Der Hades und die Unterwelt der griechischen Mythologie

Der Hades und die Unterwelt der griechischen Mythologie

In der griechischen Mythologie ist der Hades das Reich der Toten. Regiert wird es vom gleichnamigen Gott des Totenreichs. Heute wird der Begriff verwendet, um auf die Unterwelt oder ein Reich des Todes und der Schatten hinzuweisen.

Hades, das klingt immer noch zum Fürchten. Auch wenn heutzutage niemand mehr bedroht ist, dorthin zu gelangen. Aber kann man sicher sein? Schauen wir uns an, was das für ein Ort war und wer sich dort aufhielt.

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Was war der Hades?

In der griechischen Mythologie war der Hades ein Ort, an den die Seelen der Verstorbenen nach ihrem Tod gelangten. Er wird als düsterer und nebliger Ort beschrieben, der unter der Erdoberfläche liegt und von dem es keine Rückkehr ins Reich der Lebenden geben sollte. Zombies kannte man damals noch nicht.

Hades Gemahlin Persephone. Ihre Geschichte erklärt den Wechsel der Jahreszeiten und symbolisiert das Wachstum und die Erneuerung der Natur im Frühling.

Der Hades wurde nicht nur als Ort, sondern auch als Personifikation des Totengottes angesehen, der ebenfalls Hades genannt wurde. Er regierte das Totenreich zusammen mit seiner Gemahlin Persephone, die er aus der Oberwelt entführt hatte. Im Kern also ein Gott, der seinen Namen mit seinem Reich teilte.

Der Fährmann Charon bei der Arbeit

Der Fluss Styx umgab den Hades. Er musste von den Seelen der Verstorbenen überquert werden, oft mit Hilfe des Fährmanns Charon, der das übernahm, sofern sie ein Bestattungsritual erhalten hatten und den Obolus (eine Münze) für die Überfahrt bei sich trugen. Ohne Münze keine Fahrt. So einfach war das.

Kerberus, der dreiköpfige Hund, bewachte das Tor zur Unterwelt und verhinderte, dass die Toten entkamen und die Lebenden ungehindert eintreten konnten. Ein lieber Geselle war er nicht.

Hades und Persephone beim Herrschen

Kerberus hatte eine Begegnung mit Herakles (auch bekannt als Herkules in der römischen Mythologie) als Teil der zwölf Arbeiten, die Herakles von König Eurystheus aufgetragen wurden. Die zwölfte und letzte Arbeit forderte Herakles auf, Kerberus ohne den Einsatz von Waffen aus dem Hades zu holen und ihn lebend zu Eurystheus zu bringen.

Herakles schaffte es. Mit bloßen Händen. Womöglich die beeindruckendste der zwölf Arbeiten, jedenfalls die verrückteste.

Ihm möchte man lieber nicht begegnen: Der Hund Kerberus. Beißt für drei.

Die 5 Flüsse der Unterwelt

Fünf Flüsse durchzogen den Hades, jeder mit einer eigenen Bedeutung. Die antiken Griechen liebten solche Zuordnungen. Jeder Fluss steht für einen anderen Aspekt des Todes und der Reise der Seele ins Jenseits.

  1. Acheron – Der Fluss des Schmerzes. Charon brachte die Seelen der Verstorbenen über diesen Fluss in den Hades.
  2. Kokytos – Der Fluss des Weinens. Er symbolisiert die Trauer der Seelen über ihr Schicksal im Jenseits.
  3. Lethe – Der Fluss des Vergessens. Wer von seinem Wasser trank, vergaß sein früheres Leben. Das galt als notwendiger Schritt vor der Wiedergeburt.
  4. Phlegethon – Der Fluss des Feuers. Er fließt mit Flammen statt Wasser und symbolisiert die ewige Bestrafung der Verdammten.
  5. Styx – Der Fluss des Hasses, die wichtigste und heiligste Grenze zwischen Oberwelt und Totenreich. Die Götter schworen ihre unbrechbaren Eide bei diesem Fluss.

Der Fluss Lethe. Wer davon trank, vergaß alles.

Schmerz, Klage, Vergessen, Feuer und Hass. Die Griechen machten es einem schlicht nicht leicht, im Tod Frieden zu finden.

Tartaros, der finsterste Ort

Der Tartaros war ein dunkler und tiefer Abgrund, der als Gefängnis für die Titanen diente und wo die Seelen der größten Sünder strenge Strafen erlitten. Es war der finsterste Teil des Hades, oft als Ort der Qual und des Leidens beschrieben.

Hier landeten unter anderem Sisyphos, der seinen Stein für alle Ewigkeit den Berg hinaufrollen musste, und Tantalos, der in einem See stand und weder das Wasser trinken noch die Früchte über seinem Kopf erreichen konnte. Zwei Strafen, die bis heute sprichwörtlich sind. Der Einfallsreichtum bei den Bestrafungen kannte kaum Grenzen.

Charon kennen wir nun, ebenso Kerberus. Aber da waren noch andere.

Wer hielt sich noch im Hades auf?

Die Richter des Totenreichs

  • Hades – Der Gott des Totenreichs selbst, Bruder von Zeus und Poseidon. Er regierte das Reich der Toten und sorgte für Ordnung unter den Seelen der Verstorbenen.
  • Persephone – Die Gemahlin des Hades, die einen Teil des Jahres in der Totenwelt verbrachte und den anderen Teil in der Oberwelt. Als Königin unterstützte sie die Herrschaft über die Toten.
  • Die Erinnyen – Die Furien waren Göttinnen der Rache, die Verbrechen wie Mord, Eidbruch und Unrecht gegen die Familie verfolgten. Sie quälten die Schuldigen mit ewigen Peinigungen.
  • Richter des Totenreichs – Drei Richter, Minos, Rhadamanthys und Aiakos, entschieden über das Schicksal der Seelen: Elysium für die Gerechten, die Asphodelwiesen für die Durchschnittlichen, Tartaros für die Verdammten.
  • Thanatos – Die Personifikation des Todes, oft dargestellt als unbewaffneter Jüngling. Er brachte die Seelen der Verstorbenen sanft in den Hades.

Diese Figuren hielten die Ordnung im Reich der Toten aufrecht und verkörperten die moralischen und kosmischen Gesetze des Universums, wie man sie sich damals vorstellte. Jedenfalls war der Hades kein Ort des Chaos, sondern ein durchorganisiertes System mit klaren Zuständigkeiten. Die Griechen mochten es ordentlich, selbst im Tod.

Thanatos. Sanfter als erwartet.

Wer mehr über die mythologischen Figuren der Griechen erfahren will oder sich für Monster und Ungeheuer der griechischen Mythologie interessiert, findet dort weitere Listen.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage