Meta installiert auf den Arbeitsrechnern seiner US-Mitarbeiter eine Tracking-Software. Sie erfasst Mausbewegungen, Klicks, Tastatureingaben und Screenshots. Das Ziel: Trainingsdaten für KI-Agenten sammeln, die Büroarbeit eigenständig erledigen sollen.
Das Programm trägt intern den Namen »Model Capability Initiative« und wurde vom Team der Meta Superintelligence Labs per Memo angekündigt. Laut Reuters soll die Software aufzeichnen, wie Mitarbeiter Dropdown-Menüs bedienen, Tastenkürzel verwenden und sich durch Anwendungen navigieren. Meta nennt es eine Gelegenheit für Mitarbeiter, »unsere Modelle zu verbessern, indem sie einfach ihre tägliche Arbeit machen«. Die Daten würden für keinen anderen Zweck verwendet, Schutzmaßnahmen für sensible Inhalte seien implementiert.
Was Meta nicht sagt: Die eigenen Mitarbeiter liefern damit exakt die Trainingsdaten, die nötig sind, um KI-Agenten für Computer Use zu bauen. Jene Agenten also, die perspektivisch genau die Aufgaben übernehmen, die diese Mitarbeiter gerade erledigen. Das Unternehmen plant parallel Stellenkürzungen von bis zu 20 Prozent ab Mai 2026. Wer sich fragt, wo die Trainingsdaten für die nächste Generation autonomer Desktop-Agenten herkommen: von den Leuten, die sie ersetzen sollen.
Die Methode erinnert an das, was in der KI-Branche längst Alltag ist: Nutzerdaten fließen in Modelle, oft ohne dass die Betroffenen den Umfang wirklich überblicken. Meta geht hier allerdings einen Schritt weiter und protokolliert jeden Klick im eigenen Haus.
Quellen
- Reuters via Yahoo Finance: Meta to start capturing employee mouse movements, keystrokes for AI training data (21.04.2026)
- TechCrunch: Meta will record employees‘ keystrokes and use it to train its AI models (21.04.2026)
- Fortune: Meta will start tracking employees‘ screens and keystrokes to train AI tools (21.04.2026)
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