33 Buchstaben sind es, davon sehen etliche genauso aus wie unsere lateinischen. Ein paar andere kennt man vom Griechischen. Und der Rest? Lässt sich in ein paar Stunden draufschaffen.
Es geht nicht darum, Russisch zu lernen. Es geht darum, eine Schrift zu entziffern. Straßenschilder in Sofia, Speisekarten in Belgrad, Beschriftungen auf ukrainischen Landkarten, kyrillische Untertitel in Dokumentationen. Wer die Buchstaben kennt, kann sie lesen – egal in welcher Sprache. Das ist der Unterschied zwischen einer Wand aus Zeichen und einer Tür, die sich öffnen. Probiere es hier einfach mal aus …
Browserbasiertes Lern-Tool
Kyrillische Buchstaben schnell lesen lernen
Alphabet, Lernkarten, Quiz, Fokus auf schwierige Zeichen und Lesetraining in einem kompakten Tool fuer WordPress.
1. Uebersicht
Alphabet auf einen Blick
2. Lernkarten
Buchstaben trainieren
Lateinisch: A a
Laut: wie in "Auto"
Merkhilfe: Sieht fast gleich aus.
3. Fokusmodus
Problemzeichen trainieren
Falsch beantwortete oder unsichere Zeichen landen hier automatisch.
4. Quiz
Welcher Laut passt?
Welcher lateinische Laut passt zu diesem Zeichen?
Waehle eine Antwort, um sofort Feedback zu bekommen.
5. Lesetraining
Kurze Woerter lesen
Lies das Wort erst selbst, dann decke die Hilfe auf.
Umschrift: mama
Bedeutung: Mama
Hinweis: Fast alles klingt hier so, wie es aussieht.
Woher kommt die kyrillische Schrift?
Die kurze Antwort: aus dem Griechischen. Die lange ist interessanter.
Im 9. Jahrhundert schickte der byzantinische Kaiser Michael III. zwei Brüder aus Thessaloniki los, um die slawischen Völker zu missionieren. Kyrill und Method hießen sie. Für die Übersetzung religiöser Texte brauchten sie eine Schrift, die slawische Laute abbilden konnte. Also bauten sie eine – die glagolitische Schrift. Die sah vollkommen anders aus als das heutige Kyrillisch und hat sich nicht durchgesetzt.
Was wir heute Kyrillisch nennen, entstand vermutlich erst im 10. Jahrhundert in Bulgarien, entwickelt von Schülern der beiden Brüder. Sie nahmen das griechische Alphabet als Grundlage und ergänzten es um Zeichen für typisch slawische Laute – Zischlaute, die das Griechische nicht kannte. Die Benennung nach Kyrill ist also streng genommen eine Ehrenbezeichnung. Kein Autorenvermerk.
Peter der Große vereinfachte die Schrift um 1700 und passte sie optisch an die lateinische an. Die letzte große Reform kam 1917/18 und strich überflüssige Buchstaben. Seitdem sind es 33 im russischen Alphabet, 33 im ukrainischen (aber nicht dieselben), 30 im bulgarischen, 30 im serbischen. Die Grundstruktur ist überall gleich.
Nicht eine Schrift, sondern eine Familie
Kyrillisch ist nicht gleich Kyrillisch. Über 50 Sprachen nutzen die Schrift als offizielles System, rund 250 Millionen Menschen schreiben damit. Russisch, Ukrainisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch, Weißrussisch, Kasachisch, Kirgisisch, Mongolisch – die Liste ist lang.
Jede Sprache hat ihre eigene Variante. Das ukrainische Alphabet kennt Buchstaben, die es im Russischen nicht gibt, und umgekehrt. Das serbische hat weniger Buchstaben, dafür andere Sonderzeichen. Aber die Kernbuchstaben sind identisch. Wer einmal den Grundstock gelernt hat, kann sich in alle Varianten hineinlesen. Wie bei Präfixen aus dem Lateinischen und Griechischen – die Wurzel zu kennen reicht, um vieles abzuleiten.
In Serbien existieren Kyrillisch und Lateinisch sogar nebeneinander. Straßenschilder, Zeitungen, Behördenformulare – alles gibt es in beiden Schriften. Das ist, als würde man in Deutschland wahlweise in Sütterlin oder Antiqua schreiben.