Effizient recherchieren: 57 Akademische Ausdrücke für die perfekte Literatursuche

Effizient recherchieren: Akademische Ausdrücke für die Literatursuche

Wer in Datenbanken wie JSTOR, Google Scholar oder PubMed nach wissenschaftlicher Literatur sucht, stößt schnell an Grenzen. Die Suchmaschine findet entweder zu viel oder das Falsche. Oft liegt es an den Suchbegriffen.

Akademische Fachausdrücke helfen, die Suche zu präzisieren. Wer »Kausalität« statt »Ursache und Wirkung« eingibt, findet andere Ergebnisse. Wer »Meta-Analyse« kennt, kann gezielt nach Überblicksarbeiten suchen.

Diese 57 Begriffe machen die Literaturrecherche effizienter. Siehe auch: 11 Recherche-Prompts für Fortgeschrittene: So wird KI zum Analyse-Werkzeug

Drei Beispiele für die Anwendung

  1. Philosophie: Der Suchbegriff »Epistemologie« führt gezielt zu Texten über Erkenntnistheorie – präziser als »Wissen« oder »Erkenntnis«.
  2. Sozialwissenschaft: »Kausalität« findet Studien zu Ursache-Wirkung-Beziehungen, ohne sich durch allgemeine Treffer zu »Zusammenhang« kämpfen zu müssen.
  3. Politikwissenschaft: »Diskursanalyse« führt direkt zu Forschungsarbeiten über Sprache und Macht – statt zu beliebigen Texten über »politische Kommunikation«.

57 akademische Fachausdrücke für die Recherche

  1. Abduktion: logischer Schluss, der über die reine Beobachtung hinausgeht
  2. Abstract: kurze Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Textes
  3. Axiom: grundlegende Annahme
  4. Bibliografie: Auflistung von Literaturquellen
  5. Deduktion: logisches Schlussfolgern vom Allgemeinen zum Besonderen
  6. Deskriptiv: beschreibend
  7. Dialektik: Kunst des Gesprächs, Argumentation durch These und Antithese
  8. Diskursanalyse: Untersuchung von Sprachgebrauch in Texten
  9. Empirie: erfahrungsbasierte Forschung
  10. Epistemologie: Erkenntnistheorie
  11. Exegese: kritische Textinterpretation
  12. Explikativ: erklärend
  13. Exzerpt: ausführliche Zusammenfassung eines Textes mit eigenen Anmerkungen
  14. Hermeneutik: Lehre der Textinterpretation
  15. Heuristik: Methodik zur Problemlösung
  16. Hypothese: Annahme zur Erklärung
  17. Implikation: logische Folgerung
  18. Induktion: Schluss von Einzelfällen auf Allgemeines
  19. Interdisziplinär: fachübergreifend
  20. Kausalität: Ursache-Wirkung-Beziehung
  21. Kohärenz: innerer Zusammenhang
  22. Kontingenz: Möglichkeit des Andersseins
  23. Korrelation: Wechselbeziehung
  24. Kritische Theorie: gesellschaftskritische Betrachtungsweise
  25. Makroebene: großräumige, übergeordnete Perspektive
  26. Meta-Analyse: statistische Analyse, die Ergebnisse aus mehreren Studien zusammenfasst
  27. Methode: systematisches Vorgehen
  28. Mikroebene: kleinräumige, detaillierte Perspektive
  29. Narrativ: Erzählstruktur
  30. Normativ: auf Normen basierend
  31. Ontologie: Lehre vom Sein
  32. Paper: wissenschaftliche Abhandlung
  33. Paradigma: theoretischer Rahmen
  34. Phänomenologie: Lehre von den Erscheinungen
  35. Pragmatik: Nutzungskontext von Sprache
  36. Prämisse: Voraussetzung
  37. Primärquelle: ursprüngliche, unveränderte Informationsquelle
  38. Quantitativ: in Zahlen messbar
  39. Qualitativ: nicht in Zahlen messbar, beschreibend
  40. Quellenkritik: Bewertung der Glaubwürdigkeit und Relevanz von Informationsquellen
  41. Replikation: Nachbildung von Studien
  42. Resilienz: Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit
  43. Retrospektiv: rückblickend
  44. Schlüsselbegriff: zentrales Konzept in einem Text oder Diskurs
  45. Schnittstelle: Verbindungspunkt zwischen verschiedenen Systemen
  46. Sekundärquelle: Information, die auf Primärquellen basiert, aber diese interpretiert
  47. Semantik: Bedeutungslehre
  48. Semantisch: die Bedeutung von Wörtern betreffend
  49. Stichwortverzeichnis: alphabetische Liste von Begriffen mit Seitenverweisen
  50. Syntaktisch: den Satzbau betreffend
  51. Validität: Gültigkeit
  52. Variable: veränderbare Größe
  53. Volatilität: Schwankungsanfälligkeit
  54. Volltext: kompletter Text eines Dokuments
  55. Zirkulär: kreisförmig, wiederkehrend
  56. Zitationen: Verweise auf andere wissenschaftliche Arbeiten
  57. Zitationsanalyse: Untersuchung, wie oft ein Werk zitiert wird

Zitationen vs. Zitate – der Unterschied

Die Begriffe werden oft verwechselt. Zitate sind wörtliche Textübernahmen aus einer Quelle. Zitationen sind Verweise auf andere Werke – die Erwähnung einer Quelle, ohne sie wörtlich zu übernehmen. In der Wissenschaft zählt man Zitationen, um die Bedeutung eines Werkes zu messen.

KI-Tools für die Literaturrecherche

Die klassische Datenbanksuche lässt sich heute mit KI-Werkzeugen ergänzen. Einige sind speziell für wissenschaftliche Recherche gebaut:

Elicit durchsucht wissenschaftliche Paper und fasst Ergebnisse zusammen. Man kann Forschungsfragen in natürlicher Sprache stellen.

Consensus durchsucht peer-reviewte Studien und zeigt, was die Forschung zu einer Frage sagt – mit Quellenangaben.

Perplexity eignet sich für den Einstieg in ein Thema. Die KI fasst zusammen und verlinkt Quellen.

Google Scholar bleibt unverzichtbar. Der Tipp: In den Einstellungen »Bibliothekslinks« aktivieren, um direkt auf Volltexte zuzugreifen, die deine Uni-Bibliothek lizenziert hat.

Prompts für die Recherche mit ChatGPT

ChatGPT kann keine Datenbanken durchsuchen, aber bei der Vorbereitung und Auswertung helfen.

Suchbegriffe generieren:

Ich schreibe eine Hausarbeit über [Thema]. Welche akademischen Fachbegriffe und englischen Keywords sollte ich in Google Scholar und JSTOR verwenden?

Abstract auswerten:

Hier ist das Abstract einer Studie: [Abstract einfügen]. Fasse die zentrale Fragestellung, Methode und Ergebnisse in je einem Satz zusammen. Ist die Studie für eine Arbeit über [dein Thema] relevant?

Forschungsstand strukturieren:

Ich habe diese fünf Paper zu meinem Thema gefunden: [Titel und Autoren auflisten]. Hilf mir, sie thematisch zu gruppieren und Gemeinsamkeiten sowie Widersprüche zu identifizieren.

Literaturverzeichnis prüfen:

Prüfe dieses Literaturverzeichnis auf formale Fehler nach APA 7: [Verzeichnis einfügen]

Wichtig: KI-generierte Quellenangaben immer verifizieren. Sprachmodelle erfinden gelegentlich Studien, die es nicht gibt.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage