OpenAI hat »Health in ChatGPT« breit ausgerollt. Seit dem 23. Juli können alle US-Nutzer ab 18 ihre Apple-Health-Daten, medizinischen Akten und Wellness-Apps mit ChatGPT verbinden. Laborwerte deuten, den Arztbesuch vorbereiten, Schlaf und Aktivität auswerten. Die elektronischen Patientenakten kommen über eine Partnerschaft mit b.well, das Daten von rund 2,2 Millionen US-Gesundheitsdienstleistern bündelt. Europa bleibt außen vor, wie so oft.
Eine Zahl zeigt, worum es geht. Über 300 Millionen Menschen stellen ChatGPT jede Woche Gesundheitsfragen, im Januar waren es noch 230 Millionen. Wer zahlt, bekommt bessere Antworten. Gratis-Nutzer laufen mit dem schwächeren GPT-5.5 Instant, zahlende mit dem stärkeren GPT-5.6 Sol. Im hauseigenen Test HealthBench Professional schlägt Sol sogar Ärzte, bei der Vollständigkeit mit 88% gegen 53,2%. Zweiklassenmedizin per Abo, willkommen in der neuen Normalität.
Für Nutzer heißt das: ChatGPT wird zum besseren Dr. Google, mit Zugriff auf die eigenen Werte statt auf Panikforen. Die Gesundheitsdaten landen laut OpenAI weder im Training noch in der Werbung. Das klingt beruhigend, verlangt aber Vertrauen in genau die Firma, die Training mit Nutzerdaten längst zum Standard gemacht hat. Wer verbindet, sollte wissen, was er teilt.
OpenAI betont selbst, mehrfach, ChatGPT ersetze keinen Arzt. Gut so. Der Radiologie-Benchmark RadLE 2.0 zeigte gerade, dass kein einziges von 16 getesteten Modellen an menschliche Radiologen heranreicht. Das Problem ist nicht das Unwissen, sondern die Selbstsicherheit, mit der die Modelle falsche Befunde liefern. Ein Chatbot, der sich nie zu irren scheint, klingt gut, bis er sich irrt.
Quellen
- OpenAI: Health in ChatGPT
- The Decoder: ChatGPT wird zum Gesundheitsberater, OpenAI verbindet Apple Health und Patientenakten
- 9to5Mac: OpenAI relaunches Apple Health-connected ChatGPT feature with expanded access
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