Offene KI-Modelle hacken fast so gut wie die teuren

KI-News: 4 bis 7 Monate, GLM-5.2, 0,28 Dollar

Das britische AI Security Institute (AISI) hat am 17. Juli zum ersten Mal öffentlich gemessen, wie weit frei herunterladbare KI-Modelle bei Cyber-Fähigkeiten hinter der geschlossenen Spitze zurückliegen. Ergebnis: vier bis sieben Monate. Im Großteil des Jahres 2025 waren es noch sechs bis zehn. Getestet wurden GLM-5.2 und DeepSeek V4-Pro, zwei Modelle aus China, deren Gewichte jeder auf die eigene Festplatte ziehen kann.

Die Zahl, die wirklich wehtut, ist aber nicht der Zeitabstand, sondern der Preis. Ein Durchlauf durch das simulierte Firmennetz »The Last Ones«, ein Angriff über 32 Schritte und rund 20 Rechner, den ein menschlicher Profi laut AISI in etwa 20 Stunden schafft, kostet mit Opus 4.5 oder 4.6 rund 85 Dollar. Mit GLM-5.2 etwa 46 Dollar. Mit DeepSeek V4-Pro 1,19 Dollar. Pro zuverlässig gelöster Einzelaufgabe stehen 15,17 Dollar bei Opus 4.6 gegen 6,12 Dollar bei GLM-5.2, und 12,50 Dollar bei Opus 4.5 gegen 28 Cent bei DeepSeek. Angriffsfähigkeit zum Preis eines Kaugummis.

Die eingebauten Schutzmaßnahmen der offenen Modelle hat AISI übrigens kaum bemerkt. DeepSeek V4-Pro lehnte gelegentlich Reverse-Engineering-Aufgaben ab, was die Tester schlicht dadurch umgingen, dass sie noch mal fragten. Das ist der Kern des Problems: Monitoring, Klassifikatoren und Nutzersperren setzen voraus, dass jemand die Kontrolle über den Zugang hat. Bei einem Modell, das auf dem Rechner im Keller läuft, hat das niemand. AISI nennt das ein »dauerhaftes und irreversibles Missbrauchsrisiko«, und einmal veröffentlichte Gewichte bekommt man nicht zurück.

Für normale Nutzer heißt das erst mal nichts Dramatisches, für alle mit einem Webserver oder einer Firmen-IT schon. Der Abstand zwischen offen und geschlossen ist die Vorbereitungszeit, in der Verteidiger mit den besseren Werkzeugen ihre Hausaufgaben machen können. Diese Frist ist gerade um ein Drittel kürzer geworden. AISI räumt ein, dass die Cyber-Ranges keine aktiven Verteidiger simulieren und die Tests die offenen Modelle eher unterschätzen, weil keine Optimierung stattfand. Nächster Prüfling ist Kimi K3, dessen Gewichte für Ende Juli angekündigt sind. Man darf gespannt sein, ob dann noch vier Monate übrig bleiben.

Mehr Hintergrund zu den getesteten Modellen gibt es im Überblick zur chinesischen KI, und wer wissen will, was offene Modelle auf dem eigenen Rechner leisten, findet das in Eigene KI auf dem Rechner.

Quellen

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Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.

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