Zwei Forscherteams lösten dasselbe Kryptoproblem drei Stunden auseinander

KI-News: 3h 18min, zwei Beweise, GPT-5.6 Sol Ultra

Am selben Tag landeten zwei Preprints auf arXiv, die dasselbe offene Problem der Quantenkryptografie lösen. Prabhanjan Ananth von der UC Santa Barbara und Amit Sahai von der UCLA luden ihres um 10:35 Uhr PDT hoch, der MIT-Doktorand Seyoon Ragavan seines drei Stunden und 18 Minuten später. Beide Arbeiten nennen OpenAIs GPT-5.6 Sol Ultra als Urheber der zentralen Ideen. Die beiden Gruppen wussten nichts voneinander, berichtet Scientific American.

Es geht um unclonable encryption, eine Verschlüsselung, die ausnutzt, dass ein unbekannter Quantenzustand sich nicht perfekt kopieren lässt. Bekannt war, dass so etwas möglich ist, aber nur ineffizient oder unter Zusatzannahmen. Beide neuen Arbeiten beanspruchen eine effiziente Variante ohne solche Vorbehalte. Interessant ist, wie unterschiedlich die Teams vorgingen: Ragavan ließ das System in Zwei-Stunden-Blöcken arbeiten, prüfte nach jedem Block und steuerte gegen. Ananth und Sahai nutzten dasselbe Modell in einem eigens gebauten UCLA-System, das Vorschläge automatisch kritisieren lässt. Ultra koordiniert laut OpenAI standardmäßig vier Agenten parallel. Zwei Wege, ein Ergebnis, dreieinhalb Stunden Abstand.

Der Auslöser war kein Zufall: Beide hatten die Frage im selben Monat auf einem Vortrag am Simons Institute in Berkeley gehört. Genau das ist der Punkt. »Die allgemeine Haltung ist jetzt: Wenn jemand ein offenes Problem nennt, schaut man zuerst, ob GPT es löst«, sagt Ananth. Wenn alle dasselbe Werkzeug auf dieselbe öffentlich gestellte Frage loslassen, ist unabhängige Entdeckung vor allem noch eine Frage des Zeitstempels. Ein Wettrennen, bei dem alle Läufer dieselben Beine haben. Beide Papers sind übrigens nicht begutachtet, was bei arXiv-Preprints der Normalfall ist und beim Lesen mitgedacht gehört, siehe dazu unsere Anleitung zum kritischen Lesen von Studien.

Ein Detail dämpft die Euphorie: Die erste Konstruktion, die das Modell vorschlug, war nicht neu. Anne Broadbent von der University of Ottawa und Kollegen hatten im selben Jahr im Wesentlichen dieselbe veröffentlicht. Der eigentliche Beitrag der neuen Arbeiten war der Sicherheitsbeweis. Broadbent selbst sagt, rückblickend sei das eine naheliegende Sache gewesen, in die man hätte schauen müssen. Ihre Sorge gilt einem anderen Punkt: Automatisierbar ist genau die Art Arbeit, die man sonst Doktoranden gibt. Ananth formuliert es trockener: »Ich bin froh, dass ich kein Student mehr bin.« Wie gut Sprachmodelle mittlerweile rechnen und beweisen, haben wir uns im Vergleich der Mathe-Modelle angesehen.

Quellen

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