Thinking Machines Lab, das KI-Startup der ehemaligen OpenAI-Technikchefin Mira Murati, hat am 15. Juli sein erstes eigenes Modell freigegeben. Es heißt Inkling, ist quelloffen und liegt komplett zum Download auf Hugging Face. Jeder kann es laden und umbauen. Technisch ist es ein Mixture-of-Experts-Modell mit 975 Milliarden Parametern, von denen pro Aufgabe nur 41 Milliarden aktiv sind. Kontextfenster bis 1 Million Token, trainiert auf 45 Billionen Token aus Text, Bild, Audio und Video.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
OpenAIs GPT-Red knackt Modelle besser als jedes menschliche Red-Team
OpenAI hat ein KI-Modell gebaut, dessen einziger Job es ist, andere KI-Modelle zu hacken. GPT-Red bleibt firmenintern und sucht automatisiert nach Sicherheitslücken in OpenAIs eigenen Modellen. Trainiert wurde es per Self-Play-Reinforcement-Learning: GPT-Red greift an, Verteidiger-Modelle wehren ab, beide werden mit jeder Runde besser. Ein Wettrüsten, das komplett im Trainingslauf stattfindet.
Ein 27-Milliarden-Modell passt jetzt in ein iPhone
PrismML, ein Start-up aus Caltech-Forschern, hat sein Modell Bonsai 27B veröffentlicht. 27 Milliarden Parameter, die in üblicher Präzision rund 54 GB belegen, passen jetzt in 3,9 GB. Damit läuft das Modell direkt auf einem iPhone 17 Pro Max, ohne Cloud, ohne Server, ohne dass irgendetwas das Gerät verlässt. Grundlage ist Alibabas Qwen3.6-27B, die Gewichte stehen unter Apache-2.0-Lizenz.
Damit eine KI sich erinnert, muss sie tagträumen
Federico Ricci-Tersenghi von der Sapienza-Universität Rom hat mit japanischen Kollegen einem klassischen KI-Modell das Träumen bei Tageslicht beigebracht. Die Methode heißt Daydreaming, erschienen ist sie im Journal of Statistical Mechanics. Sie räumt das Gedächtnis sogenannter Hopfield-Netze auf, jener simplen neuronalen Netze, für die John Hopfield 2024 den Physik-Nobelpreis bekam. Das Ziel: falsche Erinnerungen loswerden, ohne die echten gleich mitzulöschen.
Auf Russisch ist Claude strenger als auf Hindi
Dieselbe KI, dieselbe Frage, andere Werte, je nachdem in welcher Sprache du tippst. Anthropic hat 309.815 echte Claude-Gespräche ausgewertet, alle aus dem Mai 2026, alle mit offenen Fragen ohne eindeutige Antwort, verteilt über drei Modelle und die 20 meistgenutzten Sprachen auf der Plattform. Ergebnis: Welche Haltung Claude einnimmt, hängt messbar davon ab, ob du auf Englisch, Hindi oder Russisch schreibst.
Ein deutsches KI-Modell schlägt die 70-Milliarden-Konkurrenz
Ein vom KI Bundesverband koordiniertes Forschungskonsortium hat am 13. Juli Soofi S veröffentlicht, ein offenes Sprachmodell mit 31,6 Milliarden Parametern, von denen pro Token nur 3,2 Milliarden rechnen. Trainiert wurde es komplett auf der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom in München, mit einem bewussten Schwerpunkt auf deutsche Trainingsdaten. Laut Pretraining-Report führt Soofi S unter den vollständig offenen Modellen die deutschen und englischen Benchmarks an. Ein deutsches KI-Modell, das mal ganz vorne steht. Das kommt selten genug vor.
Fünf Konzerne verbünden sich gegen Anthropics Agenten-Standard
Google, Microsoft, Salesforce, Snowflake und ServiceNow haben sich darauf geeinigt, einen gemeinsamen Standard dafür zu unterstützen, wie KI-Agenten an Unternehmenssoftware andocken. Das berichtet »The Information«, und die Stoßrichtung ist unverblümt: Es geht darum, Anthropic und OpenAI aus der Firmen-IT herauszuhalten. Anthropics Model Context Protocol, kurz MCP, hat sich in gut 18 Monaten zum De-facto-Standard für die Verbindung von Agenten mit Werkzeugen und Daten entwickelt. Diese Allianz ist die Antwort der Platzhirsche.
Auf LinkedIn ist fast jeder zweite Langtext von der KI geschrieben
Die KI-Detektionsfirma Pangram hat über eine Million Social-Media-Posts durchleuchtet, genau 1.002.627 Beiträge auf LinkedIn, Medium, Substack, X und Reddit, gesammelt zwischen April und Juni 2026. Das Ergebnis: Jeder vierte Langtext über 250 Wörter ist komplett von einer KI geschrieben. Spitzenreiter ist ausgerechnet das Netzwerk, in dem alle unter Klarnamen und Berufsbezeichnung auftreten. Auf LinkedIn sind 41 Prozent der langen Posts KI-generiert.