Apple hat auf der WWDC-Keynote am 8. Juni verkündet, woran in Cupertino jahrelang gescheitert wurde: eine Siri, die funktioniert. Der Haken ist, dass das Gehirn dahinter nicht von Apple kommt, sondern von Google. Der Konzern lizenziert ein maßgeschneidertes Gemini-Modell mit rund 1,2 Billionen Parametern und zahlt dafür angeblich etwa eine Milliarde Dollar pro Jahr.
Das Modell ist rund achtmal größer als das größte Cloud-Modell, das Apple bisher selbst gebaut hat, und nutzt eine Mixture-of-Experts-Architektur, die pro Anfrage nur einen Teil der Parameter aktiviert. Es läuft innerhalb von Apples Private Cloud Compute, also auf Apple-Silicon-Servern, die Anfragen nach der Verarbeitung wieder vergessen. Google darf die Siri-Anfragen laut Vertrag nicht zum Training künftiger Gemini-Modelle verwenden. Zusätzlich öffnet Apple in iOS 27 ein Extensions-System, mit dem man ChatGPT, Gemini oder Claude als Standardassistenten festlegen kann.
Für Nutzer heißt das zweierlei. Die neue Siri bekommt eine eigene App, Zugriff auf Mails, Fotos und Dateien, sieht den Bildschirminhalt und erledigt mehrstufige Aufgaben über Apps hinweg, also endlich das, was die Konkurrenz seit zwei Jahren vormacht. Und die zweijährige ChatGPT-Exklusivität ist vorbei, jeder wählt sein Modell selbst. Bemerkenswert bleibt, dass ausgerechnet der Konzern, der Datenschutz und On-Device-KI zur Religion erklärt hat, die wichtigste KI-Funktion seines Betriebssystems bei der Konkurrenz einkauft.
Bis das ankommt, dauert es. Entwickler-Betas gibt es ab sofort, öffentliche Betas im Juli, der Start für alle folgt im Herbst 2026. Bis dahin bleibt Siri das, was sie immer war.
Quellen
- MacRumors: What to Expect From WWDC 2026 — Gemini-Powered Siri, iOS 27, macOS 27 and More
- Tom’s Guide: Apple WWDC 2026 Live — New Siri, iOS 27, Apple Intelligence
- Fast Company: What to expect from Apple at WWDC 26 — Siri AI, Gemini, iOS 27
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