OpenAI hat ChatGPT Work vorgestellt, und der Name ist Programm. Aus dem Chatbot, der Fragen beantwortet, wird ein Agent, der Aufgaben erledigt. Man gibt ein Ziel vor, ChatGPT zerlegt es in Schritte, greift auf verbundene Apps, Dateien und einen eingebauten Browser zu und bleibt stundenlang dran, notfalls im Hintergrund, während man selbst längst Feierabend hat. Die Codex-Technik steckt fest drin, angetrieben wird das Ganze vom ebenfalls frisch veröffentlichten GPT-5.6.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Grok 4.5 ist das smarteste Modell von xAI, außer in Europa
xAI, seit dem SpaceX-Zusammenschluss offiziell SpaceXAI, hat am 8. Juli Grok 4.5 veröffentlicht. Elon Musk nennt es das »smarteste Modell« der Firma, gebaut für Coding, Agenten und Wissensarbeit. Trainiert wurde es zusammen mit Cursor, dem Editor, den xAI im Juni für 60 Milliarden Dollar übernehmen wollte. Entsprechend flossen echte Entwickler-Sitzungen aus Cursor ins Training, Debugging-Spuren und Nutzerkorrekturen statt nur statischem Code.
OpenAI bringt ChatGPT das gleichzeitige Zuhören und Reden bei
OpenAI hat GPT-Live gestartet, eine neue Generation von Sprachmodellen hinter ChatGPT. Der Unterschied zur bisherigen Sprachfunktion: GPT-Live hört und spricht gleichzeitig. Es wirft ein »mhmm« oder »yeah« ein, während man noch redet, lässt sich unterbrechen und hält den Mund, wenn man eine Denkpause braucht. Full-Duplex nennt OpenAI diese Architektur. Ausgerollt wird ab heute weltweit, auf iOS, Android und im Browser.
GPT-5.6 kommt für alle, sobald Washington den Daumen hebt
OpenAI gibt GPT-5.6 frei. Ab Donnerstag, dem 9. Juli, sollen die drei Modelle Sol, Terra und Luna für alle verfügbar sein, den Preview-Zugang gibt es ab heute weltweit. Das grüne Licht kam vom US-Handelsministerium, nach zusätzlichen Tests und Treffen mit Behörden. Sam Altman kündigte es am 8. Juli in einem Satz an: »GPT-5.6 sol launches thursday«.
Microsoft tauscht OpenAI und Anthropic gegen eigene KI
Microsoft ersetzt in Excel und Outlook zunehmend Modelle von OpenAI und Anthropic durch eigene MAI-Modelle. Laut Bloomberg laufen inzwischen zehntausende KI-Anfragen pro Woche in den beiden Office-Anwendungen über die hauseigene Technik, vorher stützte man sich dort stärker auf OpenAI und Anthropic. Ein Microsoft-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.
Claude Cowork verlässt den Schreibtisch
Anthropic schickt Claude Cowork von der Desktop-App raus in die Welt. Seit dem 7. Juli 2026 läuft der Agent auch im Browser auf claude.ai und in der iOS- sowie Android-App. Aufgaben, die man am Rechner startet, laufen jetzt im Hintergrund weiter, selbst wenn der Laptop zugeklappt ist, und lassen sich vom Handy aus checken. Der Beta-Zugang startet mit dem Max-Plan, weitere Tarife sollen folgen.
Google füttert seine KI jetzt mit deinen Fotos und deiner Stimme
Google hat im Juni per stiller E-Mail an seinen Datenschutzeinstellungen geschraubt, und die Tragweite wird erst jetzt richtig sichtbar. Wer Google-Suchdienste nutzt, also auch Lens, Maps, Shopping, Flüge, Hotels, Übersetzer oder die Sprachsuche, speichert damit standardmäßig mehr Daten fürs KI-Training als vorher. Zwei neue Einstellungen heißen »Search Services History« und »Personalized Recommendations«, verkauft als mehr Kontrolle für Nutzer. Tatsächlich landen jetzt auch Bilder, Dateien sowie Audio- und Videoaufnahmen in der Trainingsmasse, wenn niemand aktiv widerspricht.
Anthropic findet einen stillen Denkraum in Claude
Anthropic hat in einem neuen Forschungspapier eine interne Struktur in Claude beschrieben, die das Unternehmen J-Space nennt. Es ist ein kleiner Bereich in den Aktivierungsmustern des Modells, in dem Konzepte auftauchen, die Claude benennen, gezielt ansteuern und für mehrstufiges Schlussfolgern nutzen kann. Der Rest der Verarbeitung läuft automatisch und für das Modell selbst nicht direkt zugänglich ab. Gefunden haben die Forscher die Struktur mit einer neuen Analysemethode namens J-Lens, die auf der Jacobi-Matrix beruht.