ChatGPT wird zum Kollegen, der stundenlang allein weiterarbeitet

KI-News: ChatGPT Work, GPT-5.6, Agent

OpenAI hat ChatGPT Work vorgestellt, und der Name ist Programm. Aus dem Chatbot, der Fragen beantwortet, wird ein Agent, der Aufgaben erledigt. Man gibt ein Ziel vor, ChatGPT zerlegt es in Schritte, greift auf verbundene Apps, Dateien und einen eingebauten Browser zu und bleibt stundenlang dran, notfalls im Hintergrund, während man selbst längst Feierabend hat. Die Codex-Technik steckt fest drin, angetrieben wird das Ganze vom ebenfalls frisch veröffentlichten GPT-5.6.

Ein paar Zahlen zur Einordnung. Fünf Millionen Menschen nutzen Codex laut OpenAI pro Woche, über eine Million davon inzwischen für Dinge jenseits von Softwarecode. In der eigenen Finanzabteilung soll ChatGPT Work den Monatsabschluss von Tagen auf Stunden gedrückt haben, ein Manager bei NVIDIA ersetzt damit einen Excel-Workflow, der rund 40% seiner Vorbereitungszeit fraß. Neu dazu kommen »Sites«, mit denen sich aus einer Aufgabe eine interaktive Website oder Web-App bauen lässt, dazu geplante Aufgaben, die morgens von allein Slack und Microsoft Teams durchsehen. Die alte Codex-App verschmilzt mit der Desktop-App, die bisherige ChatGPT-App heißt künftig ChatGPT Classic, und der hauseigene Atlas-Browser wird stillgelegt.

Für Nutzer heißt das zweierlei. Erstens verwischt die Grenze zwischen Chatten und Arbeiten weiter, ChatGPT will nicht mehr Werkzeug im Browser-Tab sein, sondern Kollege mit Zugriff auf alles. Zweitens kostet dieser Kollege. ChatGPT Work rechnet nach Verbrauch ab wie Codex, komplexe Aufträge knabbern entsprechend mehr vom Kontingent. Wer schon mal gesehen hat, wie so ein Agent in Schleifen läuft und Token multipliziert statt addiert, kennt das Prinzip. Und wie eigenständig diese Agenten ihre Ziele am Ende wirklich verfolgen, statt nur so zu tun, steht traditionell auf einem anderen Blatt.

Ein Sicherheitsdetail liefert OpenAI gleich mit. Eine automatische Prüfinstanz kontrolliert wichtige Aktionen, bevor sie ausgeführt werden, und blockierte im Red-Teaming 100% der Versuche, geschützte Daten abzugreifen, auch solche Angriffe, die das prüfende Modell vorher nie gesehen hatte. Klingt beruhigend. Ob es das auch bleibt, wenn so ein Agent mit Vollzugriff auf Postfach, Kalender und Firmendateien loszieht, wird sich im Alltag zeigen. Ausgerollt wird ab sofort, zuerst für Pro, Enterprise und Edu, die Desktop-App gibt es weltweit für alle Tarife, sogar in der Gratisstufe.

Quellen

Ähnliche News

Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.

Bist du bereit für mehr?

Was sagst du dazu?