Auf LinkedIn ist fast jeder zweite Langtext von der KI geschrieben

KI-News: LinkedIn, 41%, KI-Slop

Die KI-Detektionsfirma Pangram hat über eine Million Social-Media-Posts durchleuchtet, genau 1.002.627 Beiträge auf LinkedIn, Medium, Substack, X und Reddit, gesammelt zwischen April und Juni 2026. Das Ergebnis: Jeder vierte Langtext über 250 Wörter ist komplett von einer KI geschrieben. Spitzenreiter ist ausgerechnet das Netzwerk, in dem alle unter Klarnamen und Berufsbezeichnung auftreten. Auf LinkedIn sind 41 Prozent der langen Posts KI-generiert.

LinkedIn macht nur ein Drittel aller gescannten Beiträge aus, liefert aber fast zwei Drittel des gesamten erkannten KI-Materials, konkret 62 Prozent. X steht kaum besser da, dort waren nur 53,2 Prozent der längeren Artikel vollständig von Menschen getippt, der Rest ganz oder teilweise Maschine. Am unteren Ende: Reddit-Kommentare, zu 98 Prozent menschlich. Wer echte Menschen sucht, findet sie offenbar eher in einem anonymen Forum als im professionellen Karrierenetzwerk. Der Durchschnitt über alles lag bei 13,8 Prozent, gemessen mit Pangrams Modell 3.3, das laut Firma eine Fehlalarmquote von 0,01 Prozent hat.

Die schönste Pointe liefert LinkedIn selbst. Das Netzwerk baute erst einen Knopf namens »Write with AI« ein, benannte ihn dann in »Enhance post« um und kündigte schließlich an, KI-Posts künftig zu erkennen und im Feed nach unten zu sortieren. Diese Ankündigung war, wie Pangram trocken anmerkt, selbst KI-geschrieben. Man bekämpft den Slop also mit Slop. Für Nutzer heißt das vor allem eins: Was im Feed nach kluger Fachmeinung klingt, kommt zunehmend aus demselben Textgenerator wie der Beitrag darüber und der darunter.

Eine Einschränkung gehört dazu. Die Studie sagt nichts über Qualität aus, ein KI-Text kann sauber und ein Menschentext grottig sein. Und Detektoren sind keine Wahrheitsmaschinen, sie liegen bei deutschen Texten regelmäßig daneben. Pangram selbst räumt ein, dass sein Modell Menschliches zuverlässiger erkennt als Maschinelles, die echte KI-Quote dürfte also noch höher liegen. Wer solche Zahlen liest, sollte sie einordnen können, dabei hilft ein Blick darauf, wie man Studien richtig liest.

Quellen

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Diese Meldung wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) recherchiert und verfasst. Inhaltliche Fehler sind möglich. Die verlinkten Quellen ermöglichen eine eigene Prüfung. Fachbegriffe erläutert das Glossar.

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