OpenAI hat ChatGPT am 23. Juni beigebracht, in Slack zuzupacken. Bisher durfte der Connector den Workspace nur durchsuchen, jetzt führt ChatGPT in den Tarifen Enterprise und Edu echte Aktionen aus: einem Kanal beitreten, eine Erinnerung anlegen, eine Datei hochladen, das eigene Slack-Profil ändern. Der Sprung vom Mitleser zum Mithandelnden, mitten im wichtigsten Chat-Tool vieler Firmen.
Vier Aktionen sind benannt, weitere sollen folgen. Die Kontrolle bleibt beim Admin, der über eine Funktion namens »Action control« jede Aktion einzeln freischaltet oder sperrt. Manche davon verlangen zusätzliche Slack-OAuth-Berechtigungen oder die Zustimmung eines Workspace- beziehungsweise Enterprise-Grid-Admins. Standardmäßig ist das Ganze aus, niemand wacht also morgens mit einem von ChatGPT umgebauten Profil auf.
Für Nutzer ist das der eigentlich interessante Teil: ChatGPT hört auf, nur zu antworten, und fängt an, im Hintergrund Dinge zu erledigen. Genau dahin läuft die ganze Branche gerade, weg vom Frage-Antwort-Spiel, hin zu KI, die Aufgaben selbst ausführt. Slack ist dafür ein dankbares Übungsfeld, weil dort ohnehin der halbe Arbeitstag stattfindet. Wer ChatGPT bereits im Job einsetzt, sollte ein Gefühl dafür entwickeln, wann man die KI machen lässt und wann lieber nicht.
Die Einschränkung steht im Kleingedruckten: Das alles gilt nur für Enterprise und Edu, und der Admin muss es erst erlauben. Privatnutzer und Plus-Abonnenten gucken vorerst in die Röhre. Eine handelnde KI im Teamchat ist eben kein Feature für nebenbei, sondern eines, bei dem jemand vorher überlegt haben sollte, was die Maschine darf.
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