65 Suffixe aus dem Lateinischen und Griechischen, die im Deutschen unentbehrlich sind

65 Suffixe aus dem Lateinischen und Griechischen, die im Deutschen unentbehrlich sind

Ein Suffix, auch Nachsilbe genannt, wird an das Ende eines Wortstammes angehängt, um ein neues Wort zu erzeugen. Suffixe können auch genutzt werden, um die grammatische Funktion eines Wortes zu modifizieren, beispielsweise um aus einem Verb ein Substantiv zu machen.

Im Deutschen spielen Suffixe eine wichtige Rolle, denn sie ermöglichen es, die Sprache dynamisch und gleichzeitig flexibel zu erweitern. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, wie die folgende Liste beweist.

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Der prägende Einfluß des Griechischen

Der Grund dafür geht auf die Antike zurück. Griechische Philosophen und Wissenschaftler waren es, die die die Grundsteine für zahlreiche wissenschaftliche Theorien und Konzepte legten. Diese Ursprünge erklären, warum das Griechische als Lingua Franca der Gelehrten und für den intellektuellen Dialog fungieren konnte. Mit der Übernahme dieser wissenschaftlichen Konzepte und des dazugehörigen Wortschatzes in spätere Epochen wurden die griechischen Elemente zu einem festen Bestandteil der Fachsprache.

Die Renaissance und die Aufklärung, Epochen der Wiederentdeckung und Förderung antiken Wissens, haben die Relevanz des Griechischen sogar noch verstärkt. Es wurden neue, präzise und international verständliche Fachtermini etabliert, die für die moderne Wissenschaft und Technologie essentiell sind.

Einen Sprachgebrauch ohne das Griechische können wir uns heute kaum vorstellen, wenn man einmal darauf achtet, wo überall die Antike drin steckt. Siehe auch: 63 Präfixe aus dem Lateinischen und Griechischen, die im Deutschen unverzichtbar sind

Liste lateinischer und griechischer Suffixe im Deutschen

Hier ist eine Auswahl, der wichtigsten Suffixe. Sortier nach Wichtigkeit und Anwendungsfrequenz. Die Beispiele dienen der Veranschaulichung.

  1. -kratie (gr.): Bezeichnet eine Form oder ein System der Regierung oder Herrschaft. Beispiel: Demokratie, Autokratie, Bürokratie.
  2. -logie (gr.): Bezeichnet die Wissenschaft, Lehre oder das Studium von etwas. Beispiel: Biologie, Psychologie, Technologie.
  3. -phobie (gr.): Bezeichnet eine irrationale Angst oder Abneigung gegen etwas. Beispiel: Arachnophobie, Xenophobie, Agoraphobie.
  4. -meter (gr.): Bezeichnet ein Gerät zur Messung. Beispiel: Thermometer, Barometer, Kilometer.
  5. -ismus (gr.): Bezeichnet eine Lehre, ideologische Bewegung oder charakteristische Verhaltensweise. Beispiel: Kapitalismus, Vandalismus, Konservatismus.
  6. -therapie (gr.): Bezeichnet eine Behandlungsmethode. Beispiel: Physiotherapie, Chemotherapie, Psychotherapie.
  7. -grafie (gr.): Bezeichnet die Beschreibung oder Aufzeichnung. Beispiel: Biografie, Fotografie, Kartografie.
  8. -nomie (gr.): Bezeichnet ein Gesetzes- oder Regelwerk, oft in wissenschaftlichen Disziplinen. Beispiel: Astronomie, Ökonomie, Autonomie.
  9. -philie (gr.): Bezeichnet die Liebe oder Vorliebe für etwas. Beispiel: Bibliophilie, Audiophilie, Anglophilie.
  10. -skop (gr.): Bezeichnet ein Instrument zur visuellen Beobachtung. Beispiel: Mikroskop, Teleskop, Periskop.
  11. -archie (gr.): Bezeichnet eine Herrschaftsform oder Rangordnung. Beispiel: Monarchie, Anarchie, Oligarchie.
  12. -gen (gr.): Bezeichnet etwas, das erzeugt oder hervorbringt. Beispiel: Allergen, Pathogen.
  13. -zyklus (gr.): Bezeichnet einen Kreis, eine Umdrehung oder eine wiederkehrende Abfolge. Beispiel: Lebenszyklus, Wasserzyklus.
  14. -zid (lat.): Bezeichnet das Töten oder die Vernichtung. Beispiel: Suizid, Genozid, Pestizid.
  15. -morph (gr.): Bezeichnet die Form oder Gestalt. Beispiel: Amorph, Polymorph, Anthropomorph.
  16. -pathie (gr.): Bezeichnet Leiden oder Krankheit. Beispiel: Empathie, Neuropathie.
  17. -log (gr.): Bezeichnet das Sprechen oder die Lehre. Beispiel: Dialog, Katalog, Monolog.
  18. -drom (gr.): Bezeichnet einen Lauf, eine Bahn oder einen Weg. Beispiel: Hippodrom, Syndrom, Velodrom.
  19. -krat (gr.): Bezeichnet einen Anhänger einer bestimmten Herrschaftsform. Beispiel: Demokrat, Autokrat, Technokrat.
  20. -lat (lat.): Bezeichnet etwas, das getragen wird. Beispiel: Diplomat, Akrobat, Bürokrat.
  21. -therm (gr.): Bezeichnet die Wärme. Beispiel: Endotherm, Exotherm.
  22. -tonie (gr.): Bezeichnet die Spannung. Beispiel: Hypotonie, Dystonie, Isotonie.
  23. -lith (gr.): Bezeichnet den Stein. Beispiel: Monolith, Megalith.
  24. -gon (gr.): Bezeichnet eine geometrische Figur mit einer bestimmten Anzahl von Ecken. Beispiel: Pentagon, Hexagon, Oktagon.
  25. -pedie (gr.): Bezeichnet die Erziehung oder Bildung. Beispiel: Enzyklopädie, Pädiatrie, Orthopädie.
  26. -stase (gr.): Bezeichnet das Stehen oder die Stabilität. Beispiel: Homöostase, Metastase, Ekstase.
  27. -troph (gr.): Bezeichnet die Ernährung oder das Wachstum. Beispiel: Atrophie, Eutrophie, Hypertrophie.
  28. -log (lat.): Bezeichnet das Sammeln oder Aufzeichnen. Beispiel: Katalog, Prolog, Epilog.
  29. -gramm (gr.): Bezeichnet etwas Geschriebenes oder Aufgezeichnetes. Beispiel: Telegramm, Diagramm, Programm.
  30. -thermie (gr.): Bezeichnet die Wärme oder Temperatur. Beispiel: Hypothermie, Hyperthermie, Thermoregulation.
  31. -zoon (gr.): Bezeichnet ein Lebewesen oder Tier. Beispiel: Protozoon, Metazoon, Parazoon.
  32. -zyt (gr.): Bezeichnet eine Zelle. Beispiel: Leukozyt, Erythrozyt, Thrombozyt.
  33. -trop (gr.): Bezeichnet die Wendung oder Neigung zu etwas. Beispiel: Heliotrop, Phototrop, Geotrop.
  34. -plasie (gr.): Bezeichnet die Bildung oder Formung. Beispiel: Hyperplasie, Neoplasie, Aplasie.
  35. -lyse (gr.): Bezeichnet die Auflösung oder Zersetzung. Beispiel: Analyse, Dialyse, Hydrolyse.
  36. -manie (gr.): Bezeichnet eine Besessenheit oder Leidenschaft für etwas. Beispiel: Kleptomanie, Pyromanie, Bibliomanie.
  37. -naut (gr.): Bezeichnet einen Reisenden oder Seefahrer. Beispiel: Astronaut, Kosmonaut, Argonaut.
  38. -onym (gr.): Bezeichnet einen Namen. Beispiel: Synonym, Pseudonym, Akronym.
  39. -sepsis (gr.): Bezeichnet die Fäulnis oder Zersetzung, insbesondere in medizinischen Kontexten. Beispiel: Sepsis, Antisepsis, Asepsis.
  40. -stat (gr.): Bezeichnet ein Instrument zur Stabilisierung oder Regulierung. Beispiel: Thermostat, Hemostat.
  41. -technik (gr.): Bezeichnet die Kunst oder das Handwerk. Beispiel: Pyrotechnik, Biotechnik, Nanotechnik.
  42. -topie (gr.): Bezeichnet einen Ort oder Raum. Beispiel: Utopie, Heterotopie, Atopie.
  43. -urgie (gr.): Bezeichnet ein Werk oder eine Tätigkeit. Beispiel: Chirurgie, Lithurgie.
  44. -vore (lat.): Bezeichnet das Essen oder die Ernährungsweise. Beispiel: Herbivore, Karnivore, Omnivore.
  45. -zeption (lat.): Bezeichnet das Empfangen oder die Wahrnehmung. Beispiel: Konzeption, Perzeption, Rezeption.
  46. -dikt (lat.): Bezeichnet das Sagen oder Sprechen. Beispiel: Verdikt, Prädikt, Benedikt.
  47. -fusion (lat.): Bezeichnet das Verschmelzen oder Vereinigen. Beispiel: Fusion, Konfusion, Transfusion.
  48. -genese (gr.): Bezeichnet die Entstehung oder Entwicklung. Beispiel: Genese, Pathogenese, Morphogenese.
  49. -habitat (lat.): Bezeichnet den Lebensraum. Beispiel: Inhabitat, Habitat, Rehabitat.
  50. -jekt (lat.): Bezeichnet das Werfen oder Schleudern. Beispiel: Projekt, Objekt, Subjekt.
  51. -lution (lat.): Bezeichnet die Lösung oder Entwicklung. Beispiel: Revolution, Evolution.
  52. -mission (lat.): Bezeichnet das Senden oder Übermitteln. Beispiel: Emission, Transmission, Remission.
  53. -morphie (gr.): Bezeichnet die Form oder Gestalt. Beispiel: Polymorphie, Amorphie, Zoomorphie.
  54. -path (gr.): Bezeichnet das Gefühl oder Leiden. Beispiel: Soziopath, Sympath, Empath.
  55. -skript (lat.): Bezeichnet das Geschriebene. Beispiel: Manuskript, Typoskript.
  56. -sphäre (gr.): Bezeichnet den Bereich oder Raum. Beispiel: Atmosphäre, Biosphäre, Lithosphäre.
  57. -thek (gr.): Bezeichnet eine Sammlung oder Aufbewahrungsort. Beispiel: Bibliothek, Mediathek, Apotheke.
  58. -valenz (lat.): Bezeichnet die Stärke oder Kapazität. Beispiel: Valenz, Bivalenz, Multivalenz.
  59. -vers (lat.): Bezeichnet das Wenden oder Drehen. Beispiel: Univers, Avers.
  60. -vok (lat.): Bezeichnet das Rufen oder Sprechen. Beispiel: Vokabel, Provokation, Evokation.
  61. -zept (lat.): Bezeichnet das Ergreifen oder Annehmen. Beispiel: Konzept, Rezept, Perzept.
  62. -zyklisch (gr.): Bezeichnet den Kreislauf oder die Wiederkehr. Beispiel: Monozyklisch, Polyzklisch.
  63. -ästhesie (gr.): Bezeichnet die Wahrnehmung oder Empfindung. Beispiel: Anästhesie, Hyperästhesie, Synästhesie.
  64. -ät (lat.): Bezeichnet die Eigenschaft oder Qualität. Beispiel: Qualität, Quantität, Modalität.
  65. -ös (gr.): Bezeichnet die Beschaffenheit oder Fülle. Beispiel: Porös, Mysteriös.
  66. -itis (gr.): Bezeichnet Entzündung oder Erkrankung. Beispiel: Arthritis, Hepatitis, Gastritis.

Es gibt weitere. Aber das hier sind die Wichtigsten. Jedes Suffix trägt ein wenig dazu bei, die deutsche Sprache anzureichern und zu verbessern.

Werkstatt

Die Visualisierungen generierte die KI DALL-E via Bing, was darin abgebildet ist, existiert in der realen Welt nicht. Die verwendeten Fonts im Beitragsbild oben sind Anton (Google) und Alegreya Sans (Google).

Der Autor

Sven Lennartz AvatarSven Edmund Lennartz ist Fachautor, Schriftsteller und Gründer verschiedener Online-Projekte, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Homepage