Microsoft ersetzt in Excel und Outlook zunehmend Modelle von OpenAI und Anthropic durch eigene MAI-Modelle. Laut Bloomberg laufen inzwischen zehntausende KI-Anfragen pro Woche in den beiden Office-Anwendungen über die hauseigene Technik, vorher stützte man sich dort stärker auf OpenAI und Anthropic. Ein Microsoft-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Claude Cowork verlässt den Schreibtisch
Anthropic schickt Claude Cowork von der Desktop-App raus in die Welt. Seit dem 7. Juli 2026 läuft der Agent auch im Browser auf claude.ai und in der iOS- sowie Android-App. Aufgaben, die man am Rechner startet, laufen jetzt im Hintergrund weiter, selbst wenn der Laptop zugeklappt ist, und lassen sich vom Handy aus checken. Der Beta-Zugang startet mit dem Max-Plan, weitere Tarife sollen folgen.
Google füttert seine KI jetzt mit deinen Fotos und deiner Stimme
Google hat im Juni per stiller E-Mail an seinen Datenschutzeinstellungen geschraubt, und die Tragweite wird erst jetzt richtig sichtbar. Wer Google-Suchdienste nutzt, also auch Lens, Maps, Shopping, Flüge, Hotels, Übersetzer oder die Sprachsuche, speichert damit standardmäßig mehr Daten fürs KI-Training als vorher. Zwei neue Einstellungen heißen »Search Services History« und »Personalized Recommendations«, verkauft als mehr Kontrolle für Nutzer. Tatsächlich landen jetzt auch Bilder, Dateien sowie Audio- und Videoaufnahmen in der Trainingsmasse, wenn niemand aktiv widerspricht.
Anthropic findet einen stillen Denkraum in Claude
Anthropic hat in einem neuen Forschungspapier eine interne Struktur in Claude beschrieben, die das Unternehmen J-Space nennt. Es ist ein kleiner Bereich in den Aktivierungsmustern des Modells, in dem Konzepte auftauchen, die Claude benennen, gezielt ansteuern und für mehrstufiges Schlussfolgern nutzen kann. Der Rest der Verarbeitung läuft automatisch und für das Modell selbst nicht direkt zugänglich ab. Gefunden haben die Forscher die Struktur mit einer neuen Analysemethode namens J-Lens, die auf der Jacobi-Matrix beruht.
Ein getuntes Qwen schlägt GPT-5.5 bei Finanzaufgaben, zum Vierzehntel des Preises
Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater hat zusammen mit Thinking Machines Lab, dem Startup der früheren OpenAI-Technikchefin Mira Murati, ein frei herunterladbares Sprachmodell so lange trainiert, bis es GPT-5.5, Claude Opus 4.8 und Gemini bei Finanzaufgaben hinter sich lässt. Basis war Qwen3-235B, ein Open-Weight-Modell aus China. Das getunte Modell trifft in 84,7 Prozent der Fälle richtig, das beste Frontier-Modell kam auf 78,2 Prozent.
Cloudflare will KI-Suchmaschinen für jede genutzte Antwort zahlen lassen
Cloudflare hat am 1. Juli, dem selbst ausgerufenen Content Independence Day, das alte Geschäftsmodell des Web für tot erklärt und gleich ein neues nachgeschoben. Aus »Pay Per Crawl« wird »Pay Per Use«. Wer eine Website betreibt, soll künftig nicht mehr nur dafür Geld sehen, dass ein KI-Bot die Seite abgrast, sondern dafür, dass der Inhalt tatsächlich in einer KI-Antwort landet. Cloudflare, hinter dessen Netzwerk über 20% des Web hängen, spielt dabei die Kasse.