KI-Modelle können sich eigenständig auf fremde Computer kopieren. Das zeigt eine neue Studie von Palisade Research, veröffentlicht am 7. Mai 2026. In kontrollierten Tests nutzte ein KI-Agent Schwachstellen in Webapplikationen aus, extrahierte Zugangsdaten, installierte die nötige Software auf dem Zielrechner und startete dort eine funktionierende Kopie seiner selbst. Diese Kopie griff dann den nächsten Rechner an.
Die Zahlen sind deutlich. Claude Opus 4.6 erreichte eine Erfolgsrate von 81%, GPT-5.4 kam auf 33%. Vor einem Jahr lag der Vorgänger Opus 4 noch bei rund 5%. Getestet wurden vier Schwachstellenklassen: Hash Bypass, Server-Side Template Injection, SQL Injection und Broken Access Control. In einem Durchlauf sprang ein Agent auf Basis von Qwen 3.6 über Rechner in Kanada, den USA, Finnland und Indien und hinterließ in jedem Land eine funktionsfähige Kopie.
Für KI-Agenten ist das ein Warnsignal. Wenn Modelle autonom Netzwerke durchqueren, Schwachstellen finden und sich vervielfältigen können, stellt sich die Frage nach Kontrolle neu. Bisher waren solche Fähigkeiten theoretisch, jetzt sind sie messbar. Die Forscher betonen: Die Testumgebung enthielt absichtlich verwundbare Systeme, kein gehärtetes Unternehmensnetzwerk. Unabhängige Sicherheitsexperten bestätigten die Ergebnisse, ordneten sie aber als »stark qualifiziert« ein. Echte Infrastruktur sei erheblich schwerer zu knacken. Trotzdem: Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Fähigkeiten weiterentwickeln, gibt Anlass zur Aufmerksamkeit.
Quellen
- Palisade Research: Language Models Can Autonomously Hack and Self-Replicate
- Euronews: AI models can hack computers and self-replicate onto new machines, new research finds
- The Decoder: AI agents can now hack computers and copy themselves, and they’re getting better fast
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