Claude Enterprise wird künftig nach Verbrauch abgerechnet. Der feste Seat-Preis von bis zu 200 Dollar pro Nutzer und Monat fällt weg. An seine Stelle treten 20 Dollar Grundgebühr plus ein Token-Tarif. Für Firmen, die Claude stark einsetzen, können sich die Kosten laut Marktbeobachtern verdoppeln oder verdreifachen.
The Information hatte die Umstellung zuerst berichtet, PYMNTS und Implicator haben bestätigt. Neue Verträge laufen sofort unter dem neuen Modell, bestehende Enterprise-Tarife wechseln bei Verlängerung. Wer bisher ein festes Token-Kontingent hatte, zahlt künftig pro tatsächlich verbrauchtem Token. Abschalten lässt sich die verbrauchsbasierte Abrechnung nicht.
Anthropic begründet den Schritt mit der Verknappung bei Rechenkapazität. Das Muster trifft OpenAI und Google DeepMind gleichermaßen, Anthropic zieht die Preisschraube aber sichtbarer an. Für Kunden, die Claude über die API nutzen, ändert sich wenig, dort war die Abrechnung schon immer tokenbasiert. Die Seats waren das letzte Flat-Rate-Refugium.
Was das konkret bedeutet, hängt von der Nutzung ab. Wer Claude Code mit Agenten betreibt oder große Dokumentenpipelines durchs Modell schickt, wird den Unterschied auf der Rechnung sehen. Wer das Chat-Interface für einzelne Recherchen nutzt, bleibt eher unter dem alten Gesamtbetrag. Angesichts der Anthropic-Zahlen und der Infrastrukturkosten war das Flat-Rate-Modell auf Dauer nicht tragbar.
Quellen
- The Information: Anthropic Changes Pricing
- PYMNTS: Anthropic Switches to Usage-Based Billing
- Implicator: The Flat Fee Era is Over
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Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.