Seit heute sind die Work IQ APIs allgemein verfügbar. Microsoft öffnet damit die Intelligenzschicht hinter dem Microsoft 365 Copilot für fremde Agenten. Wer eine eigene KI baut, kann sie jetzt direkt an E-Mails, Kalender, Meetings, Chats, Dateien und Geschäftssysteme im Microsoft-365-Mandanten andocken, statt nur an rohe Daten.
Der Kniff steckt im Werkzeugkasten. Statt Hunderter datenspezifischer Tools bündelt Work IQ alles in zehn generische Verben, die per Model Context Protocol angesprochen werden. Microsoft verspricht 80% weniger Tokens beim Kontextabruf und doppelte Geschwindigkeit gegenüber klassischen APIs. Die Datenbasis ist gewaltig, in Fortune-500-Konzernen liegt der durchschnittliche Work-IQ-Fußabdruck bei über 600 Terabyte. Vier Domänen teilen die Arbeit auf: Chat, Context, Tools und Workspaces, also ein Ablageort, an dem Agenten ihren Zwischenstand parken.
Interessant ist, was Microsoft gleich mitliefert: ein Kostenmanagement-Dashboard im Admin Center. Abgerechnet wird verbrauchsbasiert in Copilot Credits, kein Abo, keine Seat-Lizenz, sondern pro Aktion. Dass der Konzern zeitgleich Ausgabenlimits für Mandanten, Gruppen und einzelne Nutzer einbaut, sagt einiges. Autonome Agenten, die rund um die Uhr durch 600 Terabyte pflügen, sind eben auch eine Rechnung, die vorher niemand gesehen hat. Work IQ ist die erste Anwendung unter diesem Zähler, weitere sollen folgen, darunter Copilot Studio.
Bauen kann man schon, die Public Preview liegt auf GitHub. Ein Haken für bestehende Setups: Wer Work IQ über Drittanbieter-Agenten nutzt, muss nach dem GA-Start die Abrechnung konfigurieren, sonst steht der Dienst still. Und wie immer bei Microsoft 365 bleibt alles im Trust-Boundary des Mandanten, was die Datenschützer beruhigt und die Bindung an Redmond vertieft.
Quellen
- Microsoft 365 Blog: Announcing the new Work IQ APIs
- GitHub: microsoft/work-iq Public Preview
- M365 Admin: General availability of the Work IQ API with Copilot Credits billing
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