49 Monster und Ungeheuer der griechischen Mythologie

Monster der griechischen Mythologie

Monster der griechischen Mythologie waren keine bloßen Schreckgespenster. Sie hatten Stammbaum, Funktion und meistens einen Helden, der sie umbrachte. Manche bewachten goldene Äpfel, andere fraßen Kinder, wieder andere hatten hundert Köpfe und feuerspeiende Optionen. Die alten Griechen waren bei ihren Erfindungen nicht zimperlich.

Hier sind 49 dieser Kreaturen. Manche weltberühmt, manche vergessen, alle auf ihre Art bemerkenswert. Wer die griechische Mythologie verstehen will, kommt an ihnen nicht vorbei.

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Warum so viele Monster?

Monster waren in der griechischen Mythologie keine Dekoration. Sie verkörperten das Chaos, das die Ordnung der Götter bedrohte. Jedes Ungeheuer stellte eine Prüfung dar, und jede Prüfung brauchte einen Helden. Ohne die Hydra kein Herakles. Ohne den Minotaurus kein Theseus. Die Monster machten die Helden erst zu dem, was sie waren.

Viele dieser Kreaturen stammten von denselben Eltern ab. Echidna und Typhon gelten als das Monsterpaar schlechthin, ihre Nachkommen bevölkern die halbe Mythologie. Andere waren Strafen der Götter, Verwandlungen aus Eifersucht oder schlicht uralte Wesen, die schon vor den Olympiern existierten.

Die Liste der 49 Monster und Ungeheuer

  1. Aithon – Ein Name, der mit feuerverschlingenden Kreaturen verbunden ist. Manchmal der Adler, der Prometheus‘ Leber fraß.
  2. Aloadai – Zwei riesige Zwillinge, die versuchten, den Olymp zu stürmen, indem sie Berge aufeinanderstapelten. Es klappte nicht.
  3. Amphisbaena – Ein schlangenartiges Wesen mit zwei Köpfen, eines an jedem Ende des Körpers. Praktisch, aber nicht hübsch.
  4. Antaios – Ein Riese, der seine Stärke aus der Berührung mit der Erde zog. Herakles hob ihn hoch und erledigte ihn in der Luft.
  5. Argos Panoptes – Ein Riese mit hundert Augen, Heras persönlicher Wächter. Von Hermes in den Schlaf gesungen und getötet.
  6. Ketos – Ein Seeungeheuer, das Andromeda bedrohte, bis Perseus es mit dem Haupt der Medusa versteinerte.
  7. Kerastes – Eine gehörnte Schlange, bekannt für ihre Tarnfähigkeit im Sand. Ovid beschrieb sie in den Metamorphosen.
  8. Charybdis und Skylla – Zwei Meeresungeheuer, die eine gefährliche Meerenge bewachten. Wer dem einen auswich, geriet in die Fänge des anderen.
  9. Chimära – Ein Mischwesen mit dem Kopf eines Löwen, dem Körper einer Ziege und dem Schwanz einer Schlange. Feuerspeiend, versteht sich.
  10. Drakon Kolchikos – Der Kolchische Drache bewachte das Goldene Vlies. Die Argonauten brauchten Medeas Zauberkünste, um an ihm vorbeizukommen.
  11. Echidna – Halb Frau, halb Schlange, Mutter vieler Ungeheuer. In der Mythologie eine Art Stammutter des Schreckens.
  12. Empusa – Ein Dämon mit einem Bein aus Bronze und einem Eselshuf, der Reisende heimsuchte und ihr Blut trank.
  13. Erymanthischer Eber – Ein riesiges Wildschwein, das von Herakles im Rahmen seiner zwölf Arbeiten lebendig gefangen wurde.
  14. Gello – Ein Dämon, der für das Verderben junger Frauen und Kinder verantwortlich gemacht wurde. In der Antike ein Kinderschreck.
  15. Geryon – Ein Riese mit drei Körpern, dessen Rinder Herakles im Rahmen seiner zwölf Arbeiten stehlen musste.
Geryon, Riese mit drei Körpern aus der griechischen Mythologie

Geryon, der Riese mit drei Körpern

  1. Gryphos (Greif) – Körper eines Löwen, Kopf und Flügel eines Adlers. Bewachte Goldschätze und taucht bis heute in Wappen auf.
  2. Harpyien – Geflügelte Kreaturen mit dem Körper eines Vogels und dem Gesicht einer Frau. Sie raubten Speisen und quälten Blinde.
  3. Hekatoncheiren – Gigantische Wesen mit hundert Armen und fünfzig Köpfen. Sie halfen Zeus im Kampf gegen die Titanen.
  4. Hydra von Lerna – Ein Wassermonster mit mehreren Köpfen. Schlug man einen ab, wuchsen zwei nach. Herakles brannte die Stümpfe aus.
  5. Ichthyokentauren – Mischwesen mit menschlichem Oberkörper, Pferdeleib und Fischschwanz. Meereskentauren, selten erwähnt, aber eindrucksvoll.
  6. Kalydonischer Eber – Ein riesiger Eber, der das Land von Kalydon verwüstete. Die Jagd auf ihn vereinte Helden wie Atalanta und Meleagros.
  7. Kampe – Frauenkörper, Schlangenleib, wilde Tierköpfe, Feuerpeitsche. Sie bewachte die Kyklopen und Hekatoncheiren im Tartaros.
Kampe, Monster der griechischen Mythologie

Kampe mit den Totenköpfen

  1. Karkinos – Ein riesiger Krebs, der Herakles während seines Kampfes mit der Hydra in die Ferse zwickte. Es half nichts. Hera versetzte ihn als Sternbild an den Himmel.
  2. Kerberos – Der dreiköpfige Hund am Eingang der Unterwelt. Hinein kam jeder, heraus niemand.
  3. Kerkyon – Ein Riese, der Reisende zum Ringkampf herausforderte und sie anschließend tötete. Theseus besiegte ihn mit Technik statt Kraft.
  4. Kerynitische Hirschkuh – Ein mythisches Tier mit goldenem Geweih und ehernen Hufen, heilig für Artemis. Herakles jagte sie ein ganzes Jahr.
  5. Kyklopen – Einäugige Riesen, bekannt aus der Odyssee. Sie schmiedeten Zeus‘ Blitze und lebten als Hirten in Höhlen.
  6. Ladon – Ein Drache mit hundert Köpfen, der den goldenen Apfelbaum in den Gärten der Hesperiden bewachte.
  7. Lailaps – Ein magischer Hund, der seine Beute niemals verfehlte. Zeus verwandelte ihn in ein Sternbild, als er auf den Teumessischen Fuchs traf.
  8. Laistrygonen – Ein Stamm riesenhafter Kannibalen, die elf von zwölf Schiffen des Odysseus zerstörten. Womöglich die schlimmste Station der ganzen Irrfahrt.
  9. Lamia – Einst eine schöne Königin, von Hera aus Eifersucht in ein kinderfressendes Monster verwandelt. Die Strafe traf die Falsche.
Lamia, Monster der griechischen Mythologie

Lamia war einst eine schöne Königin

  1. Medusa – Eine der drei Gorgonen, deren Blick Menschen zu Stein verwandelte. Perseus schlug ihr den Kopf ab, aus dem Blut entstand Pegasus.
  2. Minotauros – Menschenkörper, Stierkopf. Er hauste im Labyrinth auf Kreta und fraß jährlich Athener Jünglinge, bis Theseus ihn erledigte.
  3. Mormo – Eine schreckenerregende Dämonin, mit der man Kinder erschreckte. Das antike Äquivalent zum Schwarzen Mann.
  4. Nemeischer Löwe – Ein riesiger Löwe mit unverwundbarer Haut. Herakles erwürgte ihn und trug sein Fell fortan als Rüstung. Die erste seiner zwölf Arbeiten.
  5. Orthos – Ein zweiköpfiger Hund, Bruder des Kerberos, Wachhund von Geryons Rindern.
  6. Ophiotauros – Halb Stier, halb Schlange. Wer seine Eingeweide verbrannte, konnte die Götter besiegen. Wurde vorsorglich eliminiert.
  7. Pityokamptes – Auch Sinis genannt. Er bog Bäume herunter, band Reisende daran fest und ließ sie in die Luft schnellen. Theseus tat ihm dasselbe an.
  8. Polyphem – Der berühmteste Kyklop. Odysseus blendete ihn mit einem glühenden Pfahl und floh unter Schafen versteckt aus seiner Höhle.
  9. Python – Ein riesiger Drache, der das Orakel von Delphi bewachte. Apollo tötete ihn und übernahm den Ort. Die Pythischen Spiele erinnerten daran.
Python, Drache der griechischen Mythologie bei Delphi

Python, der Drache von Delphi

  1. Sirenen – Halb Frau, halb Vogel. Ihr Gesang lockte Seeleute in den Tod. Odysseus ließ sich an den Mast binden, um ihnen zuzuhören und zu überleben.
  2. Skiron – Ein Bandit, der Reisende von einer Klippe trat, wo eine riesige Schildkröte sie fraß. Theseus warf ihn selbst hinunter.
  3. Skolopendra – Ein riesiges Meeresungeheuer, ähnlich einem Tausendfüßler. Es konnte Schiffe umdrehen und Ruder verschlingen.
  4. Sphinx – Frauenkopf, Löwenkörper, Adlerflügel. Sie stellte Rätsel und verschlang jeden, der falsch antwortete. Ödipus löste ihr Rätsel, woraufhin sie sich in den Tod stürzte.
  5. Stymphalische Vögel – Vögel mit metallischen Federn, die sie wie Pfeile abschossen. Herakles verscheuchte sie mit einer bronzenen Rassel.
  6. Talos – Ein riesiger Automat aus Bronze, der die Insel Kreta bewachte. Medea fand seine Schwachstelle: eine einzige Ader am Knöchel.
  7. Teumessischer Fuchs – Ein Fuchs, den niemand fangen konnte. Er wurde auf Lailaps gehetzt, den Hund, der niemals verfehlte. Zeus verwandelte beide in Sternbilder, bevor das Paradoxon die Welt sprengte.

Die beiden Ältesten zum Schluss

  1. Tityos – Ein Riese, der im Tartaros bestraft wurde, weil er sich an Leto, der Mutter von Artemis und Apollo, vergriffen hatte. Zwei Geier fraßen täglich an seiner Leber.
  2. Typhon – Ein furchteinflößendes Monster mit hundert feuerspeienden Köpfen. Manchmal als Vater aller Monster bezeichnet. Selbst Zeus hatte Mühe mit ihm.
Hekatoncheiren, die hundertarmigen Riesen der griechischen Mythologie

Hekatoncheiren, die hundertarmigen Riesen

Was sagen die Monster über die Griechen?

Auffällig ist die Vielfalt. Die griechische Mythologie kannte keine Sorte Monster, sie kannte alle Sorten. Schlangen, Riesen, Mischwesen, Automaten, Kannibalen, Banditen mit Schildkröten-Komplizen. Jedes Ungeheuer verkörperte eine spezifische Bedrohung, und jede Bedrohung verlangte eine spezifische Lösung. Kraft allein reichte selten. Odysseus brauchte List, Theseus brauchte Ariadnes Faden, Herakles brauchte Feuer gegen die Hydra.

Die Monster der griechischen Mythologie waren im Kern Erzählwerkzeuge. Sie machten Helden zu Helden, Geschichten zu Geschichten und Kämpfe zu Legenden. Dass wir sie nach dreitausend Jahren immer noch kennen, spricht für die Qualität der Erfindung. Als Schriftsteller kann ich da nur neidisch sein …

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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