Samsung Electronics gibt seit dem 21. Juni allen Beschäftigten in Korea und der gesamten Device-eXperience-Sparte weltweit Zugriff auf ChatGPT Enterprise und Codex. OpenAI feiert das als einen seiner größten Unternehmens-Rollouts überhaupt. Bemerkenswert ist vor allem, wer da ausrollt: derselbe Konzern, der genau dieses Werkzeug vor drei Jahren aus dem Haus geworfen hat.
Ein paar Zahlen, die OpenAI gern nennt: Codex zählt inzwischen mehr als 5 Millionen Nutzer pro Woche, in Korea ist die Zahl seit dem 1. Februar 2026 um fast 800% gestiegen. Eingesetzt werden ChatGPT und Codex laut Samsung quer durch den Laden, von Softwareentwicklung über Marketing und Produktentwicklung bis in die Fertigung. Zugang gibt es allerdings nicht einfach so. Erst muss eine interne KI-Sicherheitsschulung her, davor lief von April bis Mai ein zweimonatiger Probelauf.
Dass es diese Schulung überhaupt gibt, hat einen sehr konkreten Grund. 2023 verbot Samsung generative KI komplett, nachdem Ingenieure vertraulichen Quellcode und Besprechungsnotizen in die öffentliche ChatGPT-Version gekippt hatten. Jetzt macht derselbe Konzern dasselbe Tool zum Standard, nur diesmal mit Türsteher. Für KI-Nutzer ist genau das die Lehre: Es macht einen Unterschied, ob man die öffentliche Variante füttert oder die Enterprise-Version, die Eingaben nicht ins Training schiebt und hinter Zugriffskontrollen sitzt. Wer privat tippt, sollte trotzdem wissen, was mit den eigenen Daten passiert.
Ein bisschen Einordnung gehört dazu. »Alle Beschäftigten weltweit« stimmt nicht ganz, gemeint sind alle in Korea plus die DX-Sparte global. Und uneigennützig ist die Sache für keinen von beiden. Samsung liefert OpenAI längst Speicherchips für die KI-Infrastruktur, jetzt wird aus dem Zulieferer auch noch ein Großkunde. Praktisch, wenn der Hardwarepartner gleich die eigene Software einkauft.
Quellen
- OpenAI: Samsung Electronics brings ChatGPT and Codex to employees
- The Korea Times: OpenAI lands Samsung as major ChatGPT Enterprise customer
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