Von der griechischen Antike bis zu den Göttern Roms, von Philosophen und Dichtern bis zu den Feinden des Imperiums. Hier geht es um das Fundament unserer Kultur: Geschichte, Mythologie, große Denker und ihre Ideen. Hintergründe und Zusammenhänge, die über den Tag hinaus Bestand haben. Keine Häppchen, sondern Tiefgang – für alle, die wissen wollen, woher wir kommen und worauf unser Denken fußt.
Von der griechischen Antike bis zu den Göttern Roms, von Philosophen und Dichtern bis zu den Feinden des Imperiums. Hier geht es um das Fundament unserer Kultur: Geschichte, Mythologie, große Denker und ihre Ideen. Hintergründe und Zusammenhänge, die über den Tag hinaus Bestand haben. Keine Häppchen, sondern Tiefgang – für alle, die wissen wollen, woher wir kommen und worauf unser Denken fußt.
Die reichsten Römer waren keine Kaiser, keine Feldherren und keine Patrizier aus uralten Familien. Die drei größten Privatvermögen der Antike gehörten einem Immobilienhai, einem ehemaligen Sklaven und einem Philosophen, der in seinen Schriften gegen den Luxus anschrieb.
Wer sich Elon Musk mit 839 Milliarden Dollar als unerreichbar vorstellt, sollte einen Blick zurück werfen. Im römischen Maßstab wäre Musk womöglich nicht einmal der Reichste seiner Zeit gewesen.
Sparta hatte lange keine Stadtmauer, keine Philosophenschule, kein Theater, das der Rede wert gewesen wäre. Eines allerdings hatte es: die gefürchtetste Armee der antiken Welt.
Während Athen Tempel baute, Dramen aufführte und über die Natur des Guten diskutierte, trainierten spartanische Jungen ab dem siebten Lebensjahr für einen einzigen Zweck. Kämpfen. Überleben. Gehorchen.
Das Ergebnis war eine Gesellschaft, die so konsequent auf Krieg ausgerichtet war, dass sie bis heute fasziniert. Und bis heute missverstanden wird.
Marc Aurel sitzt in einem Zelt an der Donau und schreibt. Irgendwann um 172 nach Christus, Winter, und draußen frieren zehntausend Legionäre. Der Mann, der da schreibt, befehligt die größte Armee der bekannten Welt. Er herrscht über ein Reich von Britannien bis Mesopotamien. Und was notiert er? Keine Befehle, keine Gesetze, keine Briefe an den Senat. Er schreibt sich selbst ins Gewissen.
Was dabei herauskommt, wird man später die Selbstbetrachtungen nennen. Eines der meistgelesenen Bücher der Weltgeschichte. Geschrieben von einem Mann, der nie vorhatte, es zu veröffentlichen.
Babylon ist bis heute ein Schimpfwort. Die »Hure Babylon« aus der Offenbarung des Johannes, die apokalyptische Metapher für alles Verruchte, Dekadente, Abzuschaffende. Im Rastafari steht Babylon für das System der Unterdrückung, in der Popkultur für verlorene Pracht. Ein Sammelbegriff für Sünde.
Nur: Die reale Stadt war etwas anderes. Sie hatte womöglich 200.000 Einwohner zu einer Zeit, als die meisten Siedlungen Europas aus ein paar Dutzend Hütten bestanden. Sie lag am Euphrat, 85 Kilometer südlich des heutigen Bagdad. Und ihre Hauptbeschäftigung war nicht Orgie, sondern Verwaltung.
Ihr berühmtestes Bauwerk steht übrigens in Berlin. Das Ischtar-Tor, leuchtend blau glasiert, verziert mit Stieren und Drachen, empfängt Besucher im Pergamonmuseum in Berlin (wenn es denn geöffnet hätte …). Was von Babylon in Babylon selbst übrig ist, passt auf kaum eine Postkarte.
Verrückte römische Kaiser klingt nach Quiz-Abend. Caligula der irre Pferdefreund, Nero der Brandstifter, Commodus der Gladiator. Alles bekannt, gruselig, gut erzählt. Was seltener erwähnt wird: Fast alle diese Geschichten haben dieselbe Quelle. Und die war selten neutral.
Stell dir vor, du stehst im September des Jahres 9 n. Chr. an einem Waldrand irgendwo zwischen Weser und Ems. Du bist Legionär der 19. Legion, hast dein Gepäck auf dem Rücken, dein Schild am Arm, und vor dir erstreckt sich ein Pfad durch morastiges Gelände, so schmal, dass kaum zwei Männer nebeneinander gehen können.
Es regnet seit Stunden. Dein Scutum, der große Holzschild, hat sich mit Wasser vollgesogen und ist kaum noch zu halten. Irgendwo im Dickicht bricht ein Ast. Vielleicht ein Tier. Vielleicht auch nicht.
Was in den nächsten drei bis vier Tagen geschehen wird, verändert den Lauf der europäischen Geschichte. Drei komplette Legionen, bis zu 20.000 Mann mitsamt Tross, werden aufhören zu existieren. Ihr Befehlshaber wird sich ins eigene Schwert stürzen.
Und in Rom wird Kaiser Augustus, so die Überlieferung, gegen die Wände seines Palastes schlagen und schreien: »Quintili Vare, legiones redde!« Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen zurück.
Kleopatra sieht auf antiken Münzen aus wie jemand, den man in keinem Hollywood-Film casten würde. Flache Stirn, lange spitze Nase, kantiges Kinn. Und trotzdem brachte diese Frau die zwei mächtigsten Männer Roms dazu, ihre Pläne umzuwerfen. Vermutlich weniger durch Schönheit als durch etwas, das sich schwerer kopieren lässt.
Griechische Mythologie und Psychologie teilen mehr als ein paar entlehnte Wörter. Das Wort Psyche selbst stammt aus dem antiken Griechenland, und mit ihm eine ganze Reihe von Begriffen, die heute in Lehrbüchern, Therapiesitzungen und Alltagsgesprächen auftauchen.
Freud bediente sich bei den Griechen wie in einem Selbstbedienungsladen. Jung tat es auf seine Weise. Und selbst wer nie ein Psychologiebuch aufgeschlagen hat, kennt Narzissmus, Ödipuskomplex und Sisyphusarbeit.