Seit heute, dem 1. Juni, rechnet GitHub Copilot anders ab. Alle Tarife wechseln von Premium Requests auf sogenannte AI Credits. Bezahlt wird künftig nach Tokenverbrauch, Eingabe, Ausgabe und zwischengespeicherte Tokens zählen mit, jeweils zu den API-Preisen des gewählten Modells. Ein Credit entspricht einem US-Cent.
Die Grundpreise bleiben gleich. Copilot Pro kostet weiter 10 Dollar im Monat, Pro+ 39 Dollar, Business 19 Dollar pro Nutzer, Enterprise 39 Dollar. In jedem Tarif steckt ein monatliches Guthaben in genau dieser Höhe, ein 10-Dollar-Abo bringt 10 Dollar an Credits. Code-Vervollständigung und Next Edit Suggestions bleiben gratis. Das eigentlich Interessante ist, was verschwindet: der Fallback. Bisher durfte man nach dem Aufbrauchen der Requests auf ein günstigeres Modell ausweichen und weiterarbeiten. Damit ist Schluss. Sind die Credits weg und steht das Budget auf null, hört Copilot einfach auf.
Für Vielnutzer ist das eine Preiserhöhung im Tarnanzug. GitHub liefert den Grund gleich mit: Eine kurze Chatfrage und eine mehrstündige autonome Coding-Session kosteten bisher dasselbe. Genau diese agentischen Dauerläufe fressen Rechenleistung, und die hat GitHub bislang quersubventioniert. Wer Copilot also als Agenten über ganze Repositories laufen lässt, merkt den Unterschied zuerst. Warum autonome Agenten so teuer werden, haben wir an anderer Stelle aufgedröselt. GitHub verkauft das Ganze als »volle Kontrolle über die eigenen Ausgaben«. Entwickler fassten es in einem Branchenmagazin nüchterner zusammen: »Du bekommst weniger und zahlst denselben Preis.«
Ein paar Schonfristen gibt es. Jahresabos behalten ihr altes Modell bis zum Ablauf, Business und Enterprise bekommen für Juni, Juli und August Promo-Credits obendrauf, 30 beziehungsweise 70 Dollar. Der größere Kontext: Copilot war einst das Maß der Dinge und schreibt nach GitHubs eigenen Zahlen 46% des Codes auf der Plattform, ist im Entwickleralltag aber von Claude Code überholt worden. Eine sauberere Abrechnung der teuren Agentenläufe ist da auch eine Frage des Überlebens. Wer ohnehin zwischen den Coding-Tools vergleicht, findet bei OpenAI Codex die nächstliegende Alternative.
Quellen
- GitHub Blog: GitHub Copilot is moving to usage-based billing
- GitHub Community: GitHub Copilot is moving to usage-based billing (FAQ und Diskussion)
- Visual Studio Magazine: Devs Sound Off on Usage-Based Copilot Pricing Change
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