Google hat am 29. Mai Gemini Spark live geschaltet, seinen 24/7-Agenten, der eigenständig im Hintergrund Aufgaben abarbeitet. Spark taucht im Web als eigener Reiter neben dem Chat auf, auf Android und iOS sitzt er zwischen Suchverlauf und Daily Brief. Verfügbar ist das Ganze vorerst nur in den USA und nur für Abonnenten des Top-Tarifs Google AI Ultra. Der Rest der Welt schaut erstmal zu.
Spark besteht aus drei Teilen: einem Task, also dem Ziel, einem Schedule, der festlegt wann er läuft, auch ausgelöst durch ein Ereignis wie eine verspätete Flugbuchung, und Skills, wiederverwendbaren Anweisungen, die er per @ oder / einbindet. Er greift auf Gmail, Kalender, Drive, Docs, Sheets und Slides zu, kann Mails beantworten, Termine umbuchen, Tabellen bauen. Dazu kommt ein ferngesteuerter Browser, der Websites selbst bedient und etwa Dinge in den Warenkorb legt, plus ein Remote-Computer mit Code-Ausführung. Bis zu 15 Aufgaben laufen gleichzeitig, technisch steckt Gemini 3.5 Flash dahinter, angebunden über das Model Context Protocol.
Damit überschreitet Google die Linie, an der ein Chatbot aufhört zu antworten und anfängt zu handeln. Genau das ist die Autonomie, über die seit Monaten alle reden, und zugleich die, vor der dieselben Leute Angst haben. Eine KI, die unbeaufsichtigt in deinem Browser einkauft und deine Mails verschickt, ist praktisch, solange sie das Richtige tut. Google nennt das Produkt selbst »Beta«, was in der Übersetzung heißt: läuft meistens.
Für deutsche Nutzer ändert sich erstmal nichts, außer dass sie sehen können, wohin die Reise geht. Spark reiht sich ein neben OpenAIs Codex und den anderen Agenten, die alle im selben Quartal das Gleiche versprechen: Du sagst, was du willst, und die Maschine macht den Rest. Wer es ausprobieren darf, zahlt dafür den teuersten Tarif und wohnt am besten in Kalifornien.
Quellen
- 9to5Google: Gemini Spark rolls out to Google AI Ultra in the US: How it works
- TechCrunch: Google introduces Gemini Spark, a 24/7 agentic assistant with Gmail integration
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