Ich habe Lernen gamifiziert – und mich dabei fast selbst ausgetrickst

Ich habe Lernen gamifiziert – und mich dabei fast selbst ausgetrickst

Lernen kann wehtun. Oder langweilen. Oder beides gleichzeitig.

Aber es gibt da diesen Trick, der eigentlich keiner ist: Spielmechaniken. Punkte. Fortschrittsbalken. Belohnungen. Was uns in Apps und Games motiviert, funktioniert auch im echten Leben – sogar beim Lernen.

Hier sind 19 kleine Ideen, wie du das ausnutzt. Kein Bullshit – nur Dinge, die dich austricksen, ohne dass du dich dumm fühlst.

  1. Definiere deine eigenen Level: Überlege dir, welche Meilensteine du erreichen möchtest und teile sie in überschaubare Abschnitte auf. Zum Beispiel könntest du ein Kapitel in einem Lehrbuch oder eine bestimmte Anzahl von Übungsaufgaben als ein Level festlegen.
  2. Setze dir realistische Ziele: Achte darauf, dass deine Level erreichbar sind und deinem Lernfortschritt entsprechen. Zu einfache Level bieten keinen Anreiz, während zu schwierige Level entmutigend wirken können. Du steuerst es selbst.
  3. Sammle Erfahrungspunkte für erledigte Aufgaben. Die Punkte wirst du dir allerdings selbst zuteilen müssen, das Leben hat keine Engine dafür. Je mehr Punkte du hast, desto näher kommst du deinem Ziel. Visualisiere deinen Fortschritt, um motiviert zu bleiben.
  4. Erfahrungspunkte nach Aufwand: Verteile die Erfahrungspunkte basierend auf der Komplexität und dem Zeitaufwand der Aufgaben. Eine anspruchsvolle Übung sollte mehr Punkte wert sein als eine einfache Wiederholungsaufgabe.
  5. Langfristige Ziele setzen: Definiere auch größere Meilensteine, wie zum Beispiel das Bestehen einer Prüfung oder das Abschließen eines Semesters. Diese Ziele können als Orientierung dienen und die Motivation aufrechterhalten.
  6. Flexibilität bewahren: Sei bereit, deine Level und Erfahrungspunkte anzupassen, wenn du merkst, dass sie nicht optimal funktionieren. Dein Lernsystem sollte sich an deine Bedürfnisse anpassen, nicht umgekehrt.
  7. Reflektiere und feiere: Nimm dir Zeit, um über deine Fortschritte nachzudenken und sie zu würdigen. Feiere das Erreichen eines Levels oder einer bestimmten Punktzahl, um deine Motivation aufrechtzuerhalten. Ausruhen auf Erfolgen ist erlaubt, aber nur kurz. Das nächste Level wartet schon.
  8. Verbünde dich mit Lernpartnern und fordere sie zu freundschaftlichen Wettkämpfen heraus. Gemeinsam macht das Lernen gleich doppelt so viel Spaß.
  9. Nutze Zufallselemente, um Abwechslung in deine Lernroutine zu bringen. Würfle jeden Tag eine neue Lernmethode aus oder lass das Glück entscheiden, welches Thema du als nächstes angehen wirst.
  10. Erstelle Lernquests für dich selbst. Überlege dir spannende Herausforderungen und belohne dich, wenn du sie gemeistert hast.
  11. Nutze die Macht der Neugier. Stelle dir vor jedem Lernblock eine Frage, die du unbedingt beantworten möchtest. Die Suche nach der Antwort wird dich motivieren.
  12. Teile große Aufgaben in kleinere, überschaubare Puzzleteile auf. So bleibst du motiviert und kannst deine Fortschritte besser nachverfolgen. Das funktioniert übrigens auch gut mit der Pomodoro-Technik.
  13. Gestalte deine Lernmaterialien ansprechend und farbenfroh. Ein schönes Layout macht gleich mehr Lust zum Lernen. Das Auge lernt mit.
  14. Schlüpfe in die Rolle eines NPC (Non-Player Character) und erkläre einem imaginären Spieler das Gelernte. Durch die Erzählung festigst du dein Wissen spielerisch. Vielleicht hast du sogar Talent zu mehr.
  15. Gehe auf Entdeckungsreise in deinen Lernmaterialien. Suche nach versteckten Zusammenhängen und spannenden Details, die deine Neugier wecken.
  16. Nutze Zeitdruck als motivierenden Faktor, so wie du es aus Games kennst. Stelle dir einen Timer und versuche, eine Aufgabe in einer bestimmten Zeit zu erledigen.
  17. Erstelle eine Lernlandkarte, die deinen Fortschritt visualisiert. Markiere erreichte Meilensteine und sieh, wie weit du schon gekommen bist.
  18. Belohne dich mit virtuellen Abzeichen oder Trophäen für besondere Leistungen. Sammle sie und sei stolz auf deine Errungenschaften.
  19. Finde heraus, was dich antreibt und nutze diese intrinsische Motivation als Treibstoff für dein Lernen. Ob Neugier, Ehrgeiz oder der Wunsch, dich selbst zu verbessern – lass dich von deiner eigenen inneren Motivation leiten. Und wie kriegst du das raus? Frag eine KI. Sie kann dir helfen, deine Antreiber zu identifizieren und passende Lernstrategien zu entwickeln.

Leider gibt es niemanden, der deinen Punktestand führt, du trägst auch keinen Namen über deinem Kopf, selbst das Interface muss man sich dazu denken. Aber Spaß kann es trotzdem machen. Vor allem, wenn man den Fortschritt realisiert. Es ist wie im echten Spiel.

Kombiniere mehrere Hacks und erschaffe so dein ganz persönliches Gamification-Lernsystem. Das Ziel bestimmst du.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage