Source eine Kraft gegen Zentralisierung, Elon Musk teilte das mit dem Kommentar »Overwhelming support for open source«. Man kann diesen Chor rührend finden oder daran denken, dass ein Unterschriftenblatt nichts kostet.
Für Nutzer geht es hier nicht um Firmenpolitik, sondern um den Werkzeugkasten. Wenn Washington herunterladbare Modelle aus China einschränkt, verschwinden Systeme wie GLM-5.2, Qwen oder Kimi aus der legalen Auswahl. Genau das sind die Modelle, die man ohne Abo lokal betreiben kann, ohne Regionalsperre und ohne dass Daten irgendwo landen. Wer sich fragt, was diese chinesischen Modelle überhaupt taugen, findet die Antwort inzwischen in den Benchmark-Tabellen und nicht mehr in Fußnoten.
Anthropic und Amazon fehlen auf beiden Fassungen des Briefes. Eine Begründung der beiden Unternehmen liegt bislang nicht vor. Damit steht die Branche in einer Frage, die noch vor einem Jahr als Nischenthema galt, sichtbar sortiert: 50 Namen auf der einen Seite, zwei Leerstellen auf der anderen.
Quellen
- Benzinga: Sundar Pichai Backs Jensen Huang’s Open-Weight AI Push as OpenAI Joins Letter, Anthropic and Amazon Remain Notably Absent
- Forbes: Nvidia Open Weights Letter Doubled To 50 Without Amazon And Anthropic
- Benzinga: Nvidia, Meta and 23 Others Put Their Names on Open-Weight AI Letter, Google, Amazon and the Closed Labs Keep Theirs Off
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Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.