
Alexandria, 245 vor Christus. Ein Schiff aus Athen legt im Großen Hafen an. Noch bevor die Ladung gelöscht wird, betreten königliche Beamte das Deck. Sie suchen keine Gewürze, kein Getreide, kein Gold. Sie suchen Bücher.
Jede Schriftrolle an Bord wird beschlagnahmt und in die Skriptorien des Palastviertels gebracht. Dort arbeiten Dutzende Kopisten Tag und Nacht. Die Originale verschwinden in den Regalen der Großen Bibliothek. Die Besitzer erhalten Kopien zurück. Falls sie Glück haben.
Diese Szene wiederholte sich jahrzehntelang. Sie illustriert einen Wissensdurst, der vor Raub nicht zurückschreckte, und eine Ambition, die ihresgleichen sucht: den Versuch, das gesamte Wissen der Menschheit an einem einzigen Ort zu versammeln.




