Microsoft hat am 26. Mai die sogenannten Computer-Using Agents in Copilot Studio allgemein verfügbar gemacht. Diese Agenten bedienen Websites und Desktop-Programme direkt über die Bedienoberfläche. Sie klicken, füllen Formulare aus und lesen Bildschirminhalte, auch bei alten Systemen, die gar keine Programmierschnittstelle besitzen. Damit zielt Microsoft genau auf die Lücke, an der klassische Automatisierung bisher scheitert.
Neu ist auch eine überarbeitete Orchestrierungsschicht. Laut Microsoft verbessert sie die Auswertungsqualität der Agenten um rund 20 Prozent und senkt zugleich den Tokenverbrauch um 50%. Als Praxisbeispiel nennt das Unternehmen den Umzugsdienstleister Graebel, dessen interne Plattform für Relocation-Anfragen keine Schnittstelle hat. Ein KI-Agent liest dort eingehende E-Mails, prüft sie gegen Geschäftsregeln und bedient das System anschließend selbst über die Oberfläche.
Für Unternehmen heißt das, dass sich auch Software automatisieren lässt, die nie für solche Eingriffe gedacht war, und das ohne eine Zeile Code. Der Haken liegt im Kleingedruckten. Viele der neuen Funktionen, etwa das Einbetten der Agenten in Workflows oder die neue Orchestrierung, stecken noch in der Vorschau. Und der Abstand zwischen einer gelungenen Demo und dem verlässlichen Dauerbetrieb ist groß. Eine Zahl ordnet das ein: 88% der Unternehmen setzen KI ein, aber nur 23% bringen einen Agenten wirklich in den Skalierungsbetrieb.
Parallel hat Microsoft Echtzeit-Sprachagenten in Nordamerika und die Agent-zu-Agent-Kommunikation allgemein freigeschaltet. Die Richtung ist klar. Copilot Studio soll die Plattform werden, auf der Firmen ihre Agenten bauen, verbinden und überwachen.
Quellen
- Microsoft Copilot Blog: New and improved: Computer-using agents, a new workflows experience, and real-time voice experiences
- Microsoft Community Hub: Computer-using agents in Microsoft Copilot Studio are now generally available
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