OpenAI in Zahlen — Umsatz, Nutzer, Bewertung und Verluste

OpenAI in Zahlen — Umsatz, Nutzer, Bewertung und Verluste

OpenAI veröffentlicht keine testierten Geschäftszahlen. Was öffentlich bekannt ist, stammt aus Unternehmensmitteilungen, aus Berichten über interne Dokumente und aus Schätzungen von Analysehäusern. Es geht um gewaltige Summen. Diese Seite trägt die Zahlen zusammen, die sich belegen lassen, und nennt zu jeder die Quelle.

Stand ist der Juli 2026. Wo Quellen sich widersprechen, stehen beide Werte nebeneinander.

Umsatz und Wachstum

Der annualisierte Umsatz lag Mitte 2026 bei rund 25 Milliarden Dollar. OpenAI selbst gibt die monatliche Größenordnung mit etwa 2 Milliarden Dollar an. Die Entwicklung davor: 3,7 Milliarden für das Gesamtjahr 2024, 21,4 Milliarden zum Ende des Jahres 2025.

OpenAI ist ein US-amerikanisches KI-Unternehmen mit Sitz in San Francisco, gegründet 2015 als Non-Profit von Sam Altman, Elon Musk und anderen. Seit Oktober 2025 als Public Benefit Corporation organisiert, kontrolliert von der OpenAI Foundation. Bekannt für ChatGPT und die GPT-Modellfamilie.

Zur Zusammensetzung gibt es zwei unterschiedliche Angaben. Eine Aufschlüsselung nennt rund 17 Milliarden aus ChatGPT-Abonnements, 6,5 Milliarden aus der API und 1,5 Milliarden aus Sora und Lizenzen. Eine andere Rechnung kommt auf etwa 70 Prozent Abonnements, 25 Prozent API und 5 Prozent übrige Erlöse. Beide Quellen beziehen sich auf Berichte des Branchendiensts The Information.

OpenAI in Zahlen — Umsatzentwicklung 2023 bis 2026 als Balkendiagramm

Annualisierter Umsatz von OpenAI, 2023 bis Mitte 2026.

Nutzerzahlen

Die letzte offizielle Angabe von OpenAI stammt vom 27. Februar 2026 und nennt 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Eine neuere Zahl hat das Unternehmen bis Juli 2026 nicht veröffentlicht.

Zeittafel — OpenAI auf einen Blick
2015Gründung als Non-Profit durch Sam Altman, Elon Musk, Ilya Sutskever und andere
2018Elon Musk verlässt den Vorstand wegen möglicher Interessenkonflikte mit Tesla
2019Gründung der For-Profit-Tochter (Capped Profit), Microsoft investiert 1 Mrd. USD
2020GPT-3 erscheint, erste kommerziell nutzbare API
2022ChatGPT geht live (30. November), erreicht 100 Mio. Nutzer in zwei Monaten
2023GPT-4. Board-Krise im November, Altman kurzzeitig entlassen und zurückgeholt
2024GPT-4o. Umsatz für das Gesamtjahr 3,7 Mrd. USD
2025GPT-5 (August). Umwandlung in Public Benefit Corporation (Oktober). Umsatz zum Jahresende 21,4 Mrd. USD
Feb. 2026900 Mio. wöchentliche Nutzer gemeldet, Finanzierungsrunde angekündigt
März 2026Finanzierungsrunde über 122 Mrd. USD schließt, Bewertung 852 Mrd. USD
Juni 2026Vertrauliche S-1-Einreichung bei der SEC (8. Juni)
Juli 2026GPT-5.6 in drei Varianten veröffentlicht (9. Juli)

Die Entwicklung davor, jeweils nach Angaben von OpenAI: 200 Millionen im August 2024, 400 Millionen im Februar 2025, rund 700 Millionen im Juli 2025, mehr als 800 Millionen im Dezember 2025.

Unabhängig davon meldete das Analyseunternehmen Sensor Tower im Juni 2026, die ChatGPT-App habe die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer überschritten. Wöchentliche und monatliche Werte messen Unterschiedliches und lassen sich nicht direkt vergleichen.

Bei den zahlenden Kunden nennt OpenAI mehr als 50 Millionen Privatabonnenten und über 9 Millionen zahlende Geschäftsnutzer. Die Marke von einer Million Geschäftskunden wurde im November 2025 überschritten.

Bewertung und Finanzierung

Die Bewertung liegt bei 852 Milliarden Dollar. Sie stammt aus einer Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar, die am 31. März 2026 schloss. Angekündigt worden war die Runde im Februar zunächst mit 110 Milliarden.

Die Bewertungsschritte davor: 157 Milliarden im Oktober 2024, 300 Milliarden im März 2025, 500 Milliarden im Oktober 2025 über einen Mitarbeiterverkauf. Insgesamt hat OpenAI nach Angaben des Datendiensts Tracxn rund 180 Milliarden Dollar über vierzehn Runden aufgenommen.

Bezogen auf 25 Milliarden Umsatz entspricht die Bewertung etwa dem 34-Fachen des Jahresumsatzes.

Seit Mai 2026 ist OpenAI nicht mehr das höchstbewertete private KI-Unternehmen. Anthropic schloss am 28. Mai eine Runde über 65 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 965 Milliarden ab und meldete einen annualisierten Umsatz von über 47 Milliarden.

Verluste und Kosten

Zu den Verlusten kursieren mehrere Zahlen, die sich in der Größenordnung deutlich unterscheiden.

Interne Prognosen, über die seit Ende 2025 berichtet wird, nennen einen Nettoverlust von rund 14 Milliarden Dollar für 2026. Das Analysehaus Sacra schätzt den Mittelabfluss dagegen auf etwa 27 Milliarden für 2026 und 63 Milliarden für 2027, also ungefähr das Doppelte früherer Schätzungen. Grund ist ein im Mai 2026 neu verhandelter Vertrag mit Microsoft. Andere Schätzungen liegen bei 17 Milliarden und darüber.

Für das erste Quartal 2026 berichtete The Information anhand interner Unterlagen von 3,7 Milliarden Mittelabfluss bei 5,7 Milliarden Umsatz. Getrennt davon wird die operative Marge für dasselbe Quartal mit minus 122 Prozent angegeben; die beiden Werte stammen aus unterschiedlichen Aufstellungen und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Die Bruttomarge betrug 33 Prozent im Jahr 2025, erholte sich im ersten Quartal 2026 auf rund 39 Prozent, das interne Ziel für Ende 2026 liegt bei 52 Prozent.

Inferenzkosten sind die Rechenkosten, die bei jeder einzelnen Antwort eines Sprachmodells anfallen. Sie unterscheiden sich vom Training, das einmalig und vorab stattfindet. Weil Inferenzkosten mit der Nutzung mitwachsen, steigen sie bei kostenlosen Angeboten proportional zur Nutzerzahl.

Den Zeitpunkt für den ersten positiven Mittelzufluss gibt OpenAI intern mit 2029 an, externe Schätzungen nennen eher 2030. Der kumulierte Mittelabfluss bis 2029 wird auf rund 115 Milliarden Dollar veranschlagt. Die Umsatzprognose für 2030 liegt bei etwa 200 Milliarden Dollar.

Eigentümerstruktur

OpenAI wurde 2015 als gemeinnützige Organisation gegründet und erhielt 2019 eine gewinnbeschränkte Tochtergesellschaft. Im Oktober 2025 wurde diese Konstruktion in eine Public Benefit Corporation umgewandelt, die OpenAI Group PBC. Die gemeinnützige Muttergesellschaft, jetzt OpenAI Foundation, behält die Kontrolle.

Microsoft hält nach der Umstrukturierung rund 27 Prozent. Der Anteil der OpenAI Foundation wird mit etwa 130 Milliarden Dollar beziffert, mit weiteren Anteilen bei künftigen Bewertungsstufen. Zu den Anteilen von SoftBank und Mitarbeitern gibt es keine einheitlich bestätigten Werte.

Der neu verhandelte Microsoft-Vertrag vom Mai 2026 deckelt die Umsatzbeteiligung bis 2030 auf 38 Milliarden Dollar; Microsoft behält Weiterverkaufsrechte bis 2032. OpenAI hat sich zu Azure-Rechenleistung im Umfang von bis zu 250 Milliarden Dollar verpflichtet.

Am 8. Juni 2026 reichte OpenAI vertraulich einen Entwurf für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Ein Termin steht nicht fest. Berichte von Ende Juni deuten auf eine Verschiebung ins Jahr 2027. Die angestrebte Bewertung liegt bei über einer Billion Dollar.

Die Modelle

GPT-3 erschien 2020 als erstes kommerziell nutzbares Modell der Reihe, GPT-4 folgte 2023 mit multimodalen Fähigkeiten, GPT-5 im August 2025. Danach folgten in kurzen Abständen GPT-5.2, GPT-5.4 (5. März 2026) und GPT-5.5.

Das aktuelle Modell ist GPT-5.6, veröffentlicht am 9. Juli 2026 in drei Varianten. Sol ist die leistungsfähigste, Terra liegt dazwischen, Luna ist auf Geschwindigkeit und niedrige Kosten ausgelegt. Der Rollout erfolgte gestaffelt. Am 26. Juni ging das Modell zunächst nur an etwa zwanzig ausgewählte Partner, auf Bitte der US-Regierung und begleitet von Sicherheitsprüfungen. OpenAI erklärte dazu, ein solches Vorgehen solle nicht zum Standard werden.

GPT steht für Generative Pre-trained Transformer. Der Begriff bezeichnet die Modellfamilie von OpenAI, die auf der Transformer-Architektur basiert und mit großen Textmengen vortrainiert wurde.

OpenAI bezeichnet GPT-5.6 als sein bislang stärkstes Modell im Bereich Cybersicherheit. Sam Altman gab gegenüber CNBC an, Sol arbeite bei Programmieraufgaben 54 Prozent tokeneffizienter als die Vorgänger. Zeitgleich erschien der Dienst ChatGPT Work.

Marktanteile

Die Angaben zum Marktanteil unterscheiden sich je nach Messmethode erheblich. Similarweb misst Web-Besuche, Sensor Tower misst App-Nutzung, andere Dienste zählen geschätzte Nutzer.

Nach Similarweb-Daten für Mai 2026 entfielen 53,9 Prozent der weltweiten Web-Besuche bei den sieben größten KI-Assistenten auf ChatGPT, 27,9 Prozent auf Google Gemini und 9,2 Prozent auf Claude. Ein Jahr zuvor lag ChatGPT bei 79 Prozent. In den USA liegen die Werte bei 58,3 Prozent, 19,3 Prozent und 13,4 Prozent.

Die absolute Besuchszahl von ChatGPT blieb im Jahresvergleich etwa gleich; die sieben Assistenten zusammen legten um rund 49 Prozent zu. Der Anteilsverlust entstand also durch Wachstum der übrigen Anbieter, nicht durch Rückgang bei ChatGPT.

Marktanteile nach Similarweb, Mai 2026
WeltweitUSA
ChatGPT53,9%58,3%
Gemini27,9%19,3%
Claude9,2%13,4%
Grok2,4%keine Angabe
Perplexity1,3%keine Angabe
Copilot1,3%keine Angabe

Anteil an den Web-Besuchen der sieben größten KI-Assistenten. Der siebte Anbieter ist in der Quelle nicht einzeln ausgewiesen, deshalb ergeben die Werte zusammen nicht 100 Prozent. App-Nutzung kommt je nach Anbieter mit 15 bis 60 Prozent obendrauf und ist hier nicht enthalten.

Sensor Tower kam in seinem Bericht vom Juni 2026 zu dem Ergebnis, dass ChatGPTs Anteil an den Nutzern von KI-Assistenten erstmals unter 50 Prozent gefallen ist, auf 46,4 Prozent zum Ende des Mai. In derselben Erhebung liegt ChatGPT bei über 1,1 Milliarden monatlichen Nutzern, Gemini bei 662 Millionen, Claude bei 245 Millionen.

Die Board-Krise 2023

Am 17. November 2023 entließ der Vorstand von OpenAI seinen CEO. Sam Altman wurde ohne vorherige Ankündigung abgesetzt, die offizielle Begründung blieb vage. Der Vorstand habe »kein Vertrauen mehr in seine Fähigkeit, OpenAI zu leiten«.

702 von 770 Mitarbeitern drohten daraufhin mit Kündigung, Microsoft bot dem gesamten Team Arbeitsplätze an. Fünf Tage später war Altman zurück, der alte Vorstand wurde aufgelöst und ersetzt.

Was sich nicht beziffern lässt

Zur Mitarbeiterzahl gibt es keine verlässliche aktuelle Angabe. Kursierende Werte um 4.500 lassen sich nicht auf eine bestätigte Quelle zurückführen.

Die Verlustzahlen stammen sämtlich aus Berichten über interne Unterlagen oder aus Schätzungen, nicht aus geprüften Abschlüssen. Sie schwanken je nach Quelle zwischen 14 und 27 Milliarden Dollar für dasselbe Jahr, was weniger an widersprüchlichen Daten liegt als an unterschiedlichen Definitionen: Nettoverlust und Mittelabfluss messen nicht dasselbe.

Auch die Anteilsverteilung jenseits von Microsoft und der Foundation ist öffentlich nicht vollständig dokumentiert. Mit dem Börsengang würde sich das ändern, weil dann geprüfte Zahlen veröffentlicht werden müssten. Ein Termin dafür steht nicht fest. Bis dahin bleibt jede Zahl auf dieser Seite eine Momentaufnahme aus zweiter Hand. Wer mehr Begriffe aus dem Umfeld nachschlagen will, findet sie im KI-Glossar.

Quellen

Sven Lennartz Avatar

Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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