
Heerführer der griechischen Antike waren mehr als bloße Befehlshaber. Sie waren Könige, Strategen, Reformer und manchmal Abenteurer, deren Entscheidungen auf dem Schlachtfeld die Geschichte Europas geprägt haben. Manche kennt man aus dem Geschichtsunterricht, andere aus dem Kino. Hier sind 39 von ihnen.
Die Liste: 39 Heerführer und Krieger
Die Liste reicht von mythologischen Helden wie Achilles und Odysseus bis zu historisch belegten Feldherren wie Alexander dem Großen und Epaminondas. Alphabetisch sortiert, mit einer kurzen Einordnung, wofür sie bekannt waren.
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- Achilles – Held des Trojanischen Krieges, bester Kämpfer der Griechen vor Troja. Mythologische Figur, aber für die Griechen so real wie Leonidas für uns.
- Agesilaos II. – Spartanischer König, führte Feldzüge in Kleinasien und Griechenland. Hielt Sparta noch einmal an der Spitze, als die Macht längst bröckelte.
- Aias der Große – Nach Achilles der stärkste griechische Krieger vor Troja. Sein Streit mit Odysseus um die Waffen des Achilles endete tragisch.
- Alexander der Große – Makedonischer König, eroberte bis zu seinem Tod mit 32 Jahren ein Reich von Griechenland bis Indien. Womöglich der erfolgreichste Feldherr aller Zeiten. Seine Geschichte im Detail
- Alkibiades – Athenischer Staatsmann und General, brillant und unberechenbar. Wechselte im Peloponnesischen Krieg mehrfach die Seiten.
- Antigonos I. Monophthalmos – Einäugiger Feldherr aus den Diadochenkriegen, versuchte Alexanders Reich zusammenzuhalten. Scheiterte, aber eindrucksvoll.
- Aristides der Gerechte – Athenischer Stratege in den Perserkriegen, bekannt für seine Integrität. Soll so gerecht gewesen sein, dass sogar seine Feinde ihn respektierten.
- Brasidas – Spartanischer Offizier im Peloponnesischen Krieg, ungewöhnlich für einen Spartaner: diplomatisch begabt und bei den Verbündeten beliebt.
- Chabrias – Athenischer Admiral und General, bekannt für seine innovativen Verteidigungstaktiken.
- Demosthenes – Athenischer General (nicht zu verwechseln mit dem Redner), plante kühne Operationen im Peloponnesischen Krieg. Sein Erfolg bei Pylos war ein Wendepunkt.
- Diomedes – König von Argos, einer der tapfersten Kämpfer vor Troja. Verwundete im Kampf sogar die Götter Ares und Aphrodite, jedenfalls laut Homer.
- Epaminondas – Thebanischer General, revolutionierte die griechische Kriegsführung mit der schiefen Schlachtordnung. Brach Spartas militärische Vorherrschaft in der Schlacht bei Leuktra (371 v. Chr.).
- Eumenes von Kardia – Grieche unter lauter Makedonen, einer der fähigsten Strategen nach Alexanders Tod.
- Gylippus – Spartanischer General, dessen Eingreifen in Sizilien die athenische Expedition vor Syrakus zum Desaster machte.
- Hektor – Trojas bester Krieger, Gegenspieler des Achilles. Kein Grieche im engeren Sinne, aber untrennbar mit der griechischen Mythologie verbunden.
- Iphikrates – Athenischer General, reformierte die leichte Infanterie und machte die Peltasten zur ernsthaften Waffe.
- Kimon – Athenischer Staatsmann und Admiral, trieb die Perser nach den großen Schlachten weiter zurück und sicherte Athens Seeherrschaft.
- Kleomenes I. – Spartanischer König, erweiterte Spartas Einfluss durch geschickte Bündnispolitik und militärische Interventionen.
- Konon – Athenischer Admiral, baute nach der Niederlage im Peloponnesischen Krieg die athenische Flotte mit persischer Hilfe wieder auf.
- Leonidas I. – König von Sparta, fiel in der Schlacht bei den Thermopylen (480 v. Chr.) mit 300 Spartanern gegen die persische Übermacht. Wurde zum Symbol des Widerstands.
- Lysander – Spartanischer Admiral, dessen Sieg bei Aigospotamoi (405 v. Chr.) den Peloponnesischen Krieg entschied.
- Miltiades – Athenischer General, führte die Griechen zum Sieg in der Schlacht von Marathon (490 v. Chr.). Nach seinem Triumph fiel er in Ungnade. Athen war so.
- Nicias – Athenischer Politiker und General, vorsichtig bis zur Lähmung. Sein Zögern in Sizilien kostete Athen eine ganze Armee.
- Odysseus – König von Ithaka, der listigste aller griechischen Anführer vor Troja. Erfand das Trojanische Pferd und brauchte zehn Jahre, um nach Hause zu kommen. Seine Irrfahrt im Detail
- Pausanias – Spartanischer Regent und Feldherr, führte die Griechen zum entscheidenden Sieg bei Plataiai (479 v. Chr.).
- Pelopidas – Thebanischer General, kämpfte an der Seite des Epaminondas für Thebens Aufstieg. Starb im Kampf, wie es sich für einen griechischen Helden gehört.
- Perikles – Athenischer Staatsmann und Stratege, unter dem Athen seine kulturelle und militärische Blütezeit erlebte. Eher Politiker als Feldherr, aber beides zugleich.
- Perseus von Makedonien – Letzter König Makedoniens, verlor gegen Rom in der Schlacht von Pydna (168 v. Chr.). Damit endete eine Ära.
- Philipp II. von Makedonien – Vater Alexanders des Großen, reformierte das makedonische Heer und einigte Griechenland unter seiner Führung. Ohne Philipp kein Alexander.
- Phormio – Athenischer Admiral, gewann mit unterlegener Flotte gegen die Peloponnesier. Bewies, dass Taktik wichtiger ist als Überzahl.
- Ptolemaios I. Soter – General Alexanders, sicherte sich nach dessen Tod Ägypten. Gründer der Ptolemäer-Dynastie und der Bibliothek von Alexandria.
- Pyrrhus von Epirus – König von Epirus, brillanter Taktiker. Seine Siege gegen Rom waren so verlustreich, dass sein Name zum Sprichwort wurde: Pyrrhussieg.
- Seleukos I. Nikator – General unter Alexander, gründete nach dessen Tod das Seleukidenreich, das von Syrien bis an die Grenzen Indiens reichte.
- Themistokles – Athenischer Politiker und Admiral, überzeugte Athen zum Flottenbau und führte die Griechen zum Sieg bei Salamis (480 v. Chr.). Wurde später verbannt. Auch das war typisch Athen.
- Thrasibulos – Athenischer General und Demokrat, stürzte die Dreißig Tyrannen und stellte 403 v. Chr. die Demokratie in Athen wieder her.
- Timoleon – Korinthischer Feldherr, befreite Sizilien von Tyrannen und legte danach freiwillig seine Macht nieder. Eine seltene Geste.
- Timotheos – Athenischer General im 4. Jahrhundert v. Chr., erweiterte Athens Einfluss in der Ägäis und galt als einer der besten Strategen seiner Generation.
- Xanthippos – Athenischer General, führte die Flotte bei Mykale (479 v. Chr.) zum Sieg über die Perser. Vater des Perikles.
- Xenophon – Athenischer Offizier und Schriftsteller, führte 10.000 griechische Söldner auf einem legendären Rückzug durch Persien. Sein Bericht Anabasis ist eines der ältesten Abenteuer der Weltliteratur.

Was diese Heerführer besonders macht
Hinter den Namen stecken ein paar bemerkenswerte Details, die man sich leicht merkt.
Leonidas und die 300: In der Schlacht bei den Thermopylen (480 v. Chr.) hielt Leonidas mit 300 Spartanern und einigen tausend Verbündeten ein gewaltiges persisches Heer auf. Herodot schätzte es auf über eine Million Mann, moderne Historiker rechnen mit 100.000 bis 150.000. Leonidas wusste, dass er sterben würde. Er ging trotzdem.

Miltiades und der Marathon: Nach dem Sieg bei Marathon (490 v. Chr.) soll ein Bote namens Pheidippides die 42 Kilometer nach Athen gelaufen sein, um die Nachricht zu überbringen. Er schaffte es. Und brach dann tot zusammen. Der moderne Marathonlauf geht auf diese Geschichte zurück.
Themistokles und die Silberminen: Als in Laurion neue Silbervorkommen entdeckt wurden, wollten die Athener das Geld unter sich aufteilen. Themistokles überzeugte sie stattdessen, 200 Kriegsschiffe zu bauen. Diese Flotte rettete Griechenland bei Salamis. Ohne Themistokles‘ Überzeugungskraft sähe Europa womöglich anders aus.
Alexander und die Zahlen: Mit 32 Jahren hatte Alexander ein Reich von rund 5,2 Millionen Quadratkilometern erobert, drei Kontinente, dutzende Schlachten, keine einzige Niederlage. Er starb in Babylon, vermutlich an Fieber. Die Todesursache ist bis heute umstritten.
Xenophons Rückzug: Nach der verlorenen Schlacht bei Kunaxa (401 v. Chr.) saßen 10.000 griechische Söldner mitten in Persien fest. Xenophon übernahm die Führung und brachte sie durch feindliches Gebiet bis ans Schwarze Meer. Als die Soldaten das Wasser erblickten, riefen sie »Thalatta! Thalatta!« (»Das Meer! Das Meer!«). Sein Bericht darüber gehört zu den ältesten Abenteuerbüchern der Welt.
Was fällt auf?
Auffällig ist, dass viele der besten Feldherren Athens am Ende verbannt, verurteilt oder politisch ruiniert wurden. Miltiades, Themistokles, Alkibiades, Kimon, die athenische Demokratie belohnte militärischen Erfolg selten mit Dankbarkeit. Sparta war da einfacher gestrickt: Wer gewann, blieb König. Wer verlor, blieb es meistens auch.
Die mythologischen Figuren in der Liste, Achilles, Odysseus, Aias, Hektor, Diomedes, sind streng genommen keine historischen Personen. Aber für die Griechen waren sie real. Jeder Feldherr maß sich an ihnen. Alexander schlief angeblich mit einer Abschrift der Ilias unter dem Kopfkissen. Die Grenze zwischen Mythos und Geschichte war fließend, und das galt auch auf dem Schlachtfeld.