»Open Source« heißt bei chinesischen Laboren inzwischen: hier sind die kompletten Gewichte, macht damit, was ihr wollt. Z.ai, früher als Zhipu AI bekannt, hat GLM-5.2 veröffentlicht und die vollen Gewichte unter MIT-Lizenz auf Hugging Face gelegt. Das Modell schlägt OpenAIs GPT-5.5 auf mehreren Coding-Benchmarks und kostet dabei rund ein Sechstel.
Unter der Haube steckt ein Mixture-of-Experts mit 753 Milliarden Parametern, von denen pro Anfrage nur etwa 40 Milliarden aktiv sind. Das Kontextfenster ist von 200.000 auf eine Million Token gewachsen, genug, um eine ganze Codebasis am Stück einzulesen. Auf SWE-bench Pro erreicht GLM-5.2 62,1 Punkte und liegt damit vor GPT-5.5 mit 58,6 und dem eigenen Vorgänger GLM-5.1 mit 58,4. Auf Terminal-Bench 2.1 sind es 81,0, nur vier Punkte hinter Claude Opus 4.8.
Für Nutzer ist die Lizenz das eigentliche Ereignis, nicht die Nachkommastelle im Benchmark. MIT bedeutet: herunterladen, lokal laufen lassen, kommerziell einsetzen, ohne Anwalt. Wer das Modell selbst hostet, schickt keine Daten nach Peking. Wer dagegen die bequeme API von Z.ai nutzt, sollte wissen, dass die Daten dann eben dort landen. Das ist der Haken, den die Benchmark-Tabellen gern weglassen.
Z.ai zieht das Tempo an, GLM-5, GLM-5.1 und jetzt GLM-5.2 in wenigen Monaten. Ob 62,1 statt 58,6 im Alltag spürbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber ein offenes Modell, das die teuren Closed-Source-Flaggschiffe beim Programmieren ärgert, verschiebt die Frage, wofür man überhaupt noch zahlt.
Quellen
- GitHub: GLM-5 – From Vibe Coding to Agentic Engineering
- VentureBeat: Z.ai’s open-weights GLM-5.2 beats GPT-5.5 on multiple long-horizon coding benchmarks for 1/6th the cost
- Crypto Briefing: Z.AI’s GLM-5.2 outperforms GPT-5.5 on coding benchmarks at one-sixth the cost
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