IBM hat den Cost of a Data Breach Report 2026 veröffentlicht. Das Ponemon Institute hat dafür mehr als 600 Organisationen befragt, die zwischen März 2025 und Februar 2026 einen Sicherheitsvorfall hatten. Das auffälligste Ergebnis: Bei 92% der Firmen mit einem KI-bezogenen Vorfall fehlten rollenbasierte Zugriffsrechte, Mehrfaktor-Authentifizierung und vergleichbare Kontrollen auf den KI-Modellen und Anwendungen. Nicht unzureichend konfiguriert. Schlicht nicht vorhanden.
Die Zahlen dahinter sind unangenehm konkret. Ein Datenleck kostete im weltweiten Schnitt 4,99 Millionen Dollar, ein Rekord und ein Plus von rund zwölf Prozent. War KI im Spiel, waren es 5,33 Millionen. Setzten die Angreifer selbst KI ein, 6,04 Millionen. Am teuersten war die Model Inversion, bei der jemand Trainingsdaten wieder aus dem Modell herauszieht, mit 6,07 Millionen pro Fall. Rund jede fünfte Organisation meldete überhaupt einen KI-bezogenen Vorfall, im Jahr davor war es jede achte. Und die Zeit bis zur Entdeckung und Eindämmung stieg auf 247 Tage, nach fünf Jahren, in denen sie gefallen war.
Für alle, die KI im Job nutzen, steckt die eigentliche Nachricht woanders: Schatten-KI, also Werkzeuge, die niemand freigegeben hat, war an 43% aller Sicherheitsvorfälle beteiligt. Mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Etwa jeder fünfte dieser Fälle endete mit einem Bußgeld. Fast sieben von zehn Unternehmen haben keine Richtlinie, die regelt, welche KI überhaupt benutzt werden darf, und weniger als eines von fünf lässt Governance und Sicherheit miteinander reden. Man kann das Problem also so zusammenfassen: Die Firma verbietet nichts, kontrolliert nichts, und ist dann überrascht. Wer das für sich selbst besser regeln will, findet die praktischen Hebel in unserem Text zum Datenschutz bei ChatGPT und Claude.
Am Modell selbst liegt es selten. Bei etwa jedem fünften betroffenen Unternehmen war das Einfallstor eine kompromittierte Schnittstelle, eine angebundene Anwendung oder ein falsch konfigurierter Cloud-Dienst. Ob offene Gewichte oder proprietäres Modell, machte kaum einen Unterschied. IBM empfiehlt Firmen, KI-Agenten ins Schwachstellenmanagement zu schicken, das sei »ein weiches Ziel angesichts der Fähigkeiten von Frontier-Modellen«. Bisher landen die Agenten überwiegend in der Alarmwarteschlange, wo sie hübsch aussehen und niemandem wehtun.
Quellen
- IBM: Cost of a Data Breach Report 2026
- Help Net Security: Data breach cost 2026 averaged $4.99 million, AI attacks ran higher
- The Decoder: Bei KI-Sicherheitsvorfällen fehlt fast immer die Zugriffskontrollen
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