Rachsüchtige Weiber … Die 3 Furien aus der griechischen Mythologie

Rachsüchtige Weiber ... Die 3 Furien aus der griechischen Mythologie

Die Furien werden in der griechischen Mythologie auch als Erinyen bezeichnet. Bei den Römern hießen sie Eumeniden. Sie waren Gottheiten der Rache. Also solche sorgten sie für Vergeltung gegenüber Menschen, die schwere Vergehen begangen hatten, vor allem solche, die familiäre Bindungen verletzten, wie Mord an Familienmitgliederno der Meineid.

Die Furien waren bekannt dafür, ihre Opfer unerbittlich zu verfolgen, bis sie den ihnen gebührenden Strafen zugeführt werden konnten. Gnade kannten sie nicht.

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Oben: Tisiphone in einer fantasievollen Darstellung

Es gab nur drei Furien, was die Sache für uns überschaubar macht:

  • Alekto (die Unaufhörliche), zuständig für die unermüdliche Verfolgung und Bestrafung von Verbrechen.
  • Megaira (der Neid), verkörperte Neid und Eifersucht, insbesondere innerhalb von Familien, und strafte diejenigen, die solche Sünden begingen.
  • Tisiphone (die Vergeltung), spezialisiert auf die Bestrafung von Morden, insbesondere von Blutschande.

Oben: Alekto

8 Adjektive, die die Furien beschreiben

  • unerbittlich (ihr Streben nach Gerechtigkeit und Vergeltung kennt keine Gnade)
  • rachsüchtig (ihr primärer Zweck ist die Vergeltung von Unrecht)
  • furchteinflößend (ihr Erscheinungsbild und ihre Taten lösen Schrecken und Angst aus)
  • gerecht (trotz ihrer schreckenerregenden Methoden folgen sie einem Kodex der Gerechtigkeit)
  • unaufhaltsam (einmal auf ihre Beute angesetzt, ruhen sie nicht, bis ihre Mission erfüllt ist)
  • geheimnisvoll (ihre Herkunft und Methoden sind umgeben von Mysterien)
  • unsterblich (als Gottheiten sind sie dem menschlichen Schicksal und Tod entzogen)
  • düster (ihr Wirken ist mit Tod, Schuld und Vergeltung verbunden)

Die Furien wurden als schreckenerregende Figuren dargestellt, die aus der Unterwelt kamen, um die Gerechtigkeit der Götter durchzusetzen. Ihre Erscheinung war dementsprechend ziemlich furchteinflößend: Da gab es geflügelte Wesen mit Schlangenhaaren, blutunterlaufenen Augen, sie trugen Fackeln und Geißeln.

Ihre Rolle im Pantheon der griechischen und römischen Mythologie zeigt die Bedeutung von Gerechtigkeit und Vergeltung. Außerdem die Konsequenzen, die aufgrund von Vergehen gegen göttliche und moralische Gesetze gezogen wurden. Da kannte der alte Grieche keinen Spaß.

Oben: Megaira, die in dieser Darstellung ein wenig an die Sängerin Taylor Swift erinnert, oder?

Die Furien im Grimmschen Wörterbuch (DWB)

Diese Furien fanden Eingang in die deutsche Sprache und Literatur, oft um starke Emotionen oder Verhaltensweisen zu beschreiben, die mit Wut, Rache oder intensiven Leidenschaften zu tun haben.

  1. Furie: Dies bezeichnet ursprünglich eine der Rachegöttinnen aus der römischen Mythologie. Im übertragenen Sinne wird der Begriff für eine sehr wütende oder rachsüchtige Person verwendet, oft eine Frau, die als unkontrollierbar oder heftig in ihrem Zorn beschrieben wird.
  2. Furienappetit: Ein sehr starker, fast unstillbarer Hunger. Der Begriff assoziiert eine Intensität und Heftigkeit des Appetits, als wäre er durch die unerbittliche Energie einer Furie angetrieben.
  3. Furienauge: Ein intensiver, durchdringender oder zorniger Blick. Dies könnte auf die Fähigkeit der Furien hinweisen, Furcht und Schrecken allein durch ihre Präsenz oder ihren Blick zu verbreiten.
  4. Furiengesang: Dies könnte sich auf eine sehr laute, möglicherweise schreiende oder klagende Art des Gesangs beziehen, die an die rachsüchtigen Schreie der Furien erinnert. Es impliziert einen Gesang, der so intensiv ist, dass er als beunruhigend oder unheilvoll empfunden wird.
  5. Furienszene: In der Literatur oder im Theater eine besonders dramatische, intensive Szene voller Wut oder Leidenschaft, die an die wilde, ungestüme Vorgehensweise der Furien erinnert.
  6. Furientrupp: Eine Gruppe von Personen, die sich sehr heftig oder aggressiv verhalten, ähnlich den Furien in ihrem unerbittlichen Streben.

Wer wurde bestraft – und wie?

Über die Furien weiß man, dass sie nicht willkürlich handelten, sondern spezifische Arten von Verbrechen und Sünden bestraften, die das moralische und natürliche Gesetz verletzten. Ihre Rolle als Vollstreckerinnen der göttlichen Ordnung und Gerechtigkeit konzentrierte sich insbesondere auf Vergehen, die die familiären und sozialen Bindungen zerrissen. Hier sind einige Beispiele dafür, wen und was sie bestraften:

  1. Mord innerhalb der Familie: Eines der schwersten Vergehen, insbesondere der Vater- oder Muttermord (Parrizid), wurde von den Furien unerbittlich verfolgt. Ein berühmtes Beispiel ist Orestes, der seine Mutter Klytaimnestra tötete, um den Mord an seinem Vater Agamemnon zu rächen. Orestes wurde daraufhin von den Furien verfolgt, bis er schließlich von seinem Wahnsinn gereinigt wurde.
  2. Meineid: Lügen unter Eid wurde als schweres Verbrechen gegen die göttliche Ordnung angesehen. Die Furien verfolgten und bestraften Leute, die falsche Schwüre leisteten und damit die Grundlagen der Gerechtigkeit und Wahrheit untergruben.
  3. Verletzungen der Gastfreundschaft: In der Antike wurde die Gastfreundschaft als heilige Pflicht betrachtet. Diejenigen, die diese Pflicht missachteten, konnten von den Furien heimgesucht werden.
  4. Verbrechen gegen die Götter: Frevel oder Hybris gegenüber den Göttern zog ebenfalls die Aufmerksamkeit der Furien auf sich. Personen, die sich vermessen gegenüber den Göttern verhielten oder ihnen gegenüber respektlos waren, durften mit göttlicher Vergeltung rechnen.

Die Furien fungierten als Wächterinnen der moralischen Ordnung und waren dafür bekannt, dass sie ihre Opfer nicht nur im Diesseits, sondern auch im Jenseits heimsuchen konnten. Nirgendwo war man vor ihnen sicher. In Kunst und Literatur werden die Furien als erbarmungslose, aber letztlich gerechte Wesen dargestellt.

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In der antiken Mythologie gibt es weitere bekannte Fälle, in denen die Furien eine Rolle spielten.

  1. Ixion versuchte Hera, die Frau des Zeus, zu verführen und wurde dafür von den Furien in den Tartaros geschickt, wo er seinen Spaß an einen sich drehenden und gleichzeitig brennenden Rad gefesselt wurde – für die Ewigkeit.
  2. Tantalos war ein König, der die Götter auf die Probe stellen wollte, indem er ihnen seinen eigenen Sohn, Pelops, als Mahlzeit servierte. Dieses abscheuliche Verbrechen gegen die Familie und die göttliche Ordnung zog die Strafe der Götter nach sich, und die Furien verfolgten Tantalos für seinen Frevel.
  3. Alkmeon wurde von den Furien beehrt, nachdem er seine Mutter Eriphyle getötet hatte. Eriphyle hatte ihren Sohn Alkmeon und seinen Bruder dazu veranlasst, ihren Vater Amphiaraos zu verraten, was schließlich zu Amphiaraos’ Tod führte. Als Alkmeon das herauskriegte, tötete er Eriphyle. Anschließen wurde er von den Furien für den Muttermord gejagt.
  4. Lykurgos war ein König von Thrakien, der den Kult des Dionysos (römisch Bacchus) verfolgte und den Gott selbst angriff, als Dionysos durch sein Königreich zog. Für seinen Angriff auf einen Gott und die Unterdrückung des Dionysos-Kultes wurde Lykurgos von den Furien in den Wahnsinn getrieben.

Diese Geschichten illustrieren die moralischen und ethischen Normen einer Zeit, in der mit Gewalt und Grausamkeiten nicht gespart wurde.

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Der Autor

Sven Lennartz AvatarSven Edmund Lennartz ist Fachautor, Schriftsteller und Gründer verschiedener Online-Projekte, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Homepage