ChatGPT Datenschutz: So schützt du deine Daten bei ChatGPT und Claude

ChatGPT Datenschutz, Daten schützen bei ChatGPT und Claude

ChatGPT Datenschutz ist kein Selbstläufer. Was du in ChatGPT oder Claude eingibst, kann für das Training künftiger Modelle verwendet werden, es sei denn, du schaltest das aktiv aus. Beide Anbieter haben ihre Richtlinien geändert. Training mit Nutzerdaten ist inzwischen Standard, Opt-out ist möglich, aber gut versteckt.

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Dieser Artikel zeigt, was du konkret tun kannst. Keine Richtlinien-Prosa, keine allgemeinen IT-Sicherheitstipps. Nur das, was spezifisch für KI-Chatbots relevant ist.

Training ausschalten

Wenn du nicht möchtest, dass deine Gespräche zum Training künftiger Modelle verwendet werden, musst du das in den Einstellungen deaktivieren. Bei beiden Anbietern ist die Option standardmäßig aktiviert. Wer nichts tut, liefert.

Opt-out heißt, dass Nutzer einer Datenverwendung aktiv widersprechen müssen, statt ihr vorher zuzustimmen. Bei ChatGPT und Claude ist das Training mit Chatverläufen standardmäßig aktiviert. Wer die Opt-out-Option nicht anklickt, stimmt stillschweigend zu.

ChatGPT. Profil-Icon oben rechts → Settings → Data Controls → »Improve the model for everyone« ausschalten. Das gilt für alle künftigen Gespräche; bereits geführte können längst verwendet worden sein. Das Opt-out wirkt nicht rückwirkend, aus einem trainierten Modell lässt sich nichts mehr herauslösen. (Stand 08/2026)

Claude. Settings → Privacy → »Help improve Claude« ausschalten. Seit Oktober 2025 ist Training mit Nutzerdaten auch bei Claude der Standard. Wer nicht widerspricht, dessen Daten werden bis zu fünf Jahre gespeichert. Wer ausschaltet, bleibt bei 30 Tagen Speicherdauer. (Stand 08/2026)

Für beide Dienste gilt dasselbe bei Altlasten. Alte Gespräche, die du nach der Richtlinienänderung wieder öffnest, zählen als »wiederaufgenommen« und können dann ebenfalls fürs Training genutzt werden. Wenn du sensible alte Chats hast, lass sie geschlossen oder lösche sie.

Temporärer Chat und Incognito

Für Gespräche, die nirgendwo gespeichert werden sollen, gibt es bei beiden Anbietern einen eigenen Modus. Er heißt nur jeweils anders.

Ein temporärer Chat ist ein Gespräch, das nicht im Verlauf gespeichert und nicht zum Training verwendet wird. Bei ChatGPT heißt die Funktion »Temporary Chat«, bei Claude »Incognito«. Sie muss vor jedem Gespräch neu aktiviert werden.

ChatGPT. Oben im Chat-Fenster auf das Dropdown klicken und »Temporary Chat« auswählen. Diese Chats erscheinen nicht in der History, werden nicht für Training verwendet und erzeugen keine Erinnerungen (Memories).

Claude. Oben links auf »Incognito« klicken. Diese Chats werden nicht fürs Training verwendet, auch wenn du in den allgemeinen Einstellungen zugestimmt hast.

Der temporäre Modus eignet sich für alles, was nicht in der Chat-History landen soll, also sensible Fragen, berufliche Inhalte, persönliche Themen. Wer grundsätzlich kein Cloud-Modell nutzen will, findet in einer eigenen KI auf dem Rechner eine Alternative ohne Serverzugriff.

Was du nie eingeben solltest

Auch wenn du Training ausgeschaltet hast, werden deine Eingaben auf den Servern des Anbieters verarbeitet und für eine gewisse Zeit gespeichert. Bei Sicherheitsvorfällen, rechtlichen Anforderungen oder internen Überprüfungen können sie eingesehen werden. Wo diese Server stehen, ist im Zweifel wichtiger als jede Datenschutzerklärung, was sich gut an den chinesischen KI-Modellen zeigt. Bestimmte Dinge gehören deshalb nicht in einen Chatbot.

Keine Passwörter, API-Keys oder Zugangsdaten. Auch nicht »kurz zum Testen«. Selbst wenn die KI sie nicht speichert, weißt du nicht, wer Zugriff auf Logs hat.

Keine Kreditkartennummern, Sozialversicherungsnummern, Personalausweisnummern. Die Systeme haben zwar Filter, die bestimmte Muster erkennen und blockieren sollen, aber darauf verlassen sollte man sich nicht.

Keine vertraulichen Geschäftsinformationen. Strategische Pläne, unveröffentlichte Finanzdaten, Kundenlisten, Code mit Geschäftsgeheimnissen, all das gehört nicht in einen Consumer-Chatbot. Wer so etwas beruflich braucht, sollte die Enterprise-Versionen nutzen, bei denen Training standardmäßig deaktiviert ist.

Keine Daten Dritter ohne deren Wissen. Wenn du über andere Personen schreibst, also Kollegen, Kunden, Familienmitglieder, verwendest du deren Daten. Anonymisiere konsequent, also Namen, Orte und Firmen durch Platzhalter ersetzen.

Richtig anonymisieren

Anonymisierung klingt aufwändig, ist aber meist simpel. Ersetze alles, was eine Person oder Organisation identifizierbar macht. Das ist im Kern schon die ganze Regel.

Statt »Mein Kollege Thomas Müller aus der Buchhaltung bei Siemens« schreibst du »Ein Kollege aus der Finanzabteilung eines großen Unternehmens«. Statt »Ich wohne in der Hauptstraße 47 in München« schreibst du »Ich wohne in einer Großstadt«, falls der Wohnort überhaupt relevant ist.

Bei Code lohnt ein Blick auf Variablennamen, Kommentare und Konfigurationsdaten. API-Endpoints, Datenbankverbindungen, Firmennamen in Strings, alles raus oder durch Platzhalter ersetzen, bevor du den Code in den Chat kopierst.

ChatGPT Datenschutz im Beruf

Wer KI beruflich nutzt, sollte nicht die Consumer-Version verwenden. ChatGPT Team, Enterprise und API sowie Claude for Work haben andere Bedingungen. Kein Training mit Nutzerdaten, kürzere Speicherfristen, teilweise die Möglichkeit zur Datenverarbeitung in der EU. Wem europäische Serverstandorte wichtig sind, findet bei Mistral AI eine Alternative, die von vornherein darauf ausgelegt ist. (Stand 08/2026)

Wenn dein Arbeitgeber keine Enterprise-Version bereitstellt und du trotzdem KI nutzen willst, dann temporären Chat verwenden, konsequent anonymisieren, keine internen Dokumente hochladen. Und im Zweifel fragen, was erlaubt ist. Viele Unternehmen haben inzwischen Richtlinien für KI-Nutzung, womöglich auch deiner.

Keine Passwörter generieren lassen

Ein Sonderfall wird dabei gern übersehen. Die KI erstellt auf Wunsch Passwörter, die alle üblichen Kriterien erfüllen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, ausreichende Länge. Nur sind diese Passwörter nicht wirklich zufällig.

Sprachmodelle haben Vorlieben für bestimmte Muster, ähnlich wie Menschen. KI-generierte Zahlenfolgen sind nicht gleichverteilt, manche Kombinationen kommen häufiger vor als andere. Für echte Passwörter also besser einen Passwortmanager verwenden, der kryptographisch sichere Zufallszahlen erzeugt. Welches Modell dabei am Werk ist, spielt keine Rolle, das gilt für alle großen Assistenten gleichermaßen.

Was sich geändert hat, kann sich wieder ändern. Beide Anbieter aktualisieren ihre Richtlinien regelmäßig, oft ohne große Ankündigung. Es lohnt sich, die Datenschutz-Einstellungen gelegentlich zu überprüfen. Was du einmal ausgeschaltet hast, kann durch ein Update wieder aktiviert worden sein.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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