Apple hat OpenAI verklagt. Eingereicht wurde die Klage am Freitag beim Bundesgericht in Nordkalifornien, der Vorwurf lautet Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und Vertragsbruch. Im Zentrum steht Tang Tan, heute OpenAIs Hardware-Chef und davor 24 Jahre bei Apple, zuletzt als Design-Vize für iPhone und Apple Watch.
Apple wirft OpenAI ein monatelanges System vor. Tan soll Apples geheime Projektcodenamen im Bewerbungsgespräch verwendet und Kandidaten gebeten haben, Apple-Bauteile zum Interview mitzubringen. Ein zweiter Ex-Apple-Mann, Chang Liu, habe sein Firmen-Laptop nach dem Wechsel nicht zurückgegeben und darüber vertrauliche Dokumente heruntergeladen. Das 6,5-Milliarden-Startup io von Jony Ive taucht in der Klage auf, Ive selbst nicht. Der Ton ist unmissverständlich: »Das ist nur die Spitze des Eisbergs«, heißt es in der Klageschrift, OpenAIs junge Hardware-Sparte ruhe auf morschem Fundament.
Für KI-Nutzer ist das mehr als Anwaltsgeplänkel. OpenAI bastelt an eigener Hardware, gehandelt wird ein KI-Gerät, das Agenten statt Apps in den Mittelpunkt stellt, also genau Apples Kerngeschäft. Und parallel die zweite Ohrfeige: Apples neues Siri läuft ab Herbst auf Googles Gemini, nicht mehr auf ChatGPT. Wer ein iPhone besitzt, bekommt seinen Assistenten künftig von Google. Die Zeit, in der sich Apple und OpenAI gegenseitig brauchten, ist damit vorbei.
Noch sind das Behauptungen. OpenAI prüft die Klage und lässt knapp wissen, man habe »kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Firmen«. Was tatsächlich hinter den Türen passierte, klärt jetzt der Discovery-Prozess. Für ein Unternehmen, das gerade an die Börse strebt, ist eine laufende Klage vom wertvollsten Konzern der Welt trotzdem der denkbar unbequemste Beifang.
Quellen
- TechCrunch: Apple sues OpenAI over alleged trade secret theft
- CNBC: Apple sues OpenAI alleging trade secret theft, says scheme was ‚at every level‘
- MacRumors: Apple Sues OpenAI for Stealing Trade Secrets to Build AI Hardware
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