Seit dem 2. August gilt Artikel 50 der KI-Verordnung. Vier Pflichten stehen drin: Wer mit einem Chatbot spricht, muss das erkennen können. Anbieter generativer Systeme müssen ihre Ausgaben maschinenlesbar als KI-Produkt markieren. Wer Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung einsetzt, muss die Betroffenen informieren. Und Deepfakes sowie bestimmte KI-Texte müssen offengelegt werden. Die Europäische Kommission hat dazu Leitlinien, FAQs und einen Verhaltenskodex veröffentlicht, damit niemand behaupten kann, er habe es nicht gewusst.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Alibaba lässt sein größtes Modell 16 Tage allein programmieren und gibt die Gewichte frei
Alibabas Qwen-Team hat Qwen3.8-Max allgemein verfügbar gemacht. 2,4 Billionen Parameter, davon laut Qwen-Angaben 95 Milliarden pro Anfrage aktiv, eine Million Token Kontext, 2 Dollar pro Million Eingabe-Token und 6 Dollar pro Million Ausgabe-Token. Nächste Woche sollen die Gewichte auf Hugging Face und ModelScope liegen, zusammen mit einem kleineren Qwen3.8-27B. Es wäre das erste Modell der Max-Klasse, dessen Gewichte überhaupt öffentlich werden. Ein Termin für die Lizenz fehlt noch, was bei Ankündigungen dieser Art selten ein gutes Zeichen ist.
OpenAI kündigt sein nächstes Modell Astra beiläufig in einem Mathe-Paper an
OpenAI hat am 1. August eine Publikation mit dem denkbar unaufgeregten Titel »Ten advances in mathematics and theoretical computer science« veröffentlicht. Darin: zehn neue Ergebnisse zu Problemen, die seit mindestens einem Jahrzehnt offen sind, viele davon deutlich länger. Und mitten im Fließtext, in einem Nebensatz, die eigentliche Nachricht: Erzeugt wurden diese Ergebnisse von einer internen Version von Astra, »our next major model«. So kündigt man also heute ein Frontier-Modell an, versteckt zwischen Ramsey-Zahlen und von-Neumann-Algebren.
DeepSeek schiebt sein kleines Modell am eigenen Flaggschiff vorbei
DeepSeek hat am 31. Juli die offizielle Version von DeepSeek-V4-Flash veröffentlicht, intern V4-Flash-0731. Die Gewichte liegen auf Hugging Face unter MIT-Lizenz, das Modell hat 304 Milliarden Parameter und ein Kontextfenster von einer Million Token. Die Architektur ist laut Unternehmen exakt dieselbe wie in der April-Preview. Der komplette Zugewinn kommt aus dem Nachtraining. Der ursprüngliche Termin Mitte Juli wurde gerissen, und das lange angekündigte große Schwestermodell V4-Pro fehlt weiterhin.
DeepSeek schlägt mit 13 Milliarden aktiven Parametern das eigene große Modell
DeepSeek hat die finale Version von V4-Flash veröffentlicht, intern DeepSeek-V4-Flash-0731. Sie ersetzt die Preview und liegt unter MIT-Lizenz auf Hugging Face, Gewichte zum Herunterladen inklusive. 304 Milliarden Parameter insgesamt, davon rund 13 Milliarden aktiv pro Token, eine Million Token Kontext, dazu ein angehängtes Modul für spekulatives Dekodieren. Der Sprung liegt vor allem bei agentischen Aufgaben.
OpenAI kündigt Astra mit zehn gelösten Mathe-Problemen an, statt mit einer Pressemitteilung
OpenAI hat am 1. August 2026 den Namen seines nächsten großen Modells bestätigt. Es heißt Astra, und die Ankündigung kam ohne Produktseite, ohne Preisliste, ohne Verfügbarkeitsdatum. Stattdessen veröffentlichte das Unternehmen eine Publikation mit zehn Lösungen zu Problemen aus Mathematik und theoretischer Informatik, an denen seit mindestens einem Jahrzehnt niemand mehr vorangekommen war. Darunter die Existenz nicht-sofischer Gruppen, eine Widerlegung von Connes‘ Rigiditätsvermutung, neue obere Schranken für die Dichte hochdimensionaler Kugelpackungen und die Erdős-Probleme 146, 180 und 183.
OpenAI macht Luna 80 Prozent billiger
OpenAI hat am 30. Juli die API-Preise gesenkt. GPT-5.6 Luna kostet 80% weniger, GPT-5.6 Terra 20% weniger. Luna liegt jetzt bei 0,20 Dollar pro Million Input-Token und 1,20 Dollar Output, Terra bei 2 und 12 Dollar. Vorher waren es bei Terra 2,50 und 15 Dollar. Sol bleibt beim alten Preis, dafür gibt es dort einen neuen Fast mode, der Priority Processing ablöst und bis zu 2,5-mal schneller läuft, zum doppelten Preis und ohne mehr Intelligenz.
PwC erfindet ein Produkt und vier Staatskunden dazu
GPTZero hat vier Thought-Leadership-Berichte von PwC Middle East aus den Jahren 2024 bis 2026 geprüft und in allen vieren halluzinierte Quellen, erfundene Behauptungen und kaputte Fußnoten gefunden. Zusammen enthalten die Berichte 111 Quellenangaben. Der Spitzenreiter heißt »Transforming Governance« und dreht sich um ein Framework namens Citizen Pulse, das PwC als regionale Erfolgsgeschichte beschreibt. Es gibt in dem gesamten öffentlich zugänglichen PwC-Universum keinen zweiten Beleg für seine Existenz.