
Du tippst eine Frage in ChatGPT, liest die Antwort, nickst, scrollst weiter. Drei Sekunden später ist der Gedanke wieder weg. Nicht weil du vergessen hast, sondern weil du nie wirklich gedacht hast. Das Gehirn registriert die Antwort, es verarbeitet sie nicht. Was sich anfühlt wie Effizienz, ist im Kern etwas anderes. Forscher nennen es kognitives Offloading, und die Daten dazu werden gerade ziemlich unbequem.
Man könnte einwenden, das sei nichts Neues. Google, Wikipedia, vor Jahrzehnten der Taschenrechner. Auch der Frontalunterricht im Hörsaal ist passiver Konsum. Stimmt. Nur lagerten wir bisher Faktenwissen aus, nicht das Denken selbst. Den Suchtreffer musste man noch lesen, bewerten, aus mehreren Quellen zusammensetzen. Die Synthese blieb beim Menschen. Die KI liefert sie gleich mit. Das ist der Gradunterschied, der den Effekt verschärft.




