OpenAI hat heute GPT-5.5 veröffentlicht. Sechs Wochen nach GPT-5.4. Das Tempo ist bemerkenswert, selbst für ein Unternehmen, das seit Monaten im Wochenrhythmus liefert. Präsident Greg Brockman nennt es »eine neue Klasse von Intelligenz für echte Arbeit«. Das klingt nach Marketingabteilung, aber die ersten Benchmarks geben ihm teilweise recht.
GPT-5.5 ist laut OpenAI schneller und präziser als sein Vorgänger, braucht weniger Tokens für dieselbe Aufgabe und kommt mit weniger expliziten Anweisungen aus. Das Modell soll in den Benchmarks sowohl Googles Gemini 3.1 Pro als auch Anthropics Claude Opus 4.5 übertreffen. Besonders bei mehrstufigen Workflows, also Aufgaben, die mehrere Schritte ohne menschliches Eingreifen erfordern, zeige sich der Fortschritt. Ein Matheprofessor baute in einer Demo eine Algebra-App in elf Minuten aus einem einzigen Prompt. Die Bank of New York lobt die verbesserte Halluzinationsresistenz als »entscheidenden Fortschritt« für regulierte Branchen.
Die Zahlen dahinter: über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer, 50 Millionen zahlende Abonnenten, 9 Millionen Business-Accounts. GPT-5.5 steht ab sofort allen Bezahlkunden zur Verfügung, in ChatGPT und im Coding-Assistenten Codex. OpenAI treibt damit seine Strategie voran, ChatGPT, Codex und einen KI-Browser zu einer »Super-App« für Unternehmen zu verschmelzen. Ob das aufgeht, wird sich zeigen. Wer heute zwischen Claude, ChatGPT und Gemini wählt, hat jedenfalls mehr Optionen als je zuvor.
Quellen
- Fortune: OpenAI launches GPT-5.5 just weeks after GPT-5.4
- TechCrunch: OpenAI releases GPT-5.5
- CNBC: OpenAI announces GPT-5.5
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Alle sechs Wochen ein neues Modell, das laut Benchmarks alles Bisherige übertrifft. Irgendwann fragt man sich, ob die Versionsnummern schneller wachsen als der tatsächliche Nutzen. Wer merkt den Unterschied zwischen 5.4 und 5.5 in der täglichen Arbeit wirklich?