40 wichtige Frauen der griechischen Mythologie, die als Menschen und nicht als Göttinnen gelten

40 wichtige Frauen der griechischen Mythologie, die Menschen und nicht als Göttinnen gelten

Starke Frauen gab es schon bei den antiken Griechen. Das ist kein neuzeitliches Wunschdenken, sondern tatsächlich überliefert. Ohne sie ginge vieles nicht, da mögen die großen Helden stark gewesen sein wie sie wollten …

Sie waren treue Ehefrauen, Leidensgenossinnen, widerständig und manchmal von außergewöhnlichem Mut, die Damen der griechischen Mythologie, der Legenden und der tatsächlichen Geschichte. Hier sind vierzig von ihnen.

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Liste mythologischer Frauen der griechischen Antike

  1. Alkestis – Opferte sich für ihren Ehemann Admetos und wurde später von Herakles aus dem Totenreich zurückgeholt.
  2. Andromache – Ehefrau des trojanischen Helden Hektor.
  3. Andromeda – Wurde von Perseus vor einem Seeungeheuer gerettet.
  4. Antigone – Bekannt für ihren Widerstand gegen König Kreon.
  5. Arachne – Eine talentierte Weberin, die in eine Spinne verwandelt wurde.
  6. Ariadne – Tochter des Königs Minos von Kreta. Sie gab Theseus den berühmten Faden, mit dem er aus dem Labyrinth des Minotaurus fand. Theseus ließ sie danach auf Naxos zurück. Nicht gerade galant.
  7. Atalante – Eine Jägerin, die sich weigerte zu heiraten, es sei denn, ihr Bewerber konnte sie in einem Rennen besiegen. Einem gewissen Hippomenes gelang das. Die Verlierer brachte Atalante allesamt um.
  8. Briseis – Eine trojanische Gefangene, um die Achilles und Agamemnon stritten.
  9. Kassandra – Eine trojanische Prinzessin mit der Gabe der Prophezeiung, die niemand glaubte.
  10. Kirke – Zauberin auf der Insel Aiaia, verwandelte die Gefährten des Odysseus in Schweine. Später wurde sie seine Geliebte. So konnte es gehen.
  11. Klytaimnestra – Ehefrau von Agamemnon, bekannt für ihre Rache an ihm.
  12. Danaë – Mutter von Perseus, durch Zeus in Form von goldenem Regen geschwängert.
  13. Deianeira – Ehefrau des Herakles, unabsichtlich verantwortlich für seinen Tod.
  14. Elektra – Zentrale Figur in mehreren antiken Tragödien, bekannt für ihren Wunsch nach Rache für den Mord an ihrem Vater Agamemnon.
  15. Eurydike – Ehefrau von Orpheus, die in die Unterwelt ging.
  16. Hekabe (auch Hekuba) – Königin von Troja, Ehefrau von Priamos.
  17. Helena – Die Schöne, deren Entführung zum Trojanischen Krieg führte.
  18. Iphigenie – Tochter von Agamemnon, deren Opferung von Artemis verlangt wurde.
  19. Jokaste – Mutter und später Ehefrau von Ödipus.
  20. Leda – Mutter von Helena und den Dioskuren, verführt von Zeus in Schwanengestalt.
  1. Medea – Helferin und später Ehefrau von Jason, dem Argonauten, bekannt für ihre grausame Rache.
  2. Niobe – Königin von Theben. Prahlte, sie habe mehr Kinder als Leto. Apollo und Artemis töteten daraufhin alle vierzehn. Niobe wurde zu Stein, während sie trauerte.
  3. Pandora – Die erste Frau in der griechischen Mythologie, brachte Leid über die Menschheit.
  4. Penelope – Treue Ehefrau des Odysseus.
  5. Phaidra (Phädra) – Ehefrau von Theseus, verliebte sich in ihren Stiefsohn Hippolytos.
  6. Polyxena – Jüngste Tochter von König Priamos von Troja, geopfert an Achills Grab.
  7. Semele – Mutter von Dionysos, verbrannte, als sie Zeus in seiner wahren Form sah.
  8. Thetis – Meernymphe und Mutter von Achilles.
  9. Antiope – Eine Amazone, die von Theseus entführt wurde.
  10. Hippolyte – Königin der Amazonen, besaß einen Gürtel, den Herakles holen musste.
  11. Ismene – Schwester von Antigone, Tochter von Ödipus.
  12. Nausikaa – Prinzessin der Phaiaken, die Odysseus half, nach Hause zurückzukehren.
  13. Omphale – Königin von Lydien, Herakles wurde ihr als Sklave übergeben.
  14. Psyche – Eine Sterbliche, die die Liebe von Eros gewann und schließlich zur Göttin wurde.
  15. Kreusa – Ehefrau von Aeneas in einigen Legenden.
  16. Laodamia – Blieb ihrem gefallenen Ehemann Protesilaos treu.
  17. Merope – Eine der Plejaden, Ziehmutter von Ödipus.
  18. Myrrha – Verwandelte sich in einen Myrrhenbaum, Mutter von Adonis.
  19. Persephone – Wurde zur Königin der Unterwelt. Obwohl sie oft als Göttin gilt, hat sie eine zutiefst menschliche Geschichte.
  20. Tyro – Mutter von Neleus und Pelias, bekannt für ihre tragische Liebesgeschichte.

Einige dieser Figuren bewegen sich an der Grenze zwischen Mythologie und Menschlichkeit, wie Persephone, die in vielen Geschichten durchaus menschliche Erfahrungen und Emotionen zeigt. Mythologie für Eilige: Tutor’s Chat: 15 Fragen & Antworten rund um Homer

Was macht diese Frauen so interessant?

Die griechische Mythologie bietet neben den bekannten moralischen Lehren auch einige Details, die diese Frauenfiguren in einem anderen Licht erscheinen lassen. Womöglich sogar in einem moderneren.

  • Atalante war nicht nur für ihre Schnelligkeit bekannt, sondern auch dafür, dass sie an der Jagd auf den Kalydonischen Eber teilnahm. Ein Abenteuer, das üblicherweise Helden vorbehalten war. Sie erlegte den Eber als Erste, je nach Version der Geschichte.
  • Arachne gilt als die erste bekannte Weberin in der Mythologie, deren Fähigkeiten so groß waren, dass sie es wagte, sich mit einer Göttin zu messen. Ihre Geschichte ist im Kern einer der ältesten überlieferten künstlerischen Wettbewerbe.
  • Psyches Abenteuer umfassen eine Reise in die Unterwelt, eine Aufgabe, die normalerweise heroischen Männern vorbehalten ist. Ihre Geschichte betont innere Stärke und Ausdauer, die Antike kannte das also bereits.
  • Andromeda wurde nicht nur gerettet, sondern spielte auch eine zentrale Rolle in der Gründung einer königlichen Linie, die Persien und Ägypten umfasste. Ihre Bedeutung geht über die Rettung durch Perseus hinaus.
  • Kassandras Gabe der Prophezeiung wurde ihr von Apollo verliehen, der sie dann verfluchte, weil sie seine Avancen zurückwies. Recht behalten und trotzdem nicht gehört werden. Schlimmer geht es kaum.
  • Medea war eine ebenso begabte wie grausame Zauberin, deren Kenntnisse in Kräuterkunde und Magie ihr ermöglichten, einen Drachen zu zähmen, der das Goldene Vlies bewachte. Einfallsreichtum und Rücksichtslosigkeit lagen bei ihr dicht beieinander.
  • Penelopes Weberei als Mittel, ihre Freier zu täuschen, während sie auf Odysseus‘ Rückkehr wartete, ist ein Paradebeispiel für List und Intelligenz. Sie war schlicht klug genug, ihre eigene Rettungsgeschichte selbst zu schreiben.
  • Antigones Entschlossenheit, ihren Bruder gegen das Verbot zu begraben, zeigt nicht nur Mut, sondern auch die Bedeutung von Familienbanden und rituellen Bräuchen in der antiken griechischen Gesellschaft.
  • Deianeiras Geschichte mit dem Nessoshemd ist tragische Ironie in Reinform: Ihre Versuche, die Liebe zu bewahren, führen zu Verlust und Tod.
  • Helena von Troja wird oft für den Trojanischen Krieg verantwortlich gemacht. In einigen Geschichten ist sie aber auch Opfer der Götter und ihrer eigenen Schönheit. Das macht ihre Figur womöglich komplexer als die der meisten männlichen Helden.
  • Elektras Rolle in der Rache für den Mord an ihrem Vater zeigt die Bedeutung der Blutrache in der antiken Gesellschaft. Frauen konnten aktiv an solchen Handlungen teilnehmen, das ging über ihre übliche Rolle weit hinaus.
  • Klytaimnestra wird oft als Schurkin dargestellt. Ihre Handlungen lassen sich aber auch als Versuch lesen, Autonomie in einer von Männern dominierten Welt zu erlangen und Gerechtigkeit für den Opfertod ihrer Tochter zu suchen.
  • Hippolyte und die Amazonen: Die Amazonen, ein Stamm kriegerischer Frauen unter der Führung von Königin Hippolyte, repräsentieren weibliche Stärke und Unabhängigkeit. Sie lebten ohne die Hilfe von Männern und waren für ihre Fähigkeiten im Kampf berühmt. Im Kern fordern die Amazonen traditionelle Geschlechterrollen heraus.
  • Leda: Oft nur als Mutter von Helena und den Dioskuren bekannt, zeigt ihre Geschichte die komplexe Dynamik zwischen Sterblichen und Göttern. Ihre Kinder spielten entscheidende Rollen in vielen Mythen und Heldensagen, was Ledas Einfluss indirekt, aber bedeutsam macht.
  • Iphigenie: In einigen Versionen wird sie nicht geopfert, sondern von Artemis gerettet und zu einer Priesterin gemacht. Ihre Geschichte handelt von Transformation und Überleben. Jedenfalls in den Versionen, die gut ausgehen.
  • Psyche: Ihre Reisen und Prüfungen, um die Liebe von Eros zurückzugewinnen, zeigen ihre Fähigkeit, göttliche Herausforderungen zu überwinden. Psyches Geschichte ist eine der wenigen, die mit einer Sterblichen endet, die zur Unsterblichkeit erhoben wird.
  • Antiope, eine andere Amazone, die von Theseus entführt wurde, zeigt die Ambivalenz der griechischen Mythen gegenüber starken Frauen. Ihre Geschichte, die oft als romantische Vereinigung dargestellt wird, lässt sich auch als Darstellung weiblicher Widerstandsfähigkeit lesen.
  • Nausikaa: Ihre Begegnung mit Odysseus zeigt Weisheit und Mitgefühl. Sie hilft ihm nicht nur, sondern demonstriert auch diplomatisches Geschick, indem sie ihn anweist, wie er am besten die Gunst ihrer Eltern gewinnen kann.
  • Penelope: Ihre List, das Weben ihres Tuches tagsüber und das Auftrennen nachts, ist ein Zeichen ihres strategischen Denkens. Penelopes Treue und Geduld sind legendär. Aber es ist ihre Klugheit, die sie zu einer der denkwürdigsten Figuren der griechischen Mythologie macht.

Pandora

Pandora wurde in der griechischen Mythologie als Frau von menschlicher Gestalt dargestellt. Sie ist berühmt für die Geschichte der »Büchse der Pandora«, obwohl in den ursprünglichen Mythen eigentlich von einem Krug (Pithos) die Rede ist. Pandora wurde von den Göttern des Olymps erschaffen, als Teil eines Plans von Zeus, die Menschheit zu bestrafen, nachdem Prometheus ihnen das Feuer gebracht hatte.

Nach der Mythologie wurde Pandora mit Gaben von verschiedenen Göttern ausgestattet, um sie unwiderstehlich zu machen. Hephaistos formte sie aus Ton und gab ihr menschliche Züge, Athene gab ihr Kleidung, Aphrodite verlieh ihr Schönheit. Hermes verlieh ihr Neugier und List. Sie wurde dann mit einem Krug (oder einer Büchse) zu Epimetheus geschickt, dem Bruder von Prometheus, mit der Anweisung, ihn niemals zu öffnen. Getrieben von Neugier und trotz der Warnungen öffnete Pandora den Krug, woraus alle Übel der Welt entwichen. Nur die Hoffnung blieb am Boden zurück, als sie den Deckel wieder schloss.

Pandoras Geschichte ist hintergründig und symbolisch. Sie wird oft als erste Frau der griechischen Mythologie betrachtet, ähnlich der biblischen Eva. Ihre Erschaffung und Handlung führen zur Einführung von Leid in die Welt, die bis dahin frei von Übeln war. So musste es wohl kommen. Schönen Dank auch, Pandora!

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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